Donnerstag 26. Februar 2026

„Hit me, Suchti, one more time!“ – Suchtpotenzial im (S)Hitstorm der guten Laune

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Sie sind laut, sie sind wild – und sie sind einfach nicht zu bremsen! Seit über einem Jahrzehnt rocken Ariane Müller und Julia Gámez Martin als Suchtpotenzial die Bühnen zwischen Kabarett, Konzert und Comedy. Ihr Sound ist mal Chanson, mal Rock, mal völliger Wahnsinn – aber immer ehrlich, intelligent und garantiert suchterzeugend.

Am 20. März 2026 kommt das gefeierte Duo mit seiner neuen Show „(S)Hitstorm“ ins Capitol Mannheim – und feiert damit die große Mannheim-Premiere. Das Programm ist eine explosive Mischung aus den größten Hits ihrer 12-jährigen Bandgeschichte und brandneuem, „geilem Scheiß von heute“.

Mit Songs wie „Ficken für den Frieden“, „Genauso Scheiße“ oder „Mett-Tourette“ haben sie bewiesen, dass man Haltung und Humor perfekt verbinden kann. Zwischen Flügel, Gitarre und pointierten Wortgefechten balancieren die beiden auf dem schmalen Grat zwischen Hit und Shitstorm – und bleiben dabei immer charmant anarchisch.

Wir haben mit den beiden über Mut, Musik, Meinungsfreiheit und Memes gesprochen – und darüber, warum man manchmal einfach laut sein muss, um gehört zu werden.

Julia, Ariane – euer neues Programm heißt „(S)Hitstorm“. Der Titel schreit förmlich nach Ärger. Was erwartet das Publikum – Shit, Hits oder beides?

Nartürlich beides. Wir überprüfen unser reichhaltiges Werk auf die größten Shitstürme und fragen seöbstkritisch, warum sich die Menschen so aufgeregt haben. Hehe, und wir spielen auch unsere besten Songs, das sind meistens dieselben Lieder.

Ihr steht seit über zwölf Jahren gemeinsam auf der Bühne. Wie schafft man es, in dieser Zeit kreativ, befreundet und trotzdem nicht verheiratet zu bleiben

Fernbeziehung. Da haben wir einen Tip für Paare, wenn man mit 600km Abstand getrennt lebt, geht es ganz gut. Berlin – Ulm ist die Lösung. Dann freut man sich auch, wenn man sich wieder sieht.

Euer Stil ist eine wilde Mischung aus Kabarett, Pop und totalem Wahnsinn. Gibt es für euch eigentlich musikalische Tabus – oder gilt: alles ist erlaubt, solange’s knallt?

Alles ist erlaubt, was wir beide gut finden. Das schränkt das ganze schon sehr ein und ist unser einziger Maßstab.

Mit Songs wie „Systemrelevant“ habt ihr auch ernste Themen humorvoll aufgegriffen. Wie schwer ist es, Haltung zu zeigen, ohne den Spaß zu verlieren?

Für uns ist es nicht schwer, aber wir machen das ja auch professionell.

Ihr habt in der Pandemie mit eurer Kunst lautstark auf die Lage der Kulturszene aufmerksam gemacht. Glaubt ihr, Satire kann tatsächlich etwas verändern – oder ist sie einfach euer Überlebensinstinkt?

Natürlich wollen wir mit Kunst die Welt verändern, in der Pandemie war uns aber halt auch einfach oft langweilig.

Von der Ulmer Theaterbühne bis zur ZDF-„Anstalt“ – euer Weg war alles andere als konventionell. Gab es Momente, in denen ihr dachtet: „Jetzt wird’s zu viel“ – oder treibt euch genau das an?

Wovon zu viel? Zuviel Geld? Zuviele Zuschauer? Also da is bei uns schon noch Luft nach oben.

Ihr seid beides starke, eigenständige Persönlichkeiten mit unterschiedlichen musikalischen Hintergründen. Wie findet ihr die Balance zwischen Ariane am Flügel und Julia auf 180?

Das ist die perfekte Konbination. Ariane am Flügel kann Julia von 180 runterbringen auf 120 BPM und dann singt sie sich den Ärger vom Leib.

Euer Humor polarisiert, aber genau das lieben die Fans an euch. Was war der absurdeste Shitstorm, den ihr bisher erlebt habt – und wie habt ihr reagiert?

Wahrscheinlich unser Song Gutmensch, den wir 2013 geschrieben haben und der dann 2015 von den Rechten gefeiert wurde als sich der Begriff gewandelt hat. Damals hatten wir einen Candystorm von rechts. Dann haben wir mit dem Song „Wutmensch“ geantwortet und dann kam unser erster krasser Shitstorm mit Morddrohungen. Darüber haben wir den Shitstorm Blues geschrieben. Musik ist unsere Therapiel

In eurer Show wird euer gesamtes musikalisches Oeuvre zelebriert – vom Frühwerk bis zum „Dosenbier“. Wenn ihr auf diese Jahre zurückblickt: Worauf seid ihr am meisten stolz?

Dass wir über 1000 Konzerte gespeilt haben und trotzdem keine Party ausgelassen haben.

Zum Schluss: Der Titel eurer Show ist „(S)Hitstorm“ – aber was bringt euch persönlich dazu, immer wieder einen neuen musikalischen Sturm zu entfachen?

Wir haben einfach immer noch Bock auf die Bühne zu gehen und den Laden zu zerficken.

Ein riesiges Dankeschön an Suchtpotenzial – Julia Gámez Martin und Ariane Müller – für dieses energiegeladene, ehrliche und unglaublich unterhaltsame Gespräch!
Ihr zeigt, dass Musik, Mut und Meinung perfekt zusammenpassen – und dass es manchmal genau der (S)Hitstorm ist, den unsere Bühnen brauchen.
Wir wünschen euch eine grandiose Mannheim-Premiere im Capitol, volle Häuser, laute Lacher und noch viele weitere Jahre zwischen Alkopop, Anarchie und Applaus.
Bleibt laut, bleibt echt – und bitte: Don’t stop the Suchti-Sound! 🎸 🔥
Interview by CK

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