Dienstag 27. Januar 2026

Beyond The Black brechen das Schweigen: kraftvolle Symphonien zwischen Metal und Melodie

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Das Schweigen brechen: Jennifer Haben und Co. auf neuen Pfaden

Wenn man im Wörterbuch unter „deutscher Symphonic Metal-Erfolgsgeschichte“ nachschlägt, landet man zwangsläufig bei Beyond The Black. Seit ihrem kometenhaften Aufstieg mit Songs Of Love And Death (2015) hat sich die Band um Frontfrau Jennifer Haben nicht nur in die Top-Chartregionen, sondern auch auf die größten Bühnen der Welt gespielt – von Wacken bis nach Südamerika.

Mit ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum, Break The Silence, das am 9. Januar 2026 via Nuclear Blast erscheint, ruht sich die Band jedoch nicht auf den Lorbeeren des Platz-2-Vorgängers (Beyond The Black, 2023) aus. Stattdessen wagen sie den Schritt hin zu einem Konzeptalbum, das thematisch tief gräbt und musikalisch Grenzen erweitert.

Musikalische Evolution: Metal trifft Ethno

Was beim ersten Durchlauf sofort auffällt: Break The Silence ist mutiger. Die Band hatte im Vorfeld „melodischen Metal mit Ethno-Einflüssen“ versprochen, und sie liefert genau das – ohne dabei ihre poppige Eingängigkeit zu verlieren.

Das Herzstück dieser Experimentierfreude ist zweifellos „Let There Be Rain“. Die Zusammenarbeit mit The Mystery of the Bulgarian Voices ist ein atmosphärisches Highlight. Die traditionellen, polyphonen Chöre verweben sich mit harten Riffs zu einer Klanglandschaft, die man so von Beyond The Black noch nicht gehört hat. Es ist ein Beweis dafür, dass Symphonic Metal nicht immer nur klassisches Orchester bedeuten muss.

Die Highlights und Gäste

Die Tracklist liest sich wie ein gut kuratiertes Mixtape. Der Opener „Rising High“ (gleichzeitig Namensgeber der kommenden Tour) macht seinem Namen alle Ehre: Ein treibender, energetischer Startschuss von gut drei Minuten, der live garantiert die Fäuste in die Höhe treiben wird.

Besonders spannend sind die Kollaborationen:

  • In „The Art Of Being Alone“ holt sich die Band Unterstützung von den Genre-Kollegen Lord Of The Lost. Der Song balanciert perfekt zwischen Gothic-Glamour und hymnischer Melodie.
  • „Can You Hear Me“ featuring Asami von der japanischen Power-Metal-Band Lovebites bringt Tempo und eine internationale Note ein, die an die jüngsten Tourneen der Band in Übersee erinnert.

Ein Konzept der Kommunikation

Inhaltlich dreht sich das Album um Kommunikation, Resilienz und die Macht der Worte in einer gespaltenen Welt. Tracks wie „Ravens“ und „The Flood“ wirken dunkler und nachdenklicher. Sie untersuchen, wie das Ausgesprochene (und das Verschwiegene) unsere Realität formt.

Doch Beyond The Black wären nicht sie selbst, wenn sie nicht auch für Überraschungen gut wären. „(La Vie Est Un) Cinéma“ bricht mit seiner fast theatralischen Art aus dem Schema aus, während der Rausschmeißer „Weltschmerz“das Album auf einer emotionalen, schweren Note beendet, die noch lange nachhallt.

Fazit

Beyond The Black schaffen mit Break The Silence den schwierigen Spagat, ihre Stammhörerschaft mit großen Melodien zu bedienen und gleichzeitig künstlerisch zu wachsen. Die Integration von Weltmusik-Elementen und das konzeptionelle Songwriting verleihen dem Album eine Tiefe, die dem Vorgänger in Teilen fehlte. Es ist ein reifes, vielschichtiges Werk einer Band, die ihren Platz auf dem internationalen Parkett endgültig gefestigt hat.

Der Januar 2026 beginnt laut.

Anspieltipps: Let There Be Rain, The Art Of Being Alone, Rising High


Tracklist

  1. Rising High (3:12)
  2. Break The Silence (4:23)
  3. The Art Of Being Alone (Feat. Lord Of The Lost) (4:20)
  4. Let There Be Rain (Feat. The Mystery of the Bulgarian Voices) (3:46)
  5. Ravens (3:44)
  6. The Flood (3:53)
  7. Can You Hear Me (Feat. Asami from Lovebites) (4:11)
  8. (La vie est un) Cinéma (3:14)
  9. Hologram (3:19)
  10. Weltschmerz (3:34)
  • Label: Nuclear Blast Records
  • Veröffentlichung: 9. Januar 2026
  • Genre: Symphonic Metal / Modern Metal

Bewertung: 8.5 / 10

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