Mittwoch 28. Januar 2026

Musikalisches Comeback: Tinted House kündigen neues Album an!

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Tinted House ist erstaunlicherweise eine Dresdner Band. Ihr Sound lässt das eher nicht vermuten und tatsächlich haben sich die Mitglieder, neben ein paar gebürtigen Dresdnern, aus England und den USA über verschiedene musikalische Stationen in ihr zusammengefunden. Ihr Debütalbum „Heavens“ (2021) ließ sich noch relativ klar beschreiben als Psychedelic Dream Pop. „Heartbeat-Shake“, ihr zweites Album, geht stattdessen in einfach alle Richtungen. Man hört Spuren von 60ies Pop, Psych, Folk, Jazz und Krautrock, denkt mal an Mazzy Star, an Khruangbin, Yo La Tengo, The Velvet Underground und ungefähr 100 weitere Querverweise, solange bis „Heartbeat-Shake“ einfach zu etwas ganz Eigenem geworden ist. 

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Carina Hajeks Stimme bildet den Anker in dieser kaleidoskopischen Vielfalt. Ihre großartigen Erzählungen und die in dunklem Samt schimmernde Stimme sind das Herzstück der Band. Die in Belgien geborene Amerikanerin hat in New York Kunst und Musik studiert und lebt seit einigen Jahren in Dresden. Bei den intensiven, unberechenbaren Liveshows ist sie eine umwerfende Performerin, die gern mit einem Stapel Bücher auf die Bühne geht und während der Songs Gedichte rezitiert. („I love books, poetry and having books on stage with me makes me happy, like having friends at my side. I can trust them, I can be surprised by them.“)

„Living under same roof but leading different lives“ beschriebt die Band die Songs des neuen Albums, das sich ganz bewusst keine Grenzen setzt und wild die verschiedensten Aufnahmetechniken miteinander kombiniert: live-im-Studio Spiel mit Aufnahmen auf alten 4-track Rekordern, Kontakt-Mikrofone mit field recordings, edle Kondensator-Mikros mit Direkt Input-Gitarren. Klar ist, dass der Studioprozess und das Songwriting auf „Heartbeat-Shake“ Hand in Hand gehen und Songs immer wieder neu gefasst werden, was einen ziemlich einzigartigen Sound ergibt, der LoFi anmutet und sich plötzlich in epische Weiten dehnt, der mal samtweich und mal wie aus einem kleinen Küchenradio klingen kann. 

Ähnlich grenzenlos ist auch die Wahl der Instrumente, die neben der klassischen Bandbesetzung auch Programming & Loops, alte E-Drums, schwebende Klarinetten (im wunderschönen „Dizzy“) und viele, viele Vintage-Keyboards einbezieht, in „Sneaky Kid“ Platz für ein brachial feedbackendes Gitarrensolo macht, um im abschließenden „Throw It Down“ einfach ganz lässig live im Studio zu rumpeln. Oft aber sind es solche Experimente, die im Arrangement den Song für die Band öffnen. Das kann wie in „Don‘t Say I Never Gave You Nothing“ ein kurzer analoger Tape Loop einer präparierten Gitarre sein, der plötzlich zur Basis eines Songs wird: „I think we just want to achieve something that feels like us, whatever that is, even if it means we have to rediscover the wheel for ourselves“, beschriebt Carina Hayek den Prozess.

Auf musikalischer Ebene sind neben dem Engländer Richard Elms am Bass und dem Dresdner Schlagzeuger und bildenden Künstler Matthias Günther vor allem der Gitarrist und Produzent Johannes Till und der Keyboarder Ludwig Bauer die kreativen Motoren dieser Band. Die beiden waren als Gastmusiker auf vielen Songs der letzten Alben von Wayne Graham zu hören. Gitarrist Johannes Till, der auch Geräte zur analogen Klangerzeugung erfindet und baut und Musik für Tanz und Theater komponiert, spielt daneben Bass in der experimentellen Countryband The Gentle Lurch. Ludwig Bauer, der hier primär Tasteninstrumente spielt, war lange festes Mitglied in Woods of Birnam und Polarkreis 18, arrangiert oft Bläser und Streicher (unter anderem für das Garda-Album „ODDS“) und steuert Ideen zu dem elektronischen Projekt qrauer bei.

Tinted House live 

29.09.  Kaschel – Kaschelust Festival

05.09.  Dresden – Chemiefabrik 

07.09.  Berlin – Kulturhaus Insel 

31.10.  Prag (CZ) – Klubnova

Weitere Informationen:

https://www.tinted-house.com

https://www.instagram.com/tintedhouse

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