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Das Full Force Festival Ferropolis 2022

Als sich am Donnerstag die Tore von Ferropolis öffneten war es wie Magie – diese Kulisse, diese Wucht und vor allem eine Optik, die für ein Metal Festival perfekter nicht sein könnte. Das Full Force Festival 2022 hatte begonnen. Aber noch nicht so ganz, der Donnerstag wurde durch die Morecore Warm Up Party an der Tent Stage eingeleitet, welche sich über das Wochenende noch als die härteste Bühne des Festivals herausstellen sollte.

Als dann Freitag die Pforten zum gesamten Gelände öffneten begann das Full Force in vollen Zügen! Comeback Kid eröffnete das Festival für uns, dicht gefolgt von Neck Deep, die sich als „the most soft band on this festival“ bezeichneten, aber dennoch eine krasse Show ablieferten. Genau wie Neck Deep war auch Comeback Kid sichtlich nah an den Fans, jetzt wo es wieder geht! Auch wenn beide Bands auf der großen Mad Max MainStage zockten, war der Fankontakt beiden Bands extrem wichtig. Also runter von der Bühne, rein in die Crowd!
Weiter ging es anschließend mit Infected Rain auf der Medusa Stage. Diese Stage sollte sich noch als besonders erweisen, war sie denn nicht nur am See, sondern auch noch schräg an den Strand gebaut mit Sandboden! Moshpits in Seitenlage und im Sand sind auch mal was Anderes!

Zurück an der Mad Max MainStage ging es zu Zeal&Ardor, die wirklich ein ganz anderes Metal Erlebnis darboten, genauso wie die altforderen Pagan Metaler von Equilibrium, die den Strand zum Brennen brachten!

Wie zu Anfang erwähnt wurde die Tent Stage der heimlich „brutalste Ort des Festivals“ – diese Moshpits übertrafen alles Andere! Zum Beispiel bei Landmvrks. Die Franzosen, die zur Zeit von Festival zu Festival hüpfen haben es verstanden die Crowd so mit zunehmen, dass niemand still steht. Die Veranstalter des Full Force mussten am Tag darauf sogar die Absperrungen der Stützpfeiler erhöhen, da bei Landmvrks gefühlt jeder Zweite dort hoch kletterte!

Das große Freitagsfinale war dann Bullet for my Valentine. Und was soll man sagen, Feuer, Laut, Metal! Auch wenn es nicht so voll war, wie man es von einem Headliner gewöhnt ist, so war dieses Konzert doch etwas ganz besonderes. Man hat es gemerkt, die Band, die Crew, die Crowd – alle haben diesen Ort und dieses Gelände gefühlt und in sich aufgesaugt! Dass es nicht so voll wie erwartet war, ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass das Force nicht ausverkauft war. Bei diesem Line Up kaum vorstellbar, dennoch Pandemie und Krieg zeigen ihre Spuren auch im Metal.

Zurück zu etwas schöneren Dingen…Paleface zum Beispiel! Für unsere Crew startete der Samstag mit Paleface auf der kleinsten aller Bühnen, der Backyard Stage. Und was sollen wir sagen: so viel Staub in den Lungen, wie bei Paleface hatten wir gefühlt auf Rock am Ring, Nova Rock und Southside zusammen nicht! Die Schweizer Jungs, die zur Zeit auf Club Tour mit den Hardcore Matadoren von Lionheart sind reißen völligst ab! (Noch) Klein aber Oho, wir wünschen Plaeface nur das Beste für die Zukunft!

Danach gab es etwas Abwechslung mit Moscow Death Brigade und Swiss und die Anderen. Die beiden Acts auf der Medusa Stage brachten den Hip Hop Spirit zum Metal und haben eine krasse Show abgeliefert. Beide Bands haben außerdem den Finger in die Wunde gelegt und einen Appell für Menschlichkeit, Zusammenhalt und gegen Krieg gesetzt. Ganz stark!

Der Samstag Abend lag wieder komplett im Zeichen des Metals! Die Metalcore Giganten von Beartooth um Frontmann Caleb Shomo zeigten, das Beartooth nicht ohne Grund einen Co-Headliner Slot hat! Neben dem was danach kommen sollte, war es bei Beartooth gefühlt am vollsten auf dem gesamten Festival! Nach Beartooth wurde die benachbarte Medusa Stage dann völligst zerlegt. Wir sagen nur Soilwork. Punkt.

Das große Samstagsfinale war bei aller Liebe für alle Headliner das wahre Highlight des gesamten Festivals! The Ghost Inside exklusiv und einmalig in diesem Jahr in Deutschland an diesem warmen Abend auf Ferropolis. Das gigantische Banner fiel und wir hören nur:

I can’t stop screaming these words over againUntil breath escapes and my chest caves inIt doesn’t matter where I’ve been.Can’t give in, and shut downJust breathe in and breathe out and begin…

Da sind sie! Die Jungs auf die wir so lange gewartet haben. Die Jungs, die sich nach ihrem schweren Autounfall lange Zeit zurückgezogen hatten. Frontmann Jonathan betonte es: „We didn’t knew if we would make it as a band, but we made it – and you (die fans) gave us the power to go on! (Gedächnisprotokoll)
Als dann alle noch so eingängigen Songs gespielt waren schließen The Ghost inside mit dem relativ neuen Song Aftermath, ihrer Aufarbeitung mit dem Unfall. Dies ist relativ untypisch, da meist mit einem alten Klassiker geschlossen wird. Nicht so The Ghost Inside. Die Band lässt uns in die Nacht mit den Worten:

What happened to my happy ending? But the beat goes on.

Es ist Sonntag! Es ist Imminence Time! Ein früher Slot für eine aufstrebende Band. Und Leute es war viel zu heiß an diesem Tag, um um 14:45 bei dieser wundervollen Band zu sein. Daher, wir müssen es zugeben, lauschten auch wieder der Band aus kühler Entfernung vom See aus. Später am Tag jedoch kamen Crossfaith aus Japan. Abriss beschreibt es nicht annähernd. Und ihr könnt es euch denken: Tent Stage…. Weiter dann zu den wunderbaren Jungs und Mädels von Venues auf der Backyard Stage, welche die Bürde hatten paralell zu Bury Tommorow zu spielen. Aber das sollte kein Problem für Venues sein, die Crowd hats gefeiert!

In der Folge darauf musste es mal wieder zurück zur Medusa Stage gehen. Cocktail in die Hand und ab in den Sand, es spielen The Rumjacks! Vielleicht nicht so das, was harte Metaler hören, aber dennoch eine super Abwechslung! Vielen gingen währenddessen ins Wasser und übten irische Tänze im kühlen Nass. Das sind Festival Momente!

Nun aber genug damit! Wir nähern uns dem finalen Abend. Es braucht wieder Metal! Knocked Loose – Tent Stage! Stick to your Guns – Mad Max Stage…Anti-Flag – Tent Stage!

Und wäre das nicht genug, wieder Abend geschlossen mit Heaven Shall Burn. Und Burn beschreibt es. Die Mad Max Stage hat gebrannt und zwar volle Kanne, wie bei Mad Max selbst! Wie viel Feuer darf es sein? Heaven Shall Burn: JA!

Ein paar Black Tears verdrücken wir bei den letzten Tönen von Heaven Shall Burn ja schon, denn nun ist es wieder vorbei das einzig wahre Full Force Festival. Wir sagen danke! Danke an das Force Team, dass mit so viel Liebe immer wieder ein einzigartiges Festival auf die Beine stellt! 2023 sind wir wieder dabei. Wir bleiben gespannt aufs Line Up!

Autor und Fotograf: Yannic Bill immer wieder

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