Frankfurt am Main, 20. Januar 2026 – Ein Dienstagabend, eisige Temperaturen und ein nur zu rund einem Drittel gefüllter Saal: Die Vorzeichen für den Metal-Abend mit Dragony, Freedom Call und Headliner Ensiferum in der Frankfurter Batschkapp waren alles andere als ideal. Doch was an Publikumsmasse fehlte, machten die Bands mit Spielfreude, Professionalität und musikalischer Wucht mehr als wett.
Dragony – Fantasy Metal vor spärlicher Kulisse
Den Auftakt machten die Österreicher Dragony, die sich von der überschaubaren Zuschauerzahl unbeeindruckt zeigten und ihr episches Power-Metal-Konzept konsequent durchzogen. Mit „Twilight of the Gods“ und „Gods of War“ war sofort klar, wohin die Reise geht: große Melodien, Fantasy-Pathos und ein klarer Fokus auf hymnische Refrains.
Besonders „The World Serpent“ und „The Einherjar (What Dreams May Come)“ sorgten für erste Bewegung im Publikum, während „The Untold Story (Albion Online)“ als kleiner Exkurs in die Gaming-Welt herausstach. Soundtechnisch solide, wenn auch nicht ganz druckvoll, präsentierten sich Dragony als routinierter Opener, der mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte.
Freedom Call – Happy Metal gegen den Alltag
Freedom Call hatten es danach leicht, die Stimmung weiter anzuheben. Mit „Hammer of the Gods“ startete das Set standesgemäß euphorisch, und spätestens bei „Union of the Strong“ war klar: Die Band bleibt auch 2026 ihrer Mission treu, positive Energie zu verbreiten.
Klassiker wie „Tears of Babylon“ und „Warriors“ trafen auf viel Zustimmung, während „Heavy Metal Happycore“ und „Metal Is for Everyone“ fast schon programmatisch wirkten – eine klare Ansage an alle, die sich vom Ticketverkauf abschrecken ließen. Zwar wirkte die Halle stellenweise verloren, doch Freedom Call spielten, als stünde ihnen ein Festivalpublikum gegenüber. „Land of Light“ setzte einen versöhnlichen, fast nostalgischen Schlusspunkt.
Ensiferum – Epik, Härte und finnische Präzision
Als Ensiferum schließlich die Bühne betraten, änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Mit „Winter Storm Vigilantes“ und „Guardians of Fate“ legten die Finnen einen druckvollen Start hin, der keinen Zweifel an ihrer Headliner-Position ließ. Der Sound war nun deutlich voller, die Lightshow intensiver, die Band hochkonzentriert.
Stücke wie „Heathen Horde“ und „Fatherland“ verbanden die typische Folk-Metal-Epik mit roher Härte, während „One More Magic Potion“ für aufgelockerte Stimmung sorgte. Ein besonderer Moment war „Scars in My Heart“, bei dem Maria Nesh als Gastsängerin für zusätzliche emotionale Tiefe sorgte.
Mit „Into Battle“ endete das reguläre Set wuchtig, bevor Ensiferum mit der Zugabe endgültig alles klar machten: „Axe of Judgement“, „In My Sword I Trust“ und das abschließende „Two of Spades“ ließen die verbliebenen Fans noch einmal kollektiv feiern.
Auch wenn die Batschkapp an diesem Abend weit von ausverkauft entfernt war, bot das Konzert ein starkes Gesamtpaket aus Power-, Happy- und Folk Metal. Alle drei Bands bewiesen Professionalität und Leidenschaft – unabhängig von der Publikumsgröße. Für die Anwesenden war es ein intensiver, ehrlicher Metal-Abend, der zeigte: Gute Live-Shows brauchen keine volle Halle, sondern Bands, die ihre Musik ernst nehmen.
Text und Bilder by Jan Heesch
Dragony
Freedom Call
Ensiferum

























































































































