Mit sanftem Dark Pop, ehrlichen Texten und ihrer warmen, ruhigen Stimme schafft borlinghaus auf ihrer selbstbetitelten Debüt-EP einen intimen Raum, in dem Gefühle nicht nur erlaubt, sondern willkommen sind. Nach gefeierten Vorab-Singles und einem ausverkauften Konzert im Berliner Prachtwerk erscheint ihre EP am 27.06.2025 – ein stilles, starkes Statement gegen emotionale Taubheit.
Wir haben mit borlinghaus über Musik als emotionalen Zufluchtsort, künstlerische Entwicklung und ihren ganz eigenen Sound gesprochen.
🎤 10 Fragen an borlinghaus
Deine Debüt-EP erscheint bald – wie fühlt es sich an, diese ersten Songs jetzt als Gesamtwerk in die Welt zu geben?
Es fühlt sich total richtig an. Diese Songs müssen unbedingt raus in die Welt! 🙂
In deinen Texten schwingt viel Verletzlichkeit mit. Woher nimmst du den Mut, so ehrlich über Schmerz, Angst und Sehnsucht zu schreiben?
Musik hat mich schon immer aufgefangen, wenn es mir nicht gut ging. Ich möchte auch anderen Menschen mit meinen Songs ein Ventil für ihre Emotionen anbieten und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind. Wir alle kennen “negative” Gefühle und wie einen das überrennen kann und ich glaube es hilft sehr, wenn wir mehr darüber sprechen und in meinem Fall singen.
„Lieber Tränen als ein taubes Herz“ ist eine starke Zeile – was steckt für dich persönlich hinter diesem Satz?
Mit dieser Zeile gebe ich mir selbst total viel Mut. Beim Schreiben des Songs “Alles Lügen”, in dem diese Zeile vorkommt, wollte ich zunächst vor allem mir selbst klar machen, dass es okay ist, viel zu fühlen und auch oft traurig zu sein. Und dass ich stark genug bin, da durch zu gehen, um dann auch wieder leicht und froh sein zu können und ein bisschen darüber zu schmunzeln (“Das sind doch alles nur Lügen”). Außerdem finde ich, dass es bei all dem Leid, was gerade zur Zeit auch in der Welt passiert, so wichtig ist, sensibel und weich zu bleiben. Emotional taub zu werden finde ich sehr gefährlich für unsere Gesellschaft.
Deine Musik vereint düstere Klangflächen mit warmen Gitarren und tiefen Bässen. Wie hast du deinen ganz eigenen Sound gefunden?
Ich habe schon in vielen Bands gespielt, meine Songs geschrieben habe ich, bis vor 2 Jahren, aber immer ganz alleine am Klavier. Als ich dann anfing, auch im Team zu schreiben und mit einem oder einer Produzent*in im Raum, der/die alles schnell umsetzen konnte, gingen für mich ganz neue Möglichkeiten auf. Das Songwriting wurde noch viel facettenreicher und die Texte entstanden schneller, direkt mit der Produktion verbunden. Ich wollte leise und intim singen und trotzdem Ecken und Kanten in der Musik haben. Und einen Mix aus elektronischen und akustischen Elementen. Mit diesem Wunsch ist “Denk an dich” entstanden und ich habs auf Anhieb geliebt.
Welche Rolle spielen Künstler:innen wie Birdy oder andere musikalische Vorbilder heute noch für dich?
Sie spielen auf jeden Fall weniger eine Rolle als früher. Jetzt ist es mir wichtiger, in mich reinzuhören, was ich sagen will und welche Themen mich gerade beschäftigen. Ich möchte jetzt nicht mehr so viel nachmachen und von diesen Vorbildern lernen wie früher, sondern bin gerade jetzt, am Anfang meines neuen Projekts, eher auf der Suche danach, wie ich sein und wirken will.
Die EP wirkt wie ein Rückzugsort – ein musikalischer „Safe Space“. War das von Anfang an deine Intention oder hat sich das im Entstehungsprozess entwickelt?
Das hat sich entwickelt, ohne dass ich es wollte. Durch die Musikvideo-Idee zu “Denk an dich”, in dem ich in meinem eigenen kleinen Raum sitze, wurde mir klar, wie passend das auch für die anderen Songs ist. Genau das möchte ich schaffen: Einen eigenen geschützten Raum, in dem alle Gefühle erlaubt sind.
Was war für dich der bewegendste oder überraschendste Moment während der Arbeit an der EP?
“Alles Lügen” habe ich bei einem eigenen Songwriting Camp in Südfrankreich zusammen mit zwei ganz tollen Musiker*innen (Johannes Ellerbrock, Mira Lu Kovacs) geschrieben. Direkt am ersten Camp-Tag, an dem wir uns noch gar nicht alle richtig kannten, ist “Alles Lügen” entstanden und ich erinnere mich noch genau daran, wie wir den abends zusammen angehört haben. Ich war so überrascht und stolz auf das, was wir da gerade in den letzten paar Stunden gemacht haben.
Mit Auftritten u. a. im Berliner Prachtwerk konntest du dein Publikum schon live in deinen Bann ziehen – wie wichtig ist dir der direkte Kontakt zu den Zuhörer:innen?
Das ist mir super wichtig. Ich würde gerne noch mehr Austausch mit meinen Zuhörer*innen haben, gerade auch auf Social Media, und mit mehr Live-Konzerten. Ich möchte gerne wissen, was meine Hörer*innen bewegt und was sie sich wünschen.
Was dürfen wir in Zukunft von borlinghaus erwarten – neue Songs, Konzerte, vielleicht sogar ein Album?
Auf jeden Fall eine neue Single im Herbst. Und als nächstes spiele ich ein Konzert im Lindenpark in Potsdam am 16. August.
Wenn jemand deine EP hört und danach einen Gedanken oder ein Gefühl mitnimmt – was wünschst du dir, dass es ist?
Ausatmen. Träumen. Sich selbst lieb haben und Gefühle zulassen.

borlinghaus
borlinghaus
Label: Motor Entertainment
VÖ: 27.06.2025
Genre: Pop
Bei iTunes kaufen
💬 Danke, borlinghaus!
Vielen herzlichen Dank an borlinghaus für dieses ehrliche und berührende Gespräch. Wir wünschen dir von Herzen alles Gute für den Release deiner EP, viele offene Ohren und noch mehr offene Herzen auf deinem musikalischen Weg.
Wir freuen uns auf alles, was kommt – und darauf, noch lange in deinem musikalischen „Safe Space“ verweilen zu dürfen.
Alles Liebe und bis bald! 💫 Das Redaktionsteam von CityGuide Rhein-Main-Neckar-Pfalz //CK
Titelbild © Amélie Siegmund



