Mittwoch 28. Januar 2026

„Wahlweise genial“ – William Wahl über Witz, Wortkunst und wahre Wunder am Klavier 

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Wenn sprachliche Finesse auf musikalische Vielfalt trifft, wenn feiner Humor auf ehrliche Emotionen stößt – dann steht William Wahl auf der Bühne. Der Sänger, Songschreiber, Autor und Pianist begeistert seit Jahren mit seinen charmant-intelligenten Klavierkabarett-Programmen.

Am 24. Januar 2026 feiert er im Capitol Mannheim die „Mannheim-Premiere“ seines neuen Soloprogramms „wahlweise“ – ein Abend voller Witz, Tiefgang und musikalischer Überraschungen. Das Programm ist, wie der Titel schon andeutet, so vielseitig wie der Künstler selbst: mal verspielt und ironisch, mal nachdenklich und poetisch, mal absurd und dann wieder zutiefst menschlich.

Bekannt wurde Wahl als kreativer Kopf der A-cappella-Gruppe basta, doch längst hat er sich als Solokünstler etabliert. Mit „Wahlgesänge“ und „Nachts sind alle Tasten grau“ füllte er Theater und Konzertsäle – nun lädt er das Publikum mit „wahlweise“ erneut zu einer musikalischen Reise durch seine Welt voller Sprachwitz, Alltagsphilosophie und feinsinniger Beobachtungen ein.

Wir haben mit William Wahl über Humor in der Musik, den Zauber der Sprache und das ganz normale Wunder des Alltags gesprochen.

Ihre Programme zeichnen sich durch eine feine Mischung aus Humor, Poesie und musikalischem Können aus. Wie entsteht bei Ihnen ein Lied – beginnt es eher mit einem Gedanken, einem Wortspiel oder einer Melodie?

Meistens mit einem Gedanken. Sollte mir eine besonders schöne Melodie einfallen, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht, tu ich aber schon mein Bestes, um auch in dieser Reihenfolge ein Lied daraus entstehen zu lassen. 

„wahlweise“ klingt nach Freiheit, nach Vielfalt, nach der Qual der Wahl. Was bedeutet dieser Titel für Sie persönlich – und steckt darin vielleicht auch eine kleine Selbstbeschreibung?

Ich fand die Assoziation an DIE Weise am schönsten. Das Programm hätte auch fast „Wahlweisen“ geheißen, aber das schien mir dann doch ein bisschen zu kompliziert. 

Sie decken musikalisch eine enorme Bandbreite ab – von Pop bis Barock. Ist das bewusste Stilvielfalt oder einfach die logische Folge einer unbändigen Neugier?

Ich habe in sehr jungen Jahren eigentlich nur klassische Musik gehört, Pop und Rock kamen später dazu – und selbst da war ich als Beatles-Fan nicht gerade auf der Höhe des Zeitgeists. Das  schien manchen Gleichaltrigen damals vielleicht ein bisschen seltsam, heute kommt es mir sehr zugute. 

Zwischen all den humorvollen Momenten blitzen in Ihren Liedern immer wieder leise, melancholische Töne auf. Ist das Ihre Art, die Balance zwischen Unterhaltung und Nachdenklichkeit zu halten?

Da geht es mir weniger um ein Konzept einer ausgewogenen Show als um eigenes Bedürfnis, auch die Zwischentöne zum Klingen zu bringen. Diese melancholischen Lieder müssen sich gegen die lustigen behaupten, aber das sorgt dafür, dass sie einer Art automatischer Qualitätskontrolle unterworfen sind. Wenn sie den humoristischen Gassenhauern standhalten, sind sie gut. 

Sie sind nicht nur Musiker, sondern auch Autor, Theaterkomponist und Kinderbuchschreiber. Wie gelingt es Ihnen, zwischen all diesen Rollen kreativ zu bleiben, ohne sich selbst zu wiederholen?

Nun ja, das ist ja gerade eine Strategie, kreativ immer neu denken zu können. Die Lust am Neuen hat mich dazu gebracht, mit knapp 50 Jahren nach 25 aktiven Jahren meine a-cappella-Band „basta“ zu verlassen und eigene Wege zu gehen. Da bleibt mir also hoffentlich noch ein bisschen Zeit, bis mir mit dem Solo langweilig wird! 

Ihre Bücher „Ella & Ben“ machen Kindern Musikgeschichte auf spielerische Weise zugänglich. Hat das Schreiben für junge Leser Ihre Sicht auf Musik oder Sprache verändert?

Nicht grundsätzlich, aber die Beschäftigung mit Bands, die mir vorher nicht wichtig waren, hat meinen Respekt für sie sehr erhöht. Nehmen wir mal Kraftwerk und AC/DC. Die waren beide vorher nicht Teil meines musikalischen Kosmos’ – seit dem Schreiben der Bücher bin ich sozusagen Fan. 

In einer Zeit, in der vieles laut, schnell und digital geworden ist: Welche Bedeutung hat für Sie das Live-Erlebnis – das echte Publikum, das echte Klavier, der echte Moment?

Das Digitale – nämlich die Verbreitung meiner Songs auf Instagram, Facebook, und YouTube – hat dazu geführt, dass viel mehr Menschen in meine Konzerte kommen als früher, insofern bin ich den Sozialen Medien dafür sehr dankbar. Ich fände meine Arbeit aber sehr langweilig, würde ich mein Geld mit dem Internet verdienen. Ich brauche den Kontakt untereinander, die Stimmung bei den Konzerten, und anscheinend mein Publikum auch. Das ist sehr schön.  

Und zum Schluss: Was wünschen Sie sich für Ihre Tournee mit „wahlweise“ – und vielleicht auch für das kommende Jahr ganz persönlich?

Ich befürchte, da fällt mir nichts Schlaues ein. Ich bin eigentlich rundum zufrieden, das darf gerne so bleiben!

Ein herzliches Dankeschön an William Wahl für dieses inspirierende und klangvolle Gespräch! Mit feinem Humor, poetischer Tiefe und musikalischer Raffinesse beweisen Sie, dass Klavierkabarett weit mehr sein kann als Unterhaltung – nämlich Kunst mit Herz, Verstand und Haltung. Wir wünschen Ihnen eine wundervolle Tournee, begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Mannheim-Premiere am 24. Januar 2026, und weiterhin unerschöpfliche Inspiration für all Ihre kommenden Lieder, Bücher und Projekte.  Interview by CK  

Das brandneue Live-Programm „wahlweise“ spielt der preisgekrönte Klavierkabarettist am 24. Januar erstmalig in Mannheim (Capitol | Mannheim-Premiere).  

Karten können telefonisch unter 0621 40171420 reserviert oder direkt via EVENTIM Ticketshop gebucht werden. 

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