Donnerstag 26. Februar 2026

Rob Zombie entfesselt mit „The Great Satan“ ein höllisches Comeback zwischen Hellbilly-Wurzeln und Punk-Attitüde

Release: 27. Februar 2026 Label: Nuclear Blast

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CD-Rezension: Mit The Great Satan veröffentlicht Rob Zombie sein achtes Solo-Studioalbum – und es ist eine deutliche Rückbesinnung auf die rohe, dreckige Energie seiner frühen Hellbilly-Phase. Statt überproduzierter Industrial-Wucht dominiert hier ein punk-infizierter Heavy Metal, der bewusst auf Direktheit, Tempo und rotzige Attitüde setzt. Das Album wirkt wie ein bewusstes Gegenstatement zur glattpolierten Gegenwart des Genres.

Sound & Produktion

Mit einer Spielzeit von kaum 40 Minuten ist The Great Satan kompakt und kompromisslos. Die Produktion ist trocken, riff-orientiert und weniger samplelastig als frühere Werke. Gitarren stehen klar im Vordergrund, die Drums klingen organischer, fast garage-artig. Der Industrial-Anteil ist nicht verschwunden, wird aber als Akzent eingesetzt, nicht als dominierende Klangarchitektur.

Auffällig ist die hohe Schlagzahl: Mehrere Tracks bleiben unter drei Minuten, zwei Interludes („Who Am I“, „Welcome To The Electric Age“) sind kaum länger als atmosphärische Skizzen. Das sorgt für Tempo, aber auch für eine gewisse Fragmentierung.

Songanalyse & Highlights

Der Opener „F.T.W. 84“ (3:56) setzt sofort die Marschrichtung: ein stampfender Groove, eingängiger Refrain, klassische Zombie-Slogans. Hier wird klar, dass Nostalgie gewollt ist.

„Tarantula“ (3:03) liefert ein schnelles, fast punkiges Riffing mit einem hookigen Chorus – einer der unmittelbarsten Songs des Albums.

Mit „I’m a Rock N Roller“ (3:33) folgt eine selbstironische Hymne, die musikalisch simpel gestrickt ist, aber live enormes Potenzial entfalten dürfte.

„Heathen Days“ (2:18) erinnert mit seinem aggressiven Drive an frühe Crossover-Elemente – kurz, prägnant, ohne Schnörkel.

„Black Rat Coffin“ (3:05) und „Sir Lord Acid Wolfman“ (3:46) stehen exemplarisch für Zombies Horror-Ikonografie: schwere Riffs, okkulte Bildsprache und ein hypnotischer Midtempo-Groove. Letzterer gehört zu den stärksten Tracks der Platte.

Gegen Ende steigert sich das Album nochmals:
„Revolution Motherfuckers“ (2:33) ist ein rotziger Hardcore-Brecher, während „Unclean Animals“ (3:34) mit düsterem Refrain und dichter Atmosphäre überzeugt.

Die kurzen Stücke wie „The Black Scorpion“ (1:33) oder „Grave Discontent“ (1:01) wirken hingegen eher wie konzeptionelle Skizzen – interessant, aber nicht zwingend essenziell.

The Great Satan – Rob Zombie

Release: 27. Februar 2026
Label: Nuclear Blast

Anspieltipps

  • Sir Lord Acid Wolfman – atmosphärisch dicht, starker Groove
  • Tarantula – eingängig und energiegeladen
  • Unclean Animals – dunkle Hook, klassischer Zombie-Vibe
  • F.T.W. 84 – repräsentativer Opener mit Live-Potenzial

Gesamtbewertung

The Great Satan ist kein stilistischer Neuanfang, sondern eine bewusste Rückkehr zu den Wurzeln. Die Reduktion auf punkige Direktheit funktioniert über weite Strecken sehr gut, allerdings fehlt es manchen Tracks an kompositorischer Tiefe. Die Kürze vieler Songs erzeugt Dynamik, verhindert aber gelegentlich nachhaltige Entwicklung.

Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Ein kraftvolles, schnörkelloses Album, das Fans der frühen Phase von Rob Zombie voll bedienen dürfte – roh, laut und mit kalkulierter Provokation.

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