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Das Leben in den Zeiten von Corona – Gespräch mit Ulf Schiewe

Interview

Ulf Schiewe wurde 1947 im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der französischen Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert in den letzten Wochen?

Physisch wenig, da weder meine Frau noch ich einem externen Brotberuf nachgehen. Wir haben einen Garten und können am Starnberger See spazieren gehen, sind also nicht einge- sperrt. Nur dass wir unsere Enkelkinder nicht in den Arm nehmen können und uns vor dem Supermarkt fürchten. Obwohl unsere Tochter mit Einkäufen aushilft. Aber emotional belastet einen das Bedrohliche dieser Epidemie schon. Man kann kaum an etwas Anderes denken.

Wo schreiben Sie aktuell – Schreibtisch, Sofa, Küchentisch, Balkon, Garten?

Am Schreibtisch in meinem kleinen Arbeitszimmer.

Wer leistet Ihnen zu Hause Gesellschaft?

Meine Frau. Wir sind seit 45 Jahren verheiratet und verstehen uns bestens. Mit dem Kochen wechseln wir uns ab.

Welche Schutzmaßnahme fällt Ihnen überraschend leicht?

Das Abstandhalten empfinde ich nicht als Schwierigkeit. Außer bei den Kindern. Die möchte man doch schon gern ab und zu knuddeln.

Und was fehlt Ihnen am meisten oder wofür brauchen Sie am meisten Disziplin?

Eigentlich nichts.

Was hilft, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt? Haben Sie einen Tipp?

Sport ist gut. Bewegung. Joggen, Spazierengehen, Radfahren. Oder auch Gymnastik zu Hause. Wir versuchen, uns fit zu halten.

Wovon haben Sie Vorräte angelegt?

Nicht viele. Aber einiges an Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte. Ein paar Dosen Gemüse. Haltbares eben. Aber keine großen Mengen.

Wie viele Rollen Klopapier besitzen Sie aktuell?

Noch vier. Meine Frau ist gerade gegangen, um mehr zu besorgen. Unsere Tochter hat im

Internet bestellt und sich bei der Menge geirrt. Daraufhin ist eine ganze Palette angekommen. Ich denke, nun hat sie trotz Mann und vier Kinder für den ganzen Sommer genug. ☺

Was ist die richtige Lektüre, um die nächsten Wochen zu überstehen?

Ach herrjeh! Alles Mögliche. Vielleicht etwas Leichtes, etwas, das einen in eine andere Welt entführt, ein spannendes Abenteuer. „Die Kinder von Nebra“ zum Beispiel. ☺

Welches Kinderbuch empfehlen Sie, wenn der Vorlesestoff demnächst ausgeht?

Bei unseren Enkelkindern bin ich der Vorleser, wenn es sich ergibt. Die Eltern kaufen ihnen moderne Kindergeschichten. Ich halte mich an die Klassiker – Grimms Märchen, Andersens Märchen.

Warum lohnt es sich, Ihr aktuelles Buch zu lesen?

Weil es spannend ist. Weil es eine mutige, interessante Frau als Hauptfigur hat. Auch andere coole Typen. Weil es vom grauen Alltag ablenkt und weil man sogar etwas dabei lernt.

Welches Buch lesen Sie selbst gerade?

Ich lese den neuesten John Grisham. Und demnächst den dritten Teil der Hilary Mantel Trilogie über Cromwell. Ach, und „Black Out“ habe ich auch kürzlich beendet. Der Thriller passt irgend- wie zur Coronakrise.

Was möchten Sie dem Buchhandel zum Durchhalten mitgeben?

Ich habe mich entschlossen, nur noch bei unserem Buchhändler zu bestellen. Der liefert frei Haus.

Welchen Lieblingsbuchhändler/Lieblingsbuchhändlerin möchten Sie an dieser Stelle besonders grüßen?

Wir haben zwei Buchhändler bei uns in Tutzing. Das ist die Buchhandlung Held und die Buch- handlung Eselsohr, die von zwei netten Damen geführt wird. Ich wünsche ihnen, dass sie durchhalten. Wir werden bestellen, soweit es geht. Und bessere Zeiten kommen bestimmt wieder.

Interview © Bastei Lübbe

Bild © björn marquart (www. fotomarquart.de)

Das aktuelle Buch: Die Kinder von Nebra

Ulf Schiewe – Die Kinder von Nebra
Genre: Historische Romane
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2675-4
Veröffentlichung: 27.03.2020
Preis: 24,00 €
Amazon: Bei Amazon kaufen
iTunes: Bei iTunes kaufen

 

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