Mit „Wenn der Tag anbricht“ veröffentlicht der Mannheimer Newcomer Sallva gemeinsam mit ILO eine intensive neue Single zwischen urbanem Pop, Soul und emotionalem Deeptalk. Der Künstler aus Mannheim-Waldhof verarbeitet in seinen Songs persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Realität und emotionale Brüche mit bemerkenswerter Direktheit. Nach „Vorhang“ und „Coke auf Eis“ folgt jetzt der nächste Schritt Richtung Debüt-EP, die noch diesen Sommer erscheinen soll. Im Interview spricht Sallva über Herkunft, kreative Prozesse, emotionale Grenzmomente, Social Media Hype und darüber, warum Verletzlichkeit heute seine größte Stärke ist.
„Wenn der Tag anbricht“ wirkt wie der emotionale Morgen nach einer langen Nacht. Was war der konkrete Auslöser für diesen Song und welche Geschichte steckt dahinter?
„Das war keine geplante Nummer. Das war eher so… ich war irgendwann morgens wach und hab gemerkt, jetzt ist alles ruhig, aber in mir halt gar nicht. Kennst du das, wenn du erst am nächsten Tag checkst, was eigentlich passiert ist? Genau das ist der Song.“
Deine Songs klingen oft sehr roh, persönlich und ungefiltert. Gab es einen Moment, an dem du entschieden hast, wirklich alles ehrlich auszusprechen und keine Rolle mehr zu spielen?
„Ich glaub, als ich gemerkt hab, dass dieses ganze ‚Rolle spielen‘ mich selber nervt. Ich hab mich teilweise selber nicht mehr erkannt. Und dann hab ich einfach gesagt: egal, ich sag jetzt das, was ich wirklich denke – auch wenn’s nicht immer gut aussieht.“
Die Kombination aus deiner rauen Stimme und ILOs klaren Vocals erzeugt im neuen Track eine starke Dynamik. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden und was hat ILO dem Song gegeben, was vorher gefehlt hat?
„War gar nicht so kompliziert. Wir waren im Studio, ich hatte meinen Part, der war schon eher… schwer. Und dann kam sie drauf und hat dem Ganzen irgendwie Luft gegeben. Ohne sie wär der Song zu dunkel gewesen, glaub ich.“
Du nennst deinen Stil selbst „Deeptalk“. Was unterscheidet deine Musik von klassischem deutschem Urban Pop und warum ist dir dieser Begriff wichtig?
„Weil ich nicht einfach Songs machen will, die nebenbei laufen. Ich will, dass du zuhörst und vielleicht kurz schluckst. So Gespräche, die man eigentlich nur nachts führt… das ist für mich Deeptalk.“
Du bist im Mannheimer Stadtteil Waldhof aufgewachsen. Wie stark prägt dich dieses Umfeld heute noch musikalisch und menschlich?
„Komplett. Du wirst da halt so, wie du bist. Direkt, manchmal bisschen zu ehrlich vielleicht… aber dafür echt. Das kriegst du auch nicht mehr raus.“
Zwischen „Vorhang“, „Coke auf Eis“ und jetzt „Wenn der Tag anbricht“ erkennt man eine klare Entwicklung. Wohin bewegt sich Sallva musikalisch gerade?
„Ich geh grad viel mehr rein in mich. Früher war mehr Show, jetzt ist mehr Gefühl. Ich hab keine Lust mehr, irgendwas zu verstecken.“
Deine Community wächst extrem schnell. Über 100.000 Menschen folgen dir inzwischen auf TikTok. Wie gehst du mit diesem plötzlichen Aufmerksamkeitsschub um und verändert Erfolg den Blick auf die eigene Kunst?
„Ja, klar. Du merkst plötzlich, da hören Leute zu. Aber ich versuch mich nicht davon verrückt machen zu lassen. Am Ende geht’s mir nicht um Zahlen, sondern dass einer sagt: ‚Bro, genau das fühl ich.‘“
Viele Künstler sprechen über mentale Belastung, aber oft sehr oberflächlich. Deine Songs wirken dagegen wie echte Selbstgespräche. Ist Musik für dich Therapie, Ventil oder Kampfansage?
„Kommt drauf an. Manchmal sitz ich da und verarbeite Sachen, manchmal kotz ich einfach alles raus. Und manchmal ist es auch einfach so ein ‚jetzt erst recht‘.“
Im Sommer erscheint deine Debüt-EP. Was erwartet die Menschen darauf und gibt es einen roten Faden, der sich durch das gesamte Projekt zieht?
„Ist schon persönlich. Also wirklich. Da sind Sachen drauf, die hätte ich früher niemals gesagt. Ist wie so ein Einblick in meinen Kopf, ehrlich gesagt.“
Am 18. Juli spielst du beim LUV Festival in Mannheim. Wie wichtig sind dir Live-Shows und dürfen Fans in nächster Zeit vielleicht sogar auf eine größere Tour hoffen?
„Live ist nochmal was ganz anderes. Da merkst du sofort, ob’s echt ist oder nicht. Und ja… ich hab schon Bock, das größer zu machen. Schritt für Schritt.“
Vielen Dank an Sallva für die offenen Einblicke und die ehrlichen Antworten. Wir wünschen dir für die Veröffentlichung von „Wenn der Tag anbricht“, die kommende Debüt-EP und alle anstehenden Live-Shows viel Erfolg und freuen uns auf deinen weiteren Weg.
Interview by CK
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