Musik

PEREZ – Die Musik Ist Tot

PEREZ veröffentlichen mit die »Die Musik Ist Tot« die erste Single aus ihrer kommenden »Twentyseven EP«.

Die letzten Monate waren hart – für dich, für mich, für alle. Auch PEREZ haben im Corona-Winter 2020 die Wand angestarrt, wurden träge dabei und hatten dunkelschwarze, zutiefst toxische Gedanken. Einmal mehr liefert das zweiköpfige Kreativkonstrukt aus Texter und MC Jannik Perse und Gitarrist und Produzent Pascal Weick nun ein ungetrübtes Spiegelbild aus der Lebensrealität der sogenannten »Generation Y«, die sich orientierungslos – mit einem Auge auf das Handydisplay, mit dem anderen in eine ungewisse Zukunft blickend zwischen brachialer Melancholie und trotziger Gleichgültigkeit durch erdrückend-unbegrenzte Möglichkeiten, »Es-ist-kompliziert«-Beziehungen und selbstzerstörerische Exzesse windet.

Mit »Die Musik Ist Tot« bringen sie das Gefühlsklima des aktuellen Zeitgeistes treffsicher auf den Punkt – allgemeingültig und dennoch zutiefst persönlich, in einem Moment glasklar und direkt, im nächsten mehr – deutig und verschleiert, kantig und träge und dabei dennoch so verblüffend leichtfüßig. PEREZ grübeln, philosophieren, suchen nach passenden Bildern und werden – dabei kann man ihnen unmittelbar zuhören in bedächtigen, lyrisch hochwertigen Parts und einer stürmisch-wuchtigen Hook fündig. »Die Musik Ist Tot« wiegt wunderbar schwer und reibt auf, ohne in seiner Konsequenz unversöhnlich zu sein. Aber eine Frage wäre da noch: Wer hat behauptet, dass die Zeit alle Wunden heilt?

Bands in Pressetexten zu attestieren, dass sie »mehr« seien »als eine Band«, ist ein alter Hut – das klingt so un-heimlich gewollt, so floskelhaft, so unpräzise und sollte, kurz gesagt, vermieden werden. Problem: PEREZ sind tatsächlich mehr als eine Band, mindestens eine Gang, phasenweise gar eine selbsternannte Patchwork-Bruderschaft, mehr ein Experiment, eine Melange, ein Gefühl, ein Wimmelbild, ein visueller Mindstate, ja, vielleicht sogar ein Movement. PEREZ, das ist die musikgewordene Inkarnation einer Gedankenwelt, die Verbildlichung eines Grundrauschens. PEREZ, das ist – theoretisch wie praktisch – ein komplexes Wechsel-spiel aus kreativen Hoch- und Tiefphasen, das ist inhaltsgeladener Rap, Indie-Pop, Electro-Punk und von Gitarren getragener Post-Hardcore.

PEREZ ist kein Newcomer-Shit und fühlt sich trotzdem neu an. Das Konglomerat ist – personell wie musika-lisch – durch verschiedene Etappen und Extreme gewandelt, hat es ohne Null-auf-Hundert-Hype oder One-Hit-Wonder-Momentum bis auf die Bretter von Rock am Ring geschafft und beinahe vorsätzlich immer dann auf die Bremsen getreten, wenn Glanz und Glamour zum Greifen nah waren.

Die »Twentyseven EP« markiert für Perez die Flucht nach vorn – raus aus einer langen, von Schreibblocka-den, persönlichen Krisen und Orientierungslosigkeit gezeichneten, kreativen Dürreperiode. Wieder einmal sind PEREZ über alle gängigen Genregrenzen erhaben und betreten neues musikalisches Terrain – alles wirkt flächiger, wütender, griffiger, erwachsener. »Twentyseven« ist ein Tanz auf dem Drahtseil, das Resignation und Aufbruch verbindet – auf der Suche nach Hoffnung. Die EP entsteht Track by Track – also vielleicht in genau diesem Moment – und wird dementsprechend auch in fünf Schritten veröffentlicht, was »Twentyse-ven« zu einem bis jetzt nicht vollendeten Experiment macht.

Die EP erscheint im Sommer 2021.

PEREZ
Die Musik Ist Tot

Label: Universal Music
VÖ: 26.02.2021
Genre: Alternativ & Indie, Rap, Indie-Pop, Electro-Punk,
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