Montag 15. April 2024

Fertigstellung der Pfrimmtal-Realschule plus

Die Stadt Worms nimmt die erste Clusterschule in Rheinland-Pfalz in Betrieb. Der Bau hat Modellcharakter für zukünftige Schulbauten im Land. Die Schule sucht aktuell noch Unterstützung.

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Erste Clusterschule in Rheinland-Pfalz

Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst (SPD) stellte am 20. April im Rahmen eines Ortstermins der Presse den fertiggestellten Neubau der Pfrimmtal-Realschule plus vor. Auch wenn die offizielle Eröffnung unter Beteiligung von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) noch bevorsteht, sei der Umzug bereits zu etwa 80 % abgeschlossen, berichteten Horst und Schulleiterin Simone Gnädig.

Der Neubau hat die Gestalt einer Clusterschule. Das bedeutet, dass um einen erweiterten Flur, die gemeinsame „Mitte“, zwei bis sechs Klassen- und die dazugehörigen Gruppenräume angesiedelt sind. Zugeordnet sind jedem Cluster außerdem Lager, Sanitärbereich und Garderobe. Die Pfrimmtal-Realschule plus ist ausgezeichnete MINT-Schule (MINT = Mathematik / Informatik / Naturwissenschaft / Technik) und verfügt daher auch über vier barrierefrei eingerichtete MINT-Fachräume. Zu den Clustern gehört außerdem jeweils ein dezentraler Teamstützpunkt für die Lehrkräfte mit Arbeitsplätzen und Besprechungsbereich. 

Eine solche Clusterstruktur ermöglicht es, mehrere „kleine Schulen“ in einer großen Schulorganisation zu bilden, und zwar mit allem, was die kleine Schule im Unterrichtsalltag benötigt. Schülerinnen und Schüler finden so in einem überschaubaren Rahmen „ihren“ festen Ort, für den sie Mitverantwortung tragen. Die Zusammenarbeit von Lehr- und anderen pädagogischen Fachkräften wird erleichtert und moderne Unterrichtsmethoden in heterogenen Gruppen werden unterstützt. 

Die Kooperation der Kolleginnen und Kollegen erleichtert es, Fächer in Epochen oder fach­über­greifenden Projekten zu unterrichten. Die kurzfristige Umorganisation in temporäre Neigungs- und Niveaugruppen ist unaufwändig – alle Sozialformen sind somit im Unterricht möglich. Die Mitte ist so ausgelegt, dass sich möglichst alle Schülerinnen und Schüler des Clusters für Präsentationen von Unterrichtsergebnissen usw. hier versammeln können. Hier findet außerdem eine ungewöhnliche Realisierung von Kunst am Bau Platz: Große Holzobjekte in den Mitten aller Etagen dienen als eine Art Möbel und bilden zusammen den Satz „Wir machen Träume wahr“.

Schulleiterin Simone Gnädig dankte im Rahmen des Pressegesprächs ihrem Team, ohne das die Realisierung und die pädagogische Belebung des Hauses nicht möglich gewesen seien. Sie dankte außerdem der Wormser ALISA-Stiftung für die Unterstützung der Schule und der Stadt Worms, die nicht nur den Neubau realisiert, sondern diesen auch direkt mit komplett neuer Ausstattung versehen habe. Die Schule sucht aktuell noch Unterstützung in Form von Neubücher-Spenden für die noch einzurichtende Bibliothek. Außerdem würde sich die Schule über Unterstützung bei der Anschaffung von Tabletts für die Schülerinnen und Schüler freuen.

Das Projekt Neubau Pfrimmtal RS Plus war 2016 mit Workshops unter Teilnahme der Stadt, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz (ADD) sowie von Lehrkräften, Elternvertretern und Schülerinnen und Schülern gestartet. In der Abwägung verschiedener Optionen erwies sich ein vollständiger Neubau als wirtschaftlichste Lösung über den Lebenszyklus – einhergehend mit der Auflösung der bisherigen Dislozierung eines Teils der Schulgemeinschaft. Der Neubau entstand auf dem früheren Sportgelände, nach Abriss des alten Schulbaus entsteht auf dieser Fläche die neue Sportanlage. Das Großprojekt wird mit der noch ausstehenden Erweiterung der Diesterweg-Grundschule abgeschlossen.

Gebäudeeckdaten

  • Grundstücksfläche: 36.412 m²
  • Bruttogrundfläche nach DIN 277: 5.193,70 m²
  • Nettogrundrissfläche nach DIN 277: 4.456,99 m²
  • Bruttorauminhalt nach DIN 277: 21.305,30 m²
  • Geschosse: Ebene 0, Ebene +1, Ebene +2
  • Fassade: Klinker
  • Technikauszug: Wärmepumpe, Pelletkessel, Lüftung + Klimatisierung, PV-Anlage

Der Neubau Pfrimmtal RS Plus wird praktisch CO2-neutral über regenerative Energiequellen betrieben.

Quelle: Stadt Worms / Pressestelle

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