Mannheim: Der letzte Tanz des Wolfes – „The Wolf with the Red Roses“ begeistert im Capitol

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Mannheim, 26. Oktober 2025 – Es war ein Abend, an dem Rockgeschichte noch einmal auflebte – intensiv, ehrlich und voller Leidenschaft. Zum letzten Mal heulte „The Wolf with the Red Roses“ durch das Mannheimer Capitol, und die eingefleischten Rockfans kamen voll auf ihre Kosten. Über zwei Stunden pure Energie: fetzige Riffs, gefühlvolle Balladen und eine emotionale Reise durch vier Jahrzehnte Rockmusik. Schon im Foyer vor dem Konzert war klar: Viele der Gäste waren keine Neulinge. „Wiederholungstäter“, wie man in den Gesprächen hörte  und das aus gutem Grund. Seit seiner Uraufführung am 6. April 2013 hat das Rocktheaterstück Kultstatus erreicht. „Nach einer ausgiebigen dreiwöchigen Probe in einem Berliner Zirkuszelt“, erinnerte sich Sascha Krebs mit einem Lächeln. Was damals als ambitioniertes Bühnenexperiment begann, fand während der Pandemie im Livestream-Format „RockzuHause“ ein neues Publikum. Jetzt, mit dieser letzten Aufführung, schloss sich der Kreis.

Eine Geschichte von Verführung, Gefahr und Leidenschaft

„The Wolf with the Red Roses“ ist weit mehr als eine Aneinanderreihung legendärer Rockhits. Es ist eine erzählerische Hommage an das Leben, an seine Höhen und Tiefen, seine Helden und Abgründe. Der „Wolf“ steht für Versuchung und Risiko, die „roten Rosen“ für Liebe und Leidenschaft – Gegensätze, die sich in jedem Song widerspiegelten. Hits von Meat Loaf, Manfred Mann, Peter Gabriel, Pink Floyd, Bruce Springsteen und U2 wurden zu einer packenden Erzählung verwoben. Die fließende Inszenierung – nahezu ohne Pausen – machte das Programm zu einem durchgehenden musikalischen Erlebnis. In fünf thematischen Blöcken erzählten die Künstler die Lebensphasen eines Rockhelden – eine emotionale Achterbahnfahrt, die das Publikum fesselte.

Vier Stimmen, ein Herzschlag

Die Solisten Kathi Presser, Sascha Lien, Sascha Kleinophorst und Sascha Krebs verliehen der Show ihre Seele. Jeder brachte seine eigene Note ein – von Presser’s kraftvoller Stimmgewalt über Lien’s emotionalen Tiefgang bis hin zu Kleinophorsts und Krebs’ charismatischem Bühnenpräsenz. Zusammen bildeten sie ein harmonisches Quartett, das mit Leidenschaft und Präzision überzeugte. Ihre Interpretationen reichten von zart bis explosiv – und ließen keinen Zweifel daran, dass Rockmusik auch 2025 noch mitten ins Herz trifft.

Virtuose Musiker, elektrisierende Energie

Das Capitol-Ensemble legte ein Fundament, auf dem dieser Abend glänzen konnte. Gitarrist Matthias Klöpsch brachte das Publikum mit seinen Soli zum Staunen – mal mit dem Instrument hinter dem Kopf, mal mit einem verschmitzten Spiel mit der Zunge. An der anderen Gitarre zauberte Christof Brill magische Momente, oft zurückhaltend, aber immer mitreißend.

Gemeinsam mit Frank Schäffer am Piano, Stefan Engelmann am Bass und Rainer Dettling am Schlagzeug entstand ein druckvoller Sound, der die Zuschauer buchstäblich von den Sitzen riss. Der Rhythmus war unaufhaltsam – eine Welle, die vom ersten Akkord bis zum letzten Ton trug.

Ein Abend voller Emotion – ein Stück Rockgeschichte

Die Stimmung im Capitol war elektrisierend. Begeisterter Applaus, mitklatschende Hände, stehende Ovationen – die Energie von der Bühne schwappte direkt ins Publikum. Es war nicht nur ein Konzert, sondern ein gemeinsames Erleben, ein kollektives Erinnern an die Kraft der Musik.

Mit diesem letzten Auftritt endete eine Ära: „The Wolf with the Red Roses“ verabschiedete sich, aber die Musik bleibt. Die Produktion war über Jahre hinweg ein fester Bestandteil des Capitol-Programms – und ein Symbol dafür, wie Rockmusik Menschen verbindet.

Text & Foto: Helmut Dell

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