Interviews

Gespräch mit Aris Guzmann über die vegane, karibische Küche

Sie sind in der Dominikanischen Republik aufgewachsen und leben heute in der Schweiz. Was hat Sie denn nach Europa geführt?

Aris Guzman: Das war meine Mutter. Sie kam nach Europa als mein Großvater starb. Wir kamen nicht gerade aus reichen Verhältnissen.

Ihre Großmutter Tina war eine perfekte Köchin. Haben Sie von ihr die Begeisterung fürs Kochen geerbt?

Aris Guzman: Das habe ich auf jeden Fall. Meine Großmutter steckte immer viel Liebe und Hingabe in ihre Gerichte. Sie ging jeden Morgen auf den Markt und besorgte die Zutaten für den Tag. Sie freute sich immer darüber, wenn uns das Essen schmeckte. Das habe ich auf jeden Fall von ihr gelernt.

Vegane Küche liegt im Trend. Seit wann ernähren Sie sich denn vegan und warum?

Aris Guzman: Ich muss gestehen, dass ich in der Vergangenheit immer viel Fleisch gegessen habe und es teilweise auch zelebriert habe. Meine Mutter und ihr Partner arbeiteten in einer Metzgerei/Charcutterie. Fleisch hatten wir im Überfluss. Eines Tages beim Zubereiten eines Fleischgerichts, hinterfragte ich meinen Fleischkonsum und beschloss mich intensiver darüber zu informieren. Ich hatte damals keine Ahnung, dass der Fleischkonsum einen großen Einfluss auf das Klima hat, über die Bedingungen in Schlachthäuser oder die Tierhaltung. Ich konnte es für mich nicht länger verantworten und beschloss, mich von nun vegan zu ernähren.

Sie können nicht nur gut kochen, sondern wurden als Küchenchefin für den „Best of Swiss Gastro“ nominiert. Diesen Sommer wurden ihre pop-ups für den „Swiss Vegan Award 2020“ nominiert. Wie fühlen sie sich?

Aris Guzman: Ich freue mich natürlich immer sehr über die Anerkennung. Man investiert sehr viel Arbeit und Zeit, es ist schön, wenn das geschätzt wird.

Was zeichnet die karibische Küche Ihrer Meinung besonders aus?

Aris Guzman: In der Karibik wird besonders auf die Würze und den Geschmack wertgelegt. Für nahezu jedes Gericht werden viele Gewürze verwendet, oder zumindest Würzpasten und Marinaden verwendet. Zum Schluss muss es einfach schmecken.

Sie leiten ihre eigene Firma, organisieren Caterings und unterrichten Kochkurse. Welche Gerichte lieben Ihre Kunden oder Kursteilnehmer denn am meisten?

Aris Guzman: Schwer zu sagen. Aber ich denke die Bammies kommen immer gut an, weil es einen besonderen Geschmack und eine angenehme Textur hat, zudem kombiniere ich die Maniokküchlein, die in Kokosmilch eingelegt werden, mit süß-sauren Komponenten und scharfen Chili Salsa. Doch auch der Tres Leches Kuchen und das Erdnuss-Bananenbrot begeistern immer alle.

Soeben ist das erste Kochbuch von Ihnen erschienen. Wie kam denn die Idee zum Buch?

Aris Guzman: Es war schon immer ein Wunsch von mir gewesen ein Kochbuch zu schreiben. Vor zwei Jahren beschloss ich daraus Ernst zu machen. Ich wollte ein authentisches Buch und habe mich für die karibische Küche entschieden.

Haben Sie eigentlich ein persönliches Leibgericht und ist das auch in Ihrem Buch enthalten?

Aris Guzman: Eindeutig Bammies und Mangú. Mangú besteht aus zerstampften Kochbananen, Knoblauch, etwas Öl und wird mit eingelegten Zwiebeln serviert. Zum Frühstück oder als Beilage zu Gemüse passt es wunderbar. Es ist einfach zu zubereiten und ist so köstlich.

ARIS GUZMAN ist in der Dominikanischen Republik aufgewachsen. Sie kam als Teenager in die Schweiz und ergriff hier den Kochberuf. Die Autorin lebt seit 10 Jahren vegan und hat sich in dieser Zeit aus- und weitergebildet und in bekannten veganen Restaurants als Küchenchefin/Betriebsleiterin gearbeitet.

ARIS GUZMAN – Karibisch vegan
Genre: Kochbuch
Verlag: FONA Verlag
ISBN: 978-3-03780-678-4
Veröffentlichung: November 2020
Preis: 28,00 €
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