Interviews

Das Leben in den Zeiten von Corona, Gespräch mit Barbara Erlenkamp

Interview

Hinter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp steht das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte. Er ist Journalist und Krimiautor. Sie hat bereits in ihrer Schulzeit zusammen mit einer Freundin ihren ersten Roman geschrieben und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar Schulte lebt mit seinen beiden Söhnen seit mehr als 25 Jahren auf dem Land, in der Nähe von Andernach am Rhein.
Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen mo- derne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert in den letzten Wochen?

Unsere Bücher schreiben wir immer zu Hause, das macht also für uns keinen Unterschied, aber wir hätten es noch vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten, dass wir die Recher- chereise an die Ostsee für unseren neuen Roman nicht antreten können. Doch genau das ist passiert. Und natürlich mussten wir auf etliche Leseveranstaltungen verzichten. Jetzt hoffen wir darauf, dass sich die Lage so weit normalisiert, dass auch wieder Lesungen möglich sind. Außerdem haben wir in den letzten Wochen ganz neue Formen der Kommunikation kennen- gelernt: Wir wurden beispielsweise bei einem Fernsehinterview von einem Redakteur interviewt, der seine Fragen per Videoleitung vom heimischen Schreibtisch aus gestellt hat. Und für unser neues Buch wird es Ende des Monats unsere erste Live-Lesung auf Instagram geben.

Wo schreiben Sie aktuell – Schreibtisch, Sofa, Küchentisch, Balkon, Garten?

Wir schreiben immer noch an unseren jeweiligen Schreibtischen in unseren Arbeitszimmern – daran hat sich auch in Corona-Zeiten nichts geändert.

Wer leistet Ihnen zu Hause Gesellschaft?

Als Autorenduo arbeiten wir ja schon einmal zu zweit. Aber wir haben auch noch zwei Söhne, die uns Gesellschaft leisten.

Welche Schutzmaßnahme fällt Ihnen überraschend leicht?

Der Verzicht auf viele regelmäßige Termine, die normalerweise unsere Woche füllen. So schrecklich die ganze Situation ist, sie hat unseren Alltag doch enorm entschleunigt. Mittlerweile fragen wir uns tatsächlich, ob wirklich jeder Abend in der Woche mit einem „externen“ Termin gefüllt sein muss.

Und was fehlt Ihnen am meisten oder wofür brauchen Sie am meisten Disziplin?

Am meisten fehlt uns der spontane Besuch bei Freunden, der Milchkaffee in unserer Lieblingsbuchhandlung, die gleichzeitig auch Kaffee und Kuchen anbietet, und ein gemeinsames Abendessen zu zweit in einem unserer Lieblingsrestaurants.

Was hilft, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt? Haben Sie einen Tipp?

Rausgehen, Frischluft tanken und die Frühlingssonne genießen.

Wovon haben Sie Vorräte angelegt?

Wir haben überhaupt keine Vorräte angelegt. Da wir außerhalb der Stadt in einer alten renovierten Scheune wohnen, haben wir uns seit Jahren angewöhnt, immer für eine gute Woche einzukaufen.

Wie viele Rollen Klopapier besitzen Sie aktuell?

Es sind genau acht Stück. Die aktuelle Packung, die wir letzte Woche gekauft haben

Was ist die richtige Lektüre, um die nächsten Wochen zu überstehen?

An dieser Stelle müssen wir natürlich unser aktuelles Buch „Frühlingsglück im kleinen Café an der Mühle“ erwähnen. Wir wollen ja mit unseren Büchern Wohlfühlromane schreiben, und die passen doch hervorragend in die aktuelle Zeit.

Welches Kinderbuch empfehlen Sie, wenn der Vorlesestoff demnächst ausgeht?

Als unsere Söhne noch kleiner waren, haben wir ihnen regelmäßig vorgelesen. Nicht nur die neuen Kinderbücher, sondern auch aus unseren eigenen Lieblingsbüchern von früher. Zum Beispiel „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ von Boy Lornsen oder „Komet im Mumintal“ von Tove Jansson.

Warum lohnt es sich, Ihr aktuelles Buch zu lesen?

Weil es lustig, romantisch und unterhaltsam ist. Oder kennen Sie irgendein anderes Buch, in dem der „Lattenlurch“ eine wichtige Rolle spielt?

Welches Buch lesen Sie selbst gerade?

Andreas: Jeffery Deaver, Der Todbringer Christine: Cathy Kelly, Past Secrets

Was möchten Sie dem Buchhandel zum Durchhalten mitgeben?

Wir freuen uns über jede Buchhandlung, die diese Zeit durchgestanden hat. Nirgendwo sonst kann man Bücher anfassen, erleben und hautnah kennenlernen. Ihr seid toll!

Welchen Lieblingsbuchhändler/Lieblingsbuchhändlerin möchten Sie an dieser Stelle besonders grüßen?

Klare Antwort: Nicole Anker, Inhaberin der Buchhandlung AnkerBuch in Andernach, wo unsere Bücher (und auch Andreas’ Krimis) Premiere gefeiert haben, und wo man wundervolle selbst gebackene Kuchen und herrlichen Milchkaffee genießen kann.

Interview © Bastei Lübbe

Bild © C. Schulte

Barbara Erlenkamp – Frühlingsglück im kleinen Café an der Mühle
Genre: Feel-Good-Roman
Verlag: BE
ISBN: 978-3-7413-0155-1
Veröffentlichung: 28.04.2020
Preis: 9,90 €
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