Wenn die Welt zunehmend verrücktspielt, gibt es nur wenige Konstanten – und eine davon ist die fränkische Spaß-Metal-Instanz J.B.O.! Seit über 30 Jahren mischen die Meister des humorvollen Metals die Szene auf, und am 9. Januar 2026 öffnen sie die Türen zu ihrem 15. Studioalbum „Haus Of The Rising Fun“. Mit schrägen Texten, satirischen Kommentaren und unvergleichlicher musikalischer Energie liefern J.B.O. nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen humorvollen Spiegel auf die Gesellschaft.
Wir haben die Gelegenheit genutzt, mit der Band über die Entstehung des neuen Albums, ihre legendären Shows und die Bedeutung von Humor im Metal zu sprechen – ein Gespräch voller Energie, Lachen und ehrlicher Einblicke in die Welt von J.B.O.
„Haus Of The Rising Fun“ ist euer 15. Studioalbum – wie würdet ihr den Sound und die Stimmung dieses Albums in einem Satz beschreiben?
Vito C.: Das ist gar nicht so einfach! Ich selber kann das Album kaum mit einem Abstand anhören – ich finde ja eigentlich, das wäre die Aufgabe eines Journalisten, der es zum ersten Mal hört. Ich habe schön gehört, dass es sehr rotzig und fröhlich rüberkommt, so als würden wir einfach machen, worauf wir Bock haben. Wenn das so ist, haben wir erreicht, was wir wollten, würde ich sagen!
Humor ist euer Markenzeichen. Wie schafft ihr es, ernste Themen mit Witz und Spaß zu verbinden, ohne die Message zu verlieren?
Vito C.: Man kann die Welt, wie sie sich aktuell darbietet ja kaum ertragen, ohne auch darüber zu lachen, wobei wir nun wirklich nicht so viele „ernste Themen“ ansprechen.Aber zum Beispiel ein Song wie „Für Euch“ ist überhaupt nicht lustig – und das muss er auch nicht sein! Es ist ein Lied, das wir Menschen gewidmet haben, die nicht in jeder Kommentarspalte rumschreien, sondern möglicherweise etwas unauffälliger Leben und dadurch viel mehr für die Welt tun, als viele andere.
Das Album entstand teilweise unter ungewöhnlichen Umständen mit Handwerkerproblemen und Co. – welche Herausforderungen haben euch am meisten geprägt?
Vito C. : Ach, Handwerkerprobleme hat man doch regelmäßig! Viel anspruchsvoller war ein unvorhergesehener Plattenfirmenwechsel, der dazu führte, dass das Album nun über ein Jahr später erscheint, als ursprünglich geplant. Hierauf bezieht sich der Teil in unserem Pressetext übrigens auch.
Die „Wallbox of Death“ und die Bierpumpe – klingt nach perfektem Spaß-Metal-Ambiente. Wer kam auf diese verrückten Ideen?
Vito C.: Solche Ideen entstehen einfach, wenn man das lange genug macht. Du musst Dir das „Haus Of The Rising Fun“ als virtuellen Sehnsuchtsort vorstellen – die Accessoires kommen dann ganz von alleine.
Ihr habt in über drei Jahrzehnten eine riesige Fanbase aufgebaut. Was ist euer Geheimnis, um über so viele Jahre relevant und frisch zu bleiben?
Vito C.: Ich denke, das „Geheimnis“ ist, dass man immer Spaß an dem haben sollte, was man tut – denn das ist das, was Menschen sehr deutlich spüren .Auch nach 36 Jahren haben wir immer noch vor allem daran Spaß, Konzerte zu spielen und die Energie der Besucher zu erleben. Das kann nur nachfühlen, wer es selber erlebt hat! Und wenn man daran keinen Spaß hat, muss man das echt sein lassen.
Eure Live-Shows sind legendär. Wie plant ihr die Balance zwischen neuen Songs vom Album und Klassikern, die Fans unbedingt hören wollen?
Vito C.: Wir wissen – auch aus eigener Erfahrung – dass Besucher bei einem Konzert natürlich gerne viel älteres Material hören wollen. Aber natürlich wollen wir auch gerne ein paar neue Songs präsentieren. Bisher haben wir da immer eine gute Balance gefunden und ich bin sicher, das wird uns auch dieses Mal gelingen!
In Zeiten von Krisen und Unsicherheit ist „Spaß“ oft ein Gegenpol. Welche Rolle spielt Humor für euch im Alltag und auf der Bühne?
Vito C.: Ich hab es ja vorhin schon gesagt – man kann die Welt gar nicht ertragen, ohne auch darüber zu lachen! Das gilt natürlich auch für den Alltag! Wenn Du alles immer nur ernst nimmst, musst Du doch verzweifeln. Was die Bühne betrifft: Eine JBO-Show soll einfach Spaß machen und die Besucher sollen sich 2 Stunden einfach amüsieren, auch wenn es ihnen vielleicht sonst nicht so gut geht. Dass das gut funktioniert, wird uns immer wieder zugetragen – und da bin ich auch bisschen stolz drauf!
Das Albumcover und die Titelauswahl spielen mit vielen Symbolen und Wortspielen. Welche Botschaft wollt ihr den Hörern damit vermitteln?
Vito C.: Gerade was das Cover angeht, will ich gar nicht alles erklären, was man da sehen kann. Es macht doch viel mehr Spaß, sich das anzuschauen, Dinge zu entdecken, Referenzen zu entdecken, vielleicht auch zu älteren Alben. Das Cover hat übrigens der Künstler Hannes Klein (birdish.com) gestaltet, der schon etliche Cover für uns gemacht hat, u.a. Killeralbum, Deutsche Vita oder Planet Pink.
Nach über 30 Jahren Bandgeschichte: Gibt es noch Träume, die ihr mit J.B.O. verwirklichen wollt?
Vito C.: Nachdem ich nicht glaube, dass wir noch mal im Madison Square Garden, oder in der Royal Albert Hall spielen werden, würde ich sagen, dass ich mich darüber freuen würde, noch eine ganze Weile weiter machen zu können, Konzerte zu spielen und dabei in lachende Gesichter zu schauen! Das hält schon auch irgendwie jung.
Zum Schluss: Was möchtet ihr euren Fans mit auf den Weg geben, die sich auf die „Tour Of The Rising Fun“ und das Album freuen?
Vito C.: Wer auf ein Tourkonzert kommen möchte, kann auf jeden Fall damit rechnen, einer Band zuzuschauen, die Lust auf das hat, was sie tut! Vielleicht freuen wir uns selber am meisten auf die Tour!
Vielen Dank, lieber Vito C von J.B.O., für eure Zeit, eure Offenheit und euren unerschütterlichen Humor. Wir wünschen euch für das neue Album „Haus Of The Rising Fun“ und die kommende Tour alles erdenklich Gute, grenzenlose Energie und weiterhin viel Erfolg. Wir freuen uns schon jetzt auf die Shows und sind sicher: Wer den Spaß hat, der hat die Macht! Interview by CK



