Mittwoch 28. Januar 2026

Zwischen Bruch und Aufbruch – LIKE WE ARE öffnen ihr ‚Diary’

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Ein Gespräch über das echte Leben, rohe Emotionen und den Mut, weiterzumachen.

Ein aufgeschlagenes Tagebuch, neun Kapitel, eine Geschichte – mit “Your Diary” schreiben LIKE WE ARE nicht nur Musik, sondern pure Wahrheit. Zwischen Modern-Core, elektronischen Elementen und hymnischen Refrains entsteht ein Sound, der nicht gefallen will, sondern fühlen lässt. Produziert von Christoph Wieczorek (Annisokay) in den Sawdust Recordings, liefert das Album nicht nur fette Riffs und explosive Hooks, sondern auch verletzliche Zeilen, die tief unter die Haut gehen.

Wir haben mit LIKE WE ARE über ihr Debüt, über Zweifel, Stärke und den Mut gesprochen, das eigene Kapitel neu zu schreiben.

Euer Debütalbum heißt “Your Diary” – was steht auf den ersten Seiten eures musikalischen Tagebuchs? Welche Geschichte wolltet ihr mit diesem Album erzählen? 

Im weitesten Sinne kann diese Geschichte jedem gehören. Es geht um den Weg in die Selbstständigkeit, um das Aufwachsen mit all seinen Hürden und Problemen. Stell dir vor, du findest ein solches Tagebuch und liest die Einträge… findest du dich selbst darin wieder? Wie bist du selbst mit solchen Situationen umgegangen? Fragen, die sich jeder stellt. 

Viele eurer Songs klingen wie intime Bekenntnisse. Wie viel von euch selbst steckt wirklich in diesen Songs – und was wolltet ihr vielleicht lieber nicht preisgeben? 

Das Album insgesamt ist voll von eigenen Geschichten. Im Kern jedes Songs steckt somit immer etwas von unserem Erlebten und damit ein Teil der Wahrheit. Ein Tagebuch ist ja auch etwas sehr Intimes, oder nicht? 

Ihr habt das Album mit Christoph Wieczorek (Annisokay) produziert. Was hat diese Zusammenarbeit für euren Sound bedeutet – und was habt ihr von ihm mitgenommen? 

Die Arbeit mit Christoph war natürlich großartig. Wir haben schon für unsere EP zusammengearbeitet, und er versteht es einfach, sich in Songs hineinzufühlen und das Beste herauszuholen. Für uns beginnt im Studio erst das richtige Songwriting. Nicht nur einer der Texte ist direkt vor Ort entstanden. Ein Song kann im Studio komplett zerlegt und anschließend mit Christoph neu aufgebaut werden. 

Das Cover zeigt den Heimweg nach einer wilden Nacht – ein starkes Bild. Wann hattet ihr zuletzt so einen Moment, in dem Musik euer einziger Begleiter war? 

Absolut, solche Momente gibt es bei uns vor allem im Alltag immer wieder. Wir sehen Musik oft als Ventil, das man immer dann öffnen kann, wenn einem alles zu viel wird. 

“Your Diary” spricht viel über mentale Belastung, Selbstzweifel und Neubeginn. Was war euer persönlichster “Neuanfang” als Band? 

Schwer zu beantworten. „Like We Are“ gibt es seit 2016 – Mäthi und Andi kamen damals mit der Idee einer Band. Seit 2022 bestehen wir in der jetzigen Konstellation. Man kann also sagen, dass die Veröffentlichung unserer EP Elevate ein Neuanfang war. Mit dieser starteten wir richtig durch und haben uns seither kontinuierlich weiterentwickelt. 

Ihr habt euch 2023 bewusst zurückgezogen und alles hinterfragt. Was war der Wendepunkt, an dem ihr wusstet: Jetzt geht’s wieder nach vorn? 

Die Band läuft für jeden quasi als zweiter Vollzeitjob, und das alles zu managen ist nicht immer leicht. Kevin zum Beispiel schloss im Herbst 2024 seine Ausbildung ab und hatte wieder mehr Zeit. Das war der Moment, an dem wir begannen, die laufende Releasephase zu planen. Jeder konnte wieder 100 % geben und war motiviert hinter dem Projekt. 

Der Song “One Man Army” schließt das Album ab – ein starkes Statement. Ist das euer musikalischer Kampfgeist, oder eher ein Zeichen innerer Stärke? 

Der Name One Man Army steht metaphorisch dafür, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur will. Der gesamte Song handelt von Willensstärke und einem starken Mindset. 

Ihr covert “Secrets” von OneRepublic – ein mutiger Move. Warum gerade dieser Song – und wie habt ihr ihn euch zu eigen gemacht? 

Von Anfang an war klar, dass wir ein Cover auf die Platte nehmen wollten. Es standen einige Songs zur Auswahl, aber keiner passte wirklich – bis Richard mit Secrets kam. Wir sind alle mit der Musik der 2000er aufgewachsen, da war OneRepublic quasi allgegenwärtig. Als wir dann den Wunsch hatten, unseren Sound auf Popmusik zu übertragen, lag es nahe, genau diesen Song zu wählen. Für uns ist er mehr als nur ein Cover – er ist ein Stück Nostalgie. 

Euer Sound bewegt sich zwischen Modern-Core, Elektronik und großen Refrains. Wo seht ihr euch in der heutigen Rocklandschaft – und wohin wollt ihr euch noch entwickeln? 

Wir bewegen uns zwischen den Genres. Mit unserer Musik können wir Menschen aus Rock, Pop und Metal begeistern – eine schwimmende Verbindung zwischen den Welten. 

Wenn “Your Diary” ein Brief an eure Fans wäre – was würde in der letzten Zeile stehen? Und was wünscht ihr euch, dass sie fühlen, wenn das letzte Lied verklingt 

„Lass dich nicht unterkriegen, selbst wenn alle gegen deine Träume stehen. Schlussendlich entscheidest du allein, was aus dir wird und ob du damit zufrieden bist.“ 

LIKE WE ARE, danke für eure Offenheit, euren Mut und die Wucht, mit der ihr Emotionen in Musik verwandelt. “Your Diary” ist mehr als ein Album – es ist ein Statement, ein Soundtrack für all jene, die fallen und wieder aufstehen.

Wir wünschen euch für den Release am 12. Dezember 2025 nur das Beste – volle Bühnen, laute Herzen und viele neue Kapitel in eurem musikalischen Tagebuch.

Keep it raw. Keep it real. Keep it LIKE WE ARE. 🤘 Interview by CK

Band, Like We Are, Bild © Markus Gmeiner

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