WM-Vorbereitung: DEB-Team unterliegt im letzten Härtetest den USA mit 2:5

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Mannheim – Die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat das abschließende Testspiel der WM-Vorbereitung verloren. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis unterlag der Auswahl der USA am Sonntagabend (10.05.2026) in der ausverkauften SAP Arena Mannheim mit 2:5 (0:1, 1:2, 1:2). Trotz der Niederlage gegen den Olympiasieger und Weltmeister zeigte das deutsche Team vor allem im Schlussabschnitt eine kämpferisch starke Leistung und reist nun mit wichtigen Erkenntnissen zur Weltmeisterschaft nach Zürich.

Spielverlauf im Detail

1. Drittel: USA geben den Ton an Die Gäste aus Nordamerika zeigten von Beginn an ihre Klasse. Bereits nach wenigen Sekunden kam Oliver Moore zur ersten großen Chance. Die USA dominierten die Anfangsphase mit hoher Geschwindigkeit und viel Körperspiel. Das DEB-Team brauchte etwas Anlaufzeit, fand aber nach gut fünf Minuten besser ins Spiel, was im ersten Torschuss durch Dominik Kahun (7. Minute) resultierte. Die Entscheidung in diesem Drittel brachten die Special Teams: Während Deutschland ein eigenes Powerplay ungenutzt ließ, schlug die US-Auswahl in der 14. Minute zu. Ryker Lee traf in Überzahl zur verdienten 1:0-Führung. Dass der Rückstand zur Pause nicht höher ausfiel, lag an Philipp Grubauer, der mehrfach mit starken Paraden glänzte.

2. Drittel: Schnelle Antworten auf beiden Seiten Deutschland kam mit Schwung aus der Kabine und überstand zunächst ein Unterzahlspiel schadlos. Dennoch bauten die Amerikaner ihre Führung aus: Sam Lafferty traf aus dem Slot zum 2:0 (24.). Die deutsche Auswahl steckte jedoch nicht auf. Eine vielversprechende Doppelchance durch Parker Tuomie und Stefan Loibl vereitelte US-Goalie Joseph Woll noch glänzend (29.). Kurz vor der Pause belohnte sich das DEB-Team: Parker Tuomie vollendete einen Alleingang souverän gegen den kurz zuvor eingewechselten US-Keeper Devin Cooley zum 1:2-Anschluss (39.). Die Freude währte allerdings nur kurz, denn Alex Steeves stellte fast im direkten Gegenzug den alten Abstand für die USA wieder her (40.).

3. Drittel: Deutschlands stärkste Phase bleibt unbelohnt Der Schlussabschnitt begann mit einer kalten Dusche: Max Plante erhöhte in der 42. Minute auf 4:1 für die USA. Doch Deutschland zeigte Moral und lieferte seine beste Turnierleistung ab. Nur eine Minute später war es Arkadiusz Dziambor, der nach einem sehenswerten Zuspiel von Marc Michaelis auf 2:4 verkürzte. Die DEB-Auswahl setzte den Favoriten nun enorm unter Druck. Die größte Chance auf den erneuten Anschlusstreffer hatte Michaelis in der 51. Minute, der einen Breakaway gegen Cooley vergab. In der Schlussphase riskierte Bundestrainer Kreis alles und nahm Grubauer für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Nachdem Michaelis nur den Pfosten traf (58.), machte Mathieu Olivier in der 59. Minute per Empty-Net-Goal zum 5:2-Endstand alles klar.

Meilensteine & Randnotizen

  • Zuschauer: 12.909 (ausverkauft) in der SAP Arena Mannheim.
  • Jubiläum: Torhüter Philipp Grubauer absolvierte sein 50. Länderspiel für Deutschland und spielte durch.
  • Premiere: Arkadiusz Dziambor erzielte im dritten Drittel seinen ersten Treffer im Trikot der A-Nationalmannschaft.
  • Comeback: Kapitän Moritz Seider kehrte rechtzeitig ins Line-up zurück und wurde im Anschluss völlig verdient als bester deutscher Spieler der Partie ausgezeichnet.

Ausblick

Mit dem Spiel gegen die USA ist die Vorbereitungsphase offiziell abgeschlossen. Bereits am Montagvormittag reist die DEB-Auswahl nach Zürich, dem Austragungsort der WM-Vorrundengruppe A. Dort stehen für Harold Kreis und sein Trainerteam noch die letzten, schwierigen Kaderentscheidungen an.

Stimmen zum Spiel

Harold Kreis (Bundestrainer): „Aus solch hochklassigen Spielen lernt man immer etwas. Wir haben gegen ein junges, schnelles US-Team gesehen, dass wir den richtigen Moment wählen müssen, wann wir aggressives Forechecking spielen wollen. Die Mannschaft hat heute immer wieder versucht, sich ins Spiel zu kämpfen. Das ist ein gutes Zeichen. Seit Phase eins der Vorbereitung haben wir uns kontinuierlich gesteigert und sind als Team zusammengewachsen. Jetzt treffen wir die letzten Kaderentscheidungen, die uns nicht leichtfallen werden.“

Moritz Seider (Kapitän): „Dieses Spiel stand schon lange in meinem Kalender. Es hat mir sehr viel bedeutet, hier auflaufen zu dürfen. Wenn wir unser Spiel spielen, die Scheiben rausbekommen und in den Forecheck gehen, sind wir eine sehr unangenehme Mannschaft. Das dritte Drittel war mit Abstand das Beste. Da haben wir gezeigt, was wir können. Kleine Fehler werden sofort bestraft, das müssen wir abstellen. Aber man hat gesehen, dass wir auch einen großen Gegner ärgern können. Das macht Vorfreude auf eine hoffentlich lange WM.“

Marc Michaelis (Assistenzkapitän): „Unser letztes Drittel war sehr stark. Die Chancen, die wir hergegeben haben, waren selbstverschuldet. Wenn wir die abstellen, sieht es sehr gut aus. Team USA braucht keinen Platz, sie sind sehr handlungsschnell und bestrafen Fehler. Aber über weite Strecken haben wir sehr ordentlich gespielt heute. Jetzt freuen wir uns auf die WM in der Schweiz.“

Fotos © by Daniel Glaser | Der Bildjäger

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