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Das Leben in den Zeiten von Corona… Gespräch mit Nina Ohlandt

Interview

Nina Ohlandt wurde in Wuppertal geboren, wuchs in Karlsruhe auf und machte in Paris eine Ausbil- dung zur Sprachlehrerin, daneben schrieb sie ihr erstes Kinderbuch. Später arbeitete sie als Über- setzerin, Sprachlehrerin und Marktforscherin, bis sie zuihrer wahren Berufung zurückfand: dem Kri- mischreiben im Land zwischen den Meeren, dem Land ihrer Vorfahren.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert in den letzten Wochen?

Ich gehe seltener nach draußen, habe vorsichtshalber einen Arzttermin abgesagt(Augen- arzt), koche mit mehr Raffinesse, weil dazu jetzt viel mehr Zeit ist, kann endlich meine Wohnung neu gestalten. Ich telefoniere häufiger. Mein Alltag entschleunigt sich, was ich durchaus als positiv empfinde.

Wo schreiben Sie aktuell – Schreibtisch, Sofa, Küchentisch, Balkon, Garten?

Dort, wo ich immer schreibe – an meinem Schreibtisch.

Wer leistet Ihnen zu Hause Gesellschaft?

Die Figuren aus dem neuesten Krimi, an dem ich gerade arbeite.

Welche Schutzmaßnahme fällt Ihnen überraschend leicht?

Anstatt Freunde zu treffen, telefonieren wir jetzt, führen lange und intensive Gespräche, die bis zu einem gewissen Grad den persönlichen Kontakt ersetzen. Für eine begrenzte Zeit ist das auszuhalten.

Und was fehlt Ihnen am meisten oder wofür brauchen Sie am meisten Disziplin?

Keine langen Spaziergänge machen und nicht an die Nordsee zu fahren können.

Was hilft, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt? Haben Sie einen Tipp?

Mit lieben Menschen telefonieren, Musik hören, mich in meine neueste Geschichte ver- senken, meditieren.

Wovon haben Sie Vorräte angelegt?

Ein paar wenige Konservendosen, aber auch nicht in großen Mengen. Da ich noch einen riesigen Stapel ungelesener Bücher besitze, bin ich für Wochen mit Lesestoff versorgt.

Wie viele Rollen Klopapier besitzen Sie aktuell?

Circa 14. Ich kaufe normalerweise viermal jährlich Klopapier, und dann generell die größte Packung, um nicht gleich wieder Nachschub zu brauchen. Meinen Vorrat hatte ich zum Glück bereits kurz vor den Hamsterkäufen gekauft.

Was ist die richtige Lektüre, um die nächsten Wochen zu überstehen?

Spannungsbücher (das lenkt wunderbar ab) oder heitere Geschichten.

Welches Kinderbuch empfehlen Sie, wenn der Vorlesestoff demnächst ausgeht?

Ich empfehle immer sehr gern die zauberhaften, klugen, witzigen Bücher von Christine Nöstlinger, da ist für jede Altersstufe etwas dabei (Geschichten vom Franz, Der Zwerg im Ohr, Man nennt mich Ameisenbär … ja, und alle anderen auch.)

Auch Kirsten Boie hat wunderbare Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die manimmer wieder lesen kann.

Warum lohnt es sich, Ihr aktuelles Buch zu lesen?

Es spielt auf Sylt, wo man ja gerade nicht hinfahren kann, und bringt neben viel Spannung auch Urlaubsfeeling rüber.

Was möchten Sie dem Buchhandel zum Durchhalten mitgeben?

Außer einigen nichtssagenden Lebensweisheiten fällt mir, ehrlich gesagt, nicht viel dazu ein. Außer: Lasst uns optimistisch bleiben, immerhin scheint sich die Infektionsrateallmäh- lich zu verlangsamen. Und ich träume davon, dass ausgehungerte Leser die Buchhand- lungen stürmen, sobald sie wieder geöffnet sind …

Welchen Lieblingsbuchhändler/Lieblingsbuchhändlerin möchte Sie an dieser Stelle besonders grüßen?

Ich grüße ganz herzlich die Wyker Buchhandlung und hoffe, sie kommen gut durch diese schweren Zeiten!

Interview © Bastei Lübbe

Bild © © Andrea Schönwandt

Das aktuelle Buch: „Schweigende See“

Nina Ohlandt – Schweigende See
Genre: Krimi
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17936-7
Veröffentlichung: 27.03.2020
Preis: 10,00 €
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