Sonntag 1. März 2026

🎧 „Zwischen Euphorie und Melancholie – Walking On Rivers über OK City, Zukunftspläne und ihren ganz eigenen Sound“ 🌆

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Mit „OK City Sun“ veröffentlichen Walking On Rivers am 16. Mai 2025 ihre neue Single – und sie klingt nach Sonne, Sehnsucht und Neuanfang. Das Duo aus Dortmund war für die Aufnahmen in den USA unterwegs, hat sich mit Produzent Sven Ludwig zusammengetan – und bringt nun einen sommerlich-leichten Indie-Hit mit Tiefgang heraus.

Im Gespräch mit CityGuide Rhein-Neckar blicken David Laudage auf diese Reise zurück, sprechen über musikalische Veränderungen und wagen einen Blick auf ihr kommendes Debütalbum „Bright Screen, Red Eyes, Science Fiction“.

🎙️ Interviewfragen an Walking On Rivers

Eure neue Single „OK City Sun“ klingt nach Roadtrip, Fernweh und einem Hauch Wehmut – wie war es, diesen Song in Oklahoma City zu schreiben und aufzunehmen?

Den Song in OKC zu schreiben war eine sehr besondere und auch tolle Erfahrung für uns. Wir sind zwar mit schon bestehenden Demos in die USA gereist, allerdings wollten wir auch explizit vor Ort was schreiben. Dabei ist dann „OK City Sun“ entstanden – ein Song der den ganzen Trip nach OKC und die damit verbundene neue Herausforderung als Duo zu agieren behandelt. 

Die Zeile „I’m feeling blue far away from home“ wirkt sehr persönlich – wie viel von euren eigenen Emotionen steckt in diesem Song?

Der Song ist tatsächlich sehr persönlich für uns geworden. Obwohl der Trip in die USA der absolute Hammer war, begleitete uns trotzdem eine Art Melancholie auf der Reise. Zu der Zeit hatten wir uns ganz frisch dazu entschieden, zu zweit weiterzumachen. Wir blickten also auf eine schöne Vergangenheit der Band mit ganz vielen Erinnerungen zurück und gleichzeitig in eine ungewisse Zukunft. 

Wie war es, als Duo statt Trio weiterzumachen – was hat sich in eurer Arbeitsweise dadurch verändert?

Der Schritt war ehrlicherweise alles andere als leicht für uns und eine Entscheidung, die wir auch zu dritt getroffen haben. Es ist schon eine riesige Herausforderung den Workload von drei Leuten auf zwei Leute zu verteilen. Zu zweit ist es definitiv leichter Entscheidungen jeglicher Art zu treffen – sei es musikalisch oder auch organisatorisch. Dadurch gehen manche Sachen auch schneller. Allerdings lastet nun sowohl die kreative als auch die sonstige Bandarbeit jetzt auf zwei Schultern und nicht auf drei, was manchmal schon stressig werden kann. Aber bisher klappt alles wunderbar 🙂 

In „OK City Sun“ schwingt eine Mischung aus Euphorie und Unsicherheit mit. War diese Stimmung auch während eures USA-Aufenthalts spürbar?

Das trifft es genau auf den Kopf. Einerseits war da diese unglaubliche Euphorie während unserer Zeit in OKC – der Aufbruch ins Unbekannte, mit der eigenen Musik in die USA reisen, um an neuem Material zu arbeiten. Das ist ja genau das, wovon man schon immer geträumt hat. Auf der anderen Seite konnten wir da auch eine Unsicherheit spüren – schaffen wir das zu zweit? Werden die neuen Songs gut? Diesen Zwiespalt haben wir versucht im Song zu verarbeiten. 

Was hat euch dazu bewogen, genau diesen Song als zweite Single eures Debütalbums zu wählen?

„Missing Melodies“ war der erste Song, den wir in OKC für die neue Platte aufgenommen haben. Deswegen wollten wir ihn auch als erste Single rausbringen – als Aufmacher wenn man so will. Jetzt kommt mit „OK City Sun“ ein weiterer Track, der in den USA entstanden ist und wir lieben ihn sehr! 

Euer kommendes Album trägt den spannenden Titel „Bright Screen, Red Eyes, Science Fiction“ – was können wir musikalisch und inhaltlich erwarten?

Musikalisch knüpft der Sound schon an unsere letzte „Time To Lose Control“ EP an, die wir auch schon mit Sven Ludwig zusammen produziert haben. Allerdings haben wir manche Arrangements dieses Mal bewusst etwas reduzierter gehalten und sind hier und da auch experimenteller unterwegs. Thematisch ist die Platte oft sehr persönlich mit teils sehr emotionalen Momenten. In einer Zeit, in der alle Menschen nur noch alleine vor ihren Bildschirmen hängen, war es uns ein Anliegen die zwischenmenschlichen Momente und Emotionen zu verarbeiten, die in einer durchtechnologisierten Welt gefühlt oft zu kurz kommen. 

Euer Sound wirkt sehr international. Habt ihr musikalische Vorbilder oder Artists, die euch besonders geprägt haben?

Diese Liste könnte jetzt unendlich lang werden und hat sich über die Jahre mit Sicherheit auch verändert. Wir können glaube ich generell sagen, dass wir beide in unserem Leben überwiegend englischsprachige Musik gehört haben. Generell glauben wir auch, das der eigene Output immer auch ein Stück weit ein Produkt dessen ist, was man selbst auch konsumiert – das passiert ganz natürlich und unbewusst. Um mal ein paar Artists im Indie/Alternative Bereich zu nennen, die wir lieben: Fleet Foxes, Bon Iver, The National, Ry X Father John Misty, Jungle, Alt-J, Local Natives usw. 

Das Musikvideo zu „OK City Sun“ wirkt fast wie ein kleines Reisetagebuch – wie wichtig ist euch Authentizität in eurer Außendarstellung?

Der Song erzählt ja genau das, was wir vor Ort erlebt haben. Es ist immer super, wenn man eine Geschichte authentisch auch mit Bildern erzählen kann. Bei „Ok City Sun“ bekommt man direkte Einblicke in den Trip – das macht das ganze super nahbar und bereichert die Kunst, die wir machen. Das Video besteht bis auf die Performance Shots ausschließlich aus Handyfootage, die wir vor Ort ohne große Hintergedanken gedreht haben. Erst als wir zu Hause waren und uns über Musikvideos Gedanken gemacht haben, haben wir das Material zusammen mit unseren guten Freund und Videographen Stephan Fröhlich gesichtet und ein Video zusammengeschnitten. Das wurde dann noch für den analogen Look auf VHS überspielt.

Durch das Video gewinnt der Song für uns noch viel mehr an Bedeutung. Der ganze Trip und die Erinnerungen sind für immer in der Footage konserviert. 

Was bedeutet euch die anstehende Tour im Oktober – und auf welchen Moment freut ihr euch besonders?

Wir freuen uns vor allem darauf endlich wieder auf der Bühne zu stehen und das zu teilen, woran wir so lange gearbeitet haben. Neue Songs spielen, die Energie im Raum zu spüren und in glückliche Gesichter zu blicken. Nach Monaten im Studio ist es an der Zeit, das Material auch vor Publikum aufzuführen und ein direktes Feedback zu erhalten. Das ist immer das schönste am live spielen. 

Wenn ihr auf die letzten Monate zurückblickt – was war bisher der schönste, vielleicht auch überraschendste Moment auf dieser neuen Reise als Duo?

Es ist schwer einen einzelnen Moment herauszupicken. Allerdings ist es sehr schön zu sehen, dass die Leute sich weiterhin auf neues Material von uns freuen, wenn auch in „neuem“ Format. Außerdem ist der ganze Trip nach Oklahoma City als Startschuss für die neue Platte schon eine verrückte Nummer gewesen, die wir froh sind gemacht zu haben! 🙂

🙏 Danke, Walking On Rivers!

Lieber David,

herzlichen Dank für das spannende, ehrliche und mitreißende Interview. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut, Mut und Neugier ihr euch auf neue Wege begebt – und dabei euren ganz eigenen Sound entwickelt habt.

Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg, kreative Höhenflüge und ein begeistertes Publikum auf eurer Tour!

Wir freuen uns auf alles, was von euch noch kommt. 💛 CK 

Walking On Rivers – Bild © Thilo Rohländer

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