Montag 6. Februar 2023

Die Framersheimer Kreismülldeponie füllt sich

Erste Abschnitte sollen spätestens 2024 abgeschlossen sein

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Auf der Kreismülldeponie in Framersheim sollen in den kommenden etwa 14 Jahren knapp 940.000 Kubikmeter Deponieraum auf einer Fläche von zirka 6,9 Hektar verfüllt werden –  mit inerten Stoffen der Deponieklassen I und II, also beispielsweise mit Erdaushub, Straßenaufbruch, asbesthaltigem oder belastetem Material oder auch mit Resten aus der Müllverbrennung, die in der Ludwigshafener Anlage GML anfallen. Bei einem Vor-Ort-Termin haben die Projektbeteiligten über den aktuellen Stand und die kurzfristige Planung informiert: Vertreter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Alzey-Worms (AWB) als Betreiber und Inhaber der Genehmigungen, der Firma Mülldeponie Framersheim (MDF) Betriebs-GmbH & Co. KG als Bewirtschafter der Deponie und des Ingenieurbüros Schirmer Umwelttechnik, das die Ablagerungsprozesse auf dem Gelände begleitet und prüft. 

Dass der Betrieb auf der Deponie nach etwa 17 Jahren Stillstand inzwischen wieder läuft, ist das Ergebnis eines rechtlichen Vergleichs, der im Februar 2022 wirksam wurde. „Dieser Vergleich ist damals mit einem einstimmigen Votum im Kreistag beschlossen worden“, rief Landrat Heiko Sippel bei dem Treffen in Erinnerung. „Es hat uns politisch sehr gefreut, dass es weitergeht.“ Seit 2005 hatten der Kreis Alzey-Worms und die mittlerweile durch die Becker-Gruppe Ende 2021 übernommene neue Firma Mülldeponie Framersheim Betriebs-GmbH & Co. KG (als Nachfolger der Mülldeponie Framersheim GmbH) unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit der Deponie. „Wir kommen nun unserem Ziel der Endverfüllung näher“, betonte der Landrat. „Dieses Ziel hatten wir nie aufgegeben.“ 

Seit Sommer 2022 sind inzwischen mehr als 23.000 Tonnen Material auf den Altbereichen abgelagert worden. „Die Altbereiche werden voraussichtlich bis nächstes oder übernächstes Jahr verfüllt sein“, prognostizierte Stephan Kreßer, Geschäftsführer der MDF Betriebsgesellschaft. Diese Abschnitte bieten Platz für 80.000 Kubikmeter Material. Danach seien die neuen Teilbereiche dran, die eine Fläche von knapp drei Hektar haben. 

„Wir haben eine absolute Eingangskontrolle“

Kreßer erklärte den anwesenden kommunalen Vertretern die in Framersheim geltenden Standards bei der Verfüllung. Jede Anlieferung muss vorab auf die Einhaltung der Anlieferungsbedingungen der Deponie geprüft werden. Sollte beispielsweise ein im Fachjargon als „gefährlich“ eingestufter Stoff abgelagert werden, muss zusätzlich die Sonderabfall-Management GmbH Rheinland-Pfalz den Schritt prüfen und genehmigen. Weitere Kontrollinstanzen schließen sich – unabhängig von der Gefahrenstufe – an: Das Personal vor Ort prüft das Material, aus jeder Charge werden Proben entnommen. „Das ist ein sehr strukturierter Prozess“, betonte Kreßer. Und sein Geschäftsführerkollege Stephan Heberger fügte hinzu: „Wir haben eine absolute Eingangskontrolle.“ Es werde genau dokumentiert, wo welches Material in welcher Menge von welchem Lieferanten eingebaut worden ist. Das Ingenieurbüro Schirmer Umwelttechnik wirft ebenfalls einen kritischen Blick auf die Vorgänge und vermisst zudem beispielsweise die Einbauten. Dessen Jahresbericht wird der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd als Genehmigungsbehörde vorgelegt. 

Damit das eingelagerte Material von dem umliegenden Erdreich getrennt bleibt, werde in die neuen Deponieflächen zunächst eine dicke, aus mehreren Schichten Ton bestehende Basisdichtung eingebaut, erklärt Schirmer-Geschäftsführer Heinrich Bräckelmann. Anschließend folgen Kunststoffdichtungsbahnen, die den Abfall nicht nur von unten, sondern ebenso von oben absichern. Und zum Schluss lässt die Begrünung den Müllberg wie einen grünen Hügel erscheinen. Die Oberfläche, die zur Rekultivierung zur Verfügung steht, messe etwa 1,50 Meter Höhe, erklärte Bräckelmann. Es gebe die Idee, die Flächen im Anschluss mit einer Fotovoltaikanlage zu nutzen, sagte Landrat Heiko Sippel. 

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