Mittwoch 28. Januar 2026

Drei Gesichter moderner Rock- und Metalpower

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Beyond The Black, Set Your Sails & Seraina Telli
27. Januar 2026 – Schlachthof Wiesbaden

Ein kalter Januarabend, der Schlachthof Wiesbaden gut gefüllt, die Luft knistert vor Erwartung: Mit Seraina Telli, Set Your Sails und Headliner Beyond The Black stand ein Paket auf dem Programm, das moderne Rock‑Attitüde, Metal‑Energie und hymnische Melodien versprach – und dieses Versprechen mit Nachdruck einlöste.


Seraina Telli – Farben, Kanten und Haltung

Den Auftakt des Abends übernahm Seraina Telli, die den Schlachthof vom ersten Ton an auf Betriebstemperatur brachte. Mit „Let It All Out“ öffnete sie das Set selbstbewusst und machte klar, dass hier niemand leise anklopfen würde. Zwischen Alternative Rock, Pop‑Hooks und einer gehörigen Portion Punk‑Attitüde pendelnd, präsentierte sich Telli als charismatische Frontfrau mit klarer Botschaft.

Songs wie „Addicted to Color“ und „Take Care“ zeigten ihre melodische Seite, während „Off“ und „Consequences“ kantiger und direkter daherkamen. Spätestens bei „Monkey & Zookeeper“ war das Publikum voll dabei – ein Track, der live besonders durch seine Dynamik und Tellis Bühnenpräsenz gewann. Mit „I Dare To“ und dem abschließenden „Love“ setzte sie ein emotionales Ausrufezeichen und übergab eine bereits spürbar aufgeladene Halle an den nächsten Act.


Set Your Sails – Moderne Härte mit Haltung

Set Your Sails knüpften nahtlos an und schoben die Energie noch einmal deutlich nach oben. „Bad Blood“ eröffnete ein Set, das kompromisslos auf Vorwärtsdrang setzte. Die Mischung aus modernen Metal‑Elementen, eingängigen Refrains und druckvollen Breakdowns funktionierte live hervorragend.

Mit „Nightfall“ und „In My Head“ bewies die Band Gespür für Atmosphäre, bevor „Why“ und „Mirror“ die emotionale Tiefe des Materials unterstrichen. „Bad Company“ und „T.F.M.F.“ brachten den Moshpit in Bewegung, während „Eternally“ kurz Luft holte – nur um diese mit „Fckoff“ direkt wieder aus den Lungen zu drücken.

Spätestens bei „Halo“ und dem abschließenden „Best of Me“ war klar: Set Your Sails sind längst mehr als nur ein Supportact. Sie nutzten ihre Spielzeit konsequent und hinterließen einen bleibenden Eindruck bei einem Publikum, das ihnen sichtbar offen gegenüberstand.


Beyond The Black – Hymnen, Emotionen und große Momente

Als Beyond The Black die Bühne betraten, war die Erwartungshaltung greifbar. Mit „Break the Silence“ startete der Headliner kraftvoll und setzte sofort den Ton für den Abend: groß, emotional und präzise. Jennifer Haben führte das Publikum mit beeindruckender stimmlicher Sicherheit durch ein Set, das sowohl die Härte als auch die melodische Stärke der Band in den Vordergrund stellte.

„Hysteria“ und „Rising High“ sorgten früh für Bewegung, während „Heart of the Hurricane“ und „Reincarnation“ die epische Seite von Beyond The Black betonten. Besonders intensiv wurde es bei „Songs of Love and Death“ und „Wounded Healer“ in der Synth‑Version – ein moderner, beinahe sphärischer Moment im ansonsten druckvollen Set.

Mit „Ravens“ in einer akustisch‑elektronischen Variante gelang ein atmosphärischer Bruch, der vom Publikum aufmerksam aufgenommen wurde. Danach ging es mit „The Flood“, „Lost in Forever“ und „Written in Blood“ wieder klar nach vorne. „Let There Be Rain“, „When Angels Fall“, „Shine and Shade“ und „In the Shadows“ spannten den Bogen zwischen Melancholie und mitreißender Live‑Power.

Der Zugabenblock setzte noch einmal besondere Akzente: „The Art of Being Alone“, mit Chris Harms per Screen eingebunden, sorgte für einen Gänsehautmoment, bevor „Running to the Edge“ und das abschließende „Hallelujah“ den Abend hymnisch und euphorisch beendeten.


Der 27. Januar 2026 im Schlachthof Wiesbaden zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig und lebendig die aktuelle Rock‑ und Metal‑Szene ist. Seraina Telli überzeugte mit Persönlichkeit und Haltung, Set Your Sails mit moderner Härte und Energie – und Beyond The Black lieferten als Headliner ein Set, das emotional, technisch stark und publikumsnah zugleich war. Ein Konzertabend, der noch lange nachhallt.

Text und Bilder by Jan Heesch

Seraina Telli

Set Your Sails

Beyond The Black

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