Sonntag 4. Januar 2026

Zwischen Bass, Dunkelheit und Freundschaft – Rückblick auf das European Dark Dance Treffen 2025

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Zum mittlerweile vierten Mal fand das European Dark Dance Treffen im MS Connexion Complex in Mannheim statt – und genau wie die letzten Jahre war ich auch 2025 wieder mit dabei.

Für mich ist dieses Festival längst mehr als ein einfacher Konzertabend. Es ist ein Ort, an dem man alte Freunde wiedertrifft, neue Bekanntschaften knüpft und ein Wochenende lang vollkommen in die dunkle Musikszene eintaucht.

Auch dieses Jahr gab es eine perfekte Mischung aus Szenegrößen, Überraschungsacts und atmosphärischen Live-Momenten, die mich noch lange begleiten werden.

Bands Tag 1:

Rotoskop

Rotoskop eröffnete sein Auftritt mit einer tief emotionalen, fast schon filmischen Atmosphäre. Seine Mischung aus Wave, Electronica und dunklem Art-Pop füllte den Raum mit intensiver Melancholie. Die ruhigen, introspektiven Momente schufen eine besondere Verbindung zum Publikum.

Suono

Kurz danach wurde es direkt tanzlastiger: Suono lieferten ein druckvolles, technoides Set, das den Clubfloor sofort in Bewegung brachte. Ihre groovigen Basslines und klaren Synthstrukturen funktionierten perfekt – ein Set, bei dem man spürte, wie sehr das Publikum nach elektronischer Energie lechzte. Visuell minimalistisch, aber musikalisch absolut überzeugend.

Basszilla

Basszilla überraschte mit einem rohen, basslastigen Liveset, das stark in die Richtung Industrial-Techno ging. Wenig Schnickschnack, dafür brachiale Beats, die direkt in den Körper gingen. Für Fans von härteren Clubklängen war dieser Auftritt ein echtes Highlight – ein dunkler, treibender Block, der die Tanzfläche erbeben ließ.

Soman

Wie erwartet wurde der Saal bei Soman richtig voll. Sein Set war präzise, energiegeladen und gnadenlos tanzbar. Die Mischung aus treibenden Industrial-Beats und mitreißenden Rhythmen brachte die Stimmung zum Kochen. Es war einer dieser Auftritte, bei denen man die kollektive Energie des Publikums fast körperlich spüren konnte.

Misscore

Misscore präsentierte ein eher experimentelles Set – eine Mischung aus düsteren Klangflächen und gebrochenen Elektrostrukturen. Die Atmosphäre war dichter, dunkler, manchmal fast rituell. Auch wenn Misscore nicht zu den großen Namen des Line-ups gehört, blieb der Auftritt wegen seiner besonderen Stimmung lange im Gedächtnis. Ein Geheimtipp.

Eisenfunk

Ein absoluter Klassiker des elektronischen Dark-Genres – und live wieder ein Brett. Eisenfunk zogen das Tempo sofort an, und der Raum verwandelte sich in eine einzige tanzende Masse. Ihre typischen Industrial-Beats, kombiniert mit einfachen, effektiven Strukturen, wirkten wie pures musikalisches Adrenalin. Ein Auftritt, der zeigte, warum sie Kultstatus haben.

Lights of Euphoria

Ein wunderschöner Kontrast: melodisch, emotional und mit einer starken Bühnenpräsenz. Lights of Euphoria schafften es, sowohl herzliche als auch tanzbare Momente zu erzeugen. Besonders die gesangsstarken Tracks sorgten für Gänsehaut, und das Publikum sang bei den bekannteren Songs begeistert mit. Ein sehr verbindender, atmosphärischer Auftritt.

Nachtmahr

Der wohl intensivste und visuell stärkste Auftritt des Wochenendes. Nachtmahr kamen mit voller Wucht – martialische Ästhetik, treibende EBM-Rhythmen, provokante Attitüde. Die Menge raste förmlich vor Energie. Der Bass war brutal, die Stimmung aufgeladen, und die Show perfekt inszeniert. Ein Festivalmoment, der noch lange hängen bleibt.

Bands Tag 2:

Twin Noir

Mit Twin Noir wurde es düsterer und melancholischer. Ihre Mischung aus Post-Punk, Coldwave und elektronischen Elementen füllte den Raum mit intensiver Atmosphäre. Tief, emotional, hypnotisch – ein Auftritt, der weniger über Power funktionierte und mehr über Gefühl und Stimmung. Perfekt zur späteren Stunde.

Proyecto Mirage

Proyecto Mirage lieferten eines der härtesten Sets des Festivals: ein kompromissloser Mix aus Rhythmic Noise, dunklen Industrial-Beats und verzerrten Vocals. Der Sound war roh, treibend und körperlich intensiv. Ohne viele Worte erzeugte das Duo eine dichte, maschinelle Atmosphäre, die das Publikum in einen pulsierenden, energiegeladenen Sog zog – ein brutales, aber faszinierendes Live-Erlebnis.

Still Patient?

Still Patient? brachten mit ihrem melodischen Gothic-Rock einen atmosphärischen, emotionalen Kontrast ins Line-up. Die Bühne in Tanzsaal war sehr klein für 4 Musiker, die trotzdem eine tolle Show abgeliefert haben. Getragen von warmen Gitarren, melodiösem Darkwave-Sound und starkem, klaren Gesang schufen sie eine nostalgisch-düstere Stimmung, die sofort berührte. Die in Blau-Violett getauchte Bühne verstärkte die melancholische Aura ihres Auftritts, der sowohl ruhige Gänsehaut-Momente als auch tanzbare Passagen bot – ein wunderschönes Highlight des Abends.

Nullvektor

Nullvektor brachten wieder eine Portion harten Elektro auf die Bühne. Schnelle Sequenzen, bissige Synths, tanzbare EBM-Elemente – ein klassischer Szene-Sound, der sofort funktionierte. Besonders die Fans der traditionellen Dark-Electro-Linie kamen hier voll auf ihre Kosten. Ein solider, kraftvoller Live-Block.

Traitrs

Traitrs lieferten ein melodisch-düsteres Set mit starkem emotionalem Einschlag. Viel Atmosphäre, treibende Bassläufe, melancholische Vocals – ein Auftritt, der die Zuhörer*innen spürbar mitnahm. Besonders die dunklen Wave-Elemente machten den Sound sehr charakteristisch. Ein wunderbarer Übergang zu den ruhigeren Schlussmomenten des Abends.

Klangstabil

Zum Abschluss bot Klangstabil einen warmen, runden, klar strukturierten elektronischen Sound. Ihre Songs, die zwischen EBM, IDM und Elektronik pendeln, entfalten live eine fast meditative Kraft. Es war ein sehr würdiger Abschluss des Abends – nicht zu hart, aber absolut tanzbar und atmosphärisch dicht.

Leider musste ich nach Klangstabil den Festival verlassen und könnte die Shows von Headliner L’ame Immortalle und Nitzer Ebb, aber nach den Video und Feedback von andere Besucher, war es absolut genial.

Fazit

Das European Dark Dance Treffen 2025 war für mich wieder eines dieser Wochenenden, die man kaum in Worte fassen kann.

Musikalisch abwechslungsreich, emotional, energiegeladen – und vor allem ein Ort, an dem man sich zuhause fühlt.

Die Mischung aus alten Freunden, neuen Begegnungen und einer Szene, die trotz aller Härte unglaublich warmherzig ist, macht das EDDT jedes Jahr zu etwas ganz Besonderem.

Und klar: Ich freue mich jetzt schon auf Runde fünf!

Bilder und Text by Daria Tessa

Tag 1

Tag 2

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