Donnerstag 26. Februar 2026

Better Joy & Amy Macdonald begeistern vor ausverkauftem Haus

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Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden – 20.02.2026

Wiesbaden erlebte am Freitagabend einen dieser Konzertmomente, die noch lange nachhallen. Der Schlachthof war restlos ausverkauft, die Luft vibrierte schon Minuten vor Showbeginn – und spätestens als Better Joy die Bühne betraten, war klar: Das wird kein gewöhnlicher Tourstopp.

Better Joy: Indie-Euphorie mit Tiefgang

Mit „carnival“ eröffneten Better Joy ihr Set – ein energetischer Auftakt, der sofort Bewegung ins Publikum brachte. Es folgten „what a day“ und „this part of town“, Songs, die zwischen Melancholie und Aufbruchsstimmung pendeln. Frontfrau und Band wirkten spielfreudig, nahbar und gleichzeitig fokussiert.

Besonders „quiet thing“ entfaltete live eine intensive Dynamik, während „steamroller“ seinem Namen alle Ehre machte und druckvoll durch die Halle rollte. Mit „plugged in“ und „waiting on time“ zeigte die Band ihre hymnische Seite, bevor sie mit „Dead Plants“ einen atmosphärisch dichten Abschluss setzte. Das Wiesbadener Publikum dankte es mit lautstarkem Applaus – ein mehr als würdiges Warm-up für den Headliner.

Amy Macdonald: Zwischen Fernweh und Vertrautheit

Als Amy Macdonald die Bühne betrat, brandete sofort Jubel auf. Die Schottin, die seit ihrem Durchbruch mit This Is the Life eine feste Größe im europäischen Pop-Rock ist, präsentierte sich souverän, humorvoll und mit dieser unverkennbaren Mischung aus Bodenständigkeit und Rockstar-Attitüde.

Der Opener „Is This What You’ve Been Waiting For?“ setzte direkt ein Statement. Mit „Dream On“, „The Hudson“ und „Spark“ spannte sie den Bogen zwischen neuem Material und bewährten Live-Favoriten. Spätestens bei „Mr. Rock & Roll“ sang der gesamte Schlachthof aus voller Kehle mit.

Emotional wurde es bei „Run“ und „Slow It Down“, während „Poison Prince“ und „Pride“ die rockigere Seite unterstrichen. Mit „Barrowland Ballroom“ bewies Macdonald erneut ihr Talent für große Refrains – ehe bei „This Is the Life“ endgültig kein Halten mehr war. Hunderte Stimmen, erhobene Arme, pure Euphorie.

Im Zugabenblock legte sie mit „We Survive“ nach, überraschte mit einer gefühlvollen Interpretation von „The Glen“ (im Original von Beluga Lagoon) und verabschiedete sich schließlich mit „Let’s Start a Band“ – ein augenzwinkernder, energiegeladener Rausschmeißer, der das Publikum beseelt in die kalte Februarnacht entließ.

Sommer-Wiedersehen in Hessen

Wer an diesem Abend kein Ticket ergattern konnte oder schlicht noch einmal in den Genuss kommen möchte, sollte sich den 26. August 2026 vormerken: Dann kehrt Amy Macdonald nach Hessen zurück – als Open-Air-Headliner beim Giessener Kultursommer. Nach diesem umjubelten Schlachthof-Abend dürfte auch dort mit einem ausverkauften Gelände zu rechnen sein.

Ein Konzertabend, der zeigte, wie zeitlos starke Songs wirken können – getragen von einer Künstlerin, die es versteht, große Hallen in intime Clubs zu verwandeln. Better Joy lieferten das perfekte Fundament, Amy Macdonald setzte die Krone auf. Wiesbaden hat getanzt, gesungen – und sich ein kleines Stück Schottland ins Herz geholt.

Bilder und Text by Jan Heesch

Better Joy

Amy Macdonald

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