Die Premiere des WinterVarieté Heidelberg by Tristan Brandt am 27. November 2025 stand unter einem besonderen Stern. Zehn Jahre WinterVarieté – das heißt zehn Jahre Genuss, zehn Jahre internationale Spitzenartistik und zehn Jahre Shows, die in Heidelberg längst Tradition geworden sind. Die ShowArena im Norden der Stadt war bis auf den letzten Platz gefüllt, und man merkte schon beim Einlass diese besondere Mischung aus gespannter Vorfreude und festlicher Erwartung, die nur ein echtes Highlight der Wintersaison erzeugt.
Der Premierenabend war von Anfang an mehr als nur ein Startschuss. Er war ein emotionales Statement. Als am Ende des Abends die beiden Produzenten Florian Keutel und Riadh Bourkhis gemeinsam mit Spitzenkoch Tristan Brandt auf die Bühne traten, um Geburtstag zu feiern, stand der Saal Kopf. Nicht nur, weil eine Dekade WinterVarieté eine beeindruckende Wegmarke ist, sondern weil jedem im Raum klar war, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt. Der Moment, in dem Brandt die Bühne betrat und die Glückwünsche entgegennahm, war spürbar aufgeladen. Es war die Art von ehrlicher Emotion, die man nicht inszenieren kann.
Ein fest verankerter Teil der Heidelberger Kultur
Das WinterVarieté hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturellen Fixpunkt in Heidelberg entwickelt. Es ist das Event, das Familien ebenso anzieht wie Freundesgruppen oder Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden ein besonderes Erlebnis schenken möchten. Das Konzept funktioniert, weil es die perfekte Mischung aus moderner Show, internationalem Varieté und feiner Kulinarik trifft. Für die 10. Jubiläumssaison hat das Team noch einmal nachgelegt. Die Produktion wirkt größer, moderner, atmosphärisch dichter – eine klare Weiterentwicklung ohne die Seele zu verlieren, die das WinterVarieté seit der ersten Saison prägt.
Moderne Bühnentechnik
Die ShowArena wurde erneut so genutzt, dass sie eine dieser seltenen Varieté-Atmosphären erzeugt, in denen man komplett im Moment verschwindet. Die LED-Wand beeindruckt mit brillanter Auflösung und ist ein zentrales Gestaltungselement. Jede Darbietung bekommt ihre eigene visuelle Welt. Mal sind es abstrakte Farbflächen, mal urbane Schattenbilder, mal eindringliche sphärische Räume, die die Artistik verstärken. Die Sicht ist von allen Plätzen hervorragend. Das architektonische Konzept der Arena schafft es, Nähe zu erzeugen, ohne Enge zu vermitteln. Ein klarer Vorteil, insbesondere bei Acts, die weit oben unter dem Kuppeldach stattfinden.
Die Gastgeber des Abends: Timothy Trust & Diamond
Magisch, charmant und präzise – das Magierduo Timothy Trust & Diamond führte durch den Abend. Frisch ausgezeichnet als Magier des Jahres 2025 und bereits vielfach prämiert als Deutsche Meister und Vizeweltmeister der Zauberkunst, lieferten sie genau die Mischung aus Witz, Timing und Magie, die eine Show dieser Größenordnung braucht. Ihre Illusionen sind modern, schnell, interaktiv und zugleich klassisch genug, um diesen typischen Varieté-Zauber zu bewahren. Besonders ihre Mentalmagie-Momente erzeugten raunen im Publikum. Es ist eine Kunst, Menschen gleichzeitig zum Lachen, Staunen und Zweifeln zu bringen – und Timothy Trust & Diamond beherrschen das souverän.
Internationale Artistik auf höchstem Niveau
Das WinterVarieté 2025 betont seine künstlerische Linie stärker als je zuvor. Die Entscheidung, den Fokus noch deutlicher auf internationale Ausnahme-Artistik zu legen, zahlt sich aus.
Der Mongole Ochir UB sorgte für nervenaufreibende Stille im Saal. Elf Meter unter dem Kuppeldach, mit einer Körperbeherrschung, die jenseits des Vorstellbaren wirkt, setzte er Posen, die man eher aus bildhafter Kunst kennt als aus Liveartistik. Seine Nummer ist kein Adrenalinkick um des Effekts willen. Sie ist eine ästhetische Choreografie der Höhe.
Das ukrainische Duo Prime – Vladimir und Kateryna – brachte gleich zweimal den Atem der Zuschauer zum Stillstand. Ihre Partner-Akrobatik ist eine physische Demonstration von Präzision, Vertrauen und absoluter Körperbeherrschung. Sie gehören zu den Acts, bei denen das Publikum automatisch mitgeht – ein leises „Oh!“ hier, ein ungläubiges Lachen dort. Es sind Momente, die man nur live in einer Showarena erlebt. Auch die anderen Acts lieferten starke Akzente.
Die italienische Artistin Eonys Goncalves überzeugte mit einer eleganten Nummer, die Kraft und tänzerische Leichtigkeit verbindet. TJ-WHEELS, ein Rolllschuh-Jongleur, zeigte eine rasante Performance, die zu einem Publikumsliebling wurde. Seine Geschwindigkeit und sein Timing sind unglaublich. Christopher Togni beeindruckte mit einer reduzierten, aber hochpräzisen Handstand-Performance. Und das Duo Sebastian & Flurina am chinesischen Mast sorgte mit waghalsigen Drops und eleganten Bewegungsabläufen für dieses typische Varieté-Gefühl, bei dem man gleichzeitig staunt, mitfiebert und völlig vergisst, dass die Zeit vergeht.
Besonders auffällig war die Balance-Nummer des ukrainischen Künstlers, der mehrere Rollen und Bretter übereinander stapelte und darauf eine scheinbar unmögliche Performance ablieferte. Wer zuhause schon einmal auf einem Balanceboard stand, weiß, wie schwierig schon die Grundform ist. Hier jedoch wurde das Thema Balance zur eigenen Kunstform.
Gourmetmenü von Tristan Brandt – Die kulinarische Säule des Abends
Eine Dinnershow lebt von ihrem kulinarischen Konzept. Und mit Tristan Brandt hat das WinterVarieté einen Spitzenkoch an seiner Seite, der seit Jahren dafür sorgt, dass die gastronomische Ebene dem Showprogramm in nichts nachsteht. Das exklusive Drei-Gang-Menü wird klassisch oder vegetarisch serviert, und selbstverständlich berücksichtigt das Team individuelle Unverträglichkeiten. Die Abläufe sind perfekt getaktet. Die Gänge kommen pünktlich, ohne die artistischen Darbietungen zu stören. Die Kombination aus Genuss und Unterhaltung ist genau der Punkt, der die Marke WinterVarieté definiert.
Ein Jubiläum, das Maßstäbe setzt
Das WinterVarieté Heidelberg 2025 zeigt, warum diese Produktion seit Jahren ein kultureller Fixpunkt ist. Es ist die gelungene Verbindung aus Varieté-Kunst, moderner Bühnentechnik und gehobener Gastronomie. Es ist ein Ort, an dem Familien zusammen feiern, Unternehmen ihre Weihnachtsfeiern ausrichten und Freundeskreise sich selbst ein besonderes Erlebnis schenken. Und es ist eine Produktion, die im zehnten Jahr nicht nostalgisch wird, sondern selbstbewusst nach vorne blickt.
Tristan Brandt brachte es bei seinem Bühnenauftritt auf den Punkt: „Die perfekte Verbindung von Kunst und Kulinarik.“ Genau das ist das WinterVarieté. Und die Premiere 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, dass diese Verbindung stärker ist als je zuvor.
Wenn das Jubiläumsjahr so weitergeht, wird Heidelberg einen Winter erleben, der in Erinnerung bleibt.
Text & Fotos © by Boris Korpak | bokopictures











































































































