Samstag 28. Februar 2026

Wüstensand trifft Prog-Metal – Slomosa und Mastodon in der Batschkapp Frankfurt

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Frankfurts Batschkapp bebte am 13. August 2025 – und das lag nicht nur an den sommerlichen Temperaturen draußen, sondern vor allem an der Hitze, die drinnen auf der Bühne entfacht wurde. Als Vorband traten die norwegischen Stoner-Rocker Slomosa an, bevor Mastodon als Headliner die Halle in ein episches Metal-Epos verwandelten.

Slomosa – Fjorde, Fuzz und warme Wüstenluft
Pünktlich um 20 Uhr ging das Licht aus, und Slomosa legten los wie eine Welle aus schwerem, warmem Wüstenwind. Mit „Cabin Fever“ eröffneten sie ihr Set – fett groovende Riffs, ein hypnotischer Bass und die charakteristische, lässige Stimme von Frontmann Benjamin Berdous. Es folgten „Rice“ und „In My Mind’s Desert“, die das Publikum sanft, aber bestimmt in eine musikalische Trance versetzten.

Mit „Battling Guns“ und „Red Thundra“ schoben Slomosa das Tempo leicht an, ohne ihre stoische Coolness zu verlieren. Der Sound war satt, klar und druckvoll – genau das, was ein Stoner-Rock-Herz begehrt. Spätestens bei „There Is Nothing New Under the Sun“ wippten auch die letzten Skeptiker im Takt, und „Kevin“ brachte ein breites Grinsen in die Menge. Abgeschlossen wurde das Set mit dem treibenden „Horses“, das wie ein staubiger Roadtrip bei Sonnenuntergang klang.

Mastodon – technische Wucht und epische Erzählungen
Nach einer kurzen Umbaupause war es Zeit für die Prog-Metal-Giganten Mastodon. Das Quartett aus Atlanta eröffnete mit „Tread Lightly“, und schon beim ersten Ton war klar: Hier wird nicht gespielt – hier wird regiert. Der Mix aus wuchtigen Riffs, komplexen Rhythmen und den markanten, sich abwechselnden Gesangslinien traf sofort ins Mark.

Mit „Ghost of Karelia“ und „The Motherload“ spannte die Band den Bogen zwischen alten und neueren Klassikern. Songs wie „Pushing the Tides“ und „Crystal Skull“ zeigten, dass Mastodon sowohl knackig-direkt als auch atmosphärisch-düster glänzen können. „Black Tongue“ und „I Am Ahab“ ließen die Köpfe im Publikum unaufhörlich kreisen, bevor „Megalodon“ mit seinem plötzlichen Tempowechsel für offene Münder sorgte.

Das Set wurde immer intensiver: „Ember City“, „More Than I Could Chew“ und „All the Heavy Lifting“ führten in ein energiegeladenes Finale, bei dem Gitarrenwände und präzises Drumming eine fast hypnotische Wirkung entfalteten. Mit „Spectrelight“, „Mother Puncher“ und „Steambreather“ verabschiedeten sich Mastodon schließlich – nicht ohne die Batschkapp komplett in einem letzten, wuchtigen Klanggewitter erzittern zu lassen.

Ein Abend, der zeigte, wie gut sich Stoner-Groove und Prog-Metal ergänzen können. Slomosa lieferten den warmen, erdigen Teppich, auf dem Mastodon ihr komplexes Klanggebilde ausbreiten konnten. Das Publikum bekam nicht nur zwei großartige Bands, sondern auch eine perfekte Mischung aus Atmosphäre, Energie und musikalischer Präzision – ein Konzert, das lange nachhallen wird

Bilder und Text by Jan Heesch

Slomosa

Mastodon

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