
Die 80er Live Frankfurt 2026: 28.000 Fans feiern ihre musikalischen Helden
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Neonfarben, Hawaiihemden, Schweißbänder und jede Menge Hits: Am Samstag, 8. August 2026, wurde der Deutsche Bank Park Frankfurt für fast sechs Stunden zur großen Zeitmaschine. Rund 28.000 Besucher feierten bei „Die 80er Live“ einige der bekanntesten Stimmen des Jahrzehnts. Mit dabei waren Holly Johnson, Boy George, Kim Wilde, Alphaville, Camouflage, ABC, Tony Hadley und F.R. David. Ein Abend mit viel Nostalgie, überraschend starken Stimmen und einem Auftritt, über den anschließend wohl jeder sprach.
Neon, Glitzer und zurück in die eigene Jugend
Schon beim Blick auf das Publikum war klar, welches Jahrzehnt an diesem Abend regierte. Viel Neon. Sehr viel Neon. Dazu Hawaiihemden, Netzshirts, Glitzer und Schweißbänder. Manche Fans hatten sogar eigene Mikrofone dabei und sangen die großen Hits mit, als würden sie selbst auf der Bühne stehen.
Genau darum ging es. Für ein paar Stunden den Alltag ausschalten und zurück in eine Zeit reisen, in der viele der Besucher ihre Jugend erlebt hatten. Zwischen den einzelnen Künstlern hielt ein DJ die Stimmung hoch, sodass auf den Rängen und im Innenraum kaum längere Pausen entstanden.
Den Auftakt machte F.R. David. Spätestens bei seinem Welthit „Words“ waren die ersten großen Chöre im Stadion zu hören. Danach übernahmen Camouflage und lieferten mit „The Great Commandment“ einen dieser Songs, bei denen bereits die ersten Sekunden reichen. Die Menge wusste sofort Bescheid.
Kim Wilde, ABC und Tony Hadley liefern die großen Hits
Mit Kim Wilde stand anschließend eine der prägenden Popstimmen der 80er auf der Bühne. Auch Jahrzehnte nach ihren größten Erfolgen zeigte sie, dass diese Songs live funktionieren. Das Frankfurter Publikum war ohnehin gekommen, um mitzusingen, und nutzte jede Gelegenheit dazu.
Martin Fry von ABC brachte anschließend britischen Pop-Glamour ins Waldstadion, bevor Tony Hadley, die markante Stimme der New-Wave-Band Spandau Ballet, einen der optisch schönsten Momente des Abends auslöste. Bei „Gold“ gingen tausende Handylampen an. Ein modernes Lichtermeer für einen Song aus dem Jahr 1983.
Dann Alphaville. Bei „Forever Young“ hätte das Motto des gesamten Abends kaum passender sein können. 28.000 Menschen, viele davon mit Erinnerungen an ihre Jugend im Gepäck, sangen gemeinsam einen Song, der inzwischen selbst über 40 Jahre alt ist. Für ein paar Minuten fühlte sich das tatsächlich ziemlich zeitlos an.
Boy George sorgt für den großen Misston
Auf Boy George hatten viele Fans besonders gewartet. Entsprechend laut fiel der Empfang für den früheren Culture-Club-Sänger aus. Doch ausgerechnet sein Auftritt brachte die bis dahin bestens laufende 80er-Party beinahe zum Kippen.
Schon nach zwei Titeln war Schluss.
Offenbar hatte Boy George Probleme mit seinem In-Ear-Monitoring und konnte seine Musiker nicht richtig hören. Sichtlich genervt nahm der 65-Jährige das Mikrofon ab und wollte zunächst versuchen, ohne musikalische Begleitung weiterzumachen. Doch daraus wurde nichts. Ohne ausführliche Erklärung verließ er schließlich die Bühne.
Die Reaktion kam sofort. Ein lautstarkes Pfeifkonzert zog durch den Deutsche Bank Park. Viele Fans hatten wenig Verständnis für den abrupten Abbruch, gerade weil einige ausdrücklich wegen Boy George gekommen waren. Zu Beginn seines Auftritts hatte er noch erklärt, er freue sich über seinen ersten Auftritt, seit er „gecancelt“ worden sei. Wenig später war er verschwunden.
Ein ziemlich schräger Moment. Und der einzige echte Misston des Abends.
Holly Johnson rettet das Finale der 80er-Party
Jetzt musste der Schlussact ran. Und Holly Johnson hatte offensichtlich keine Lust, die 28.000 Besucher mit schlechter Laune nach Hause zu schicken.
Der ehemalige Frankie-Goes-to-Hollywood-Frontmann brachte genau das auf die Bühne, was nach dem Boy-George-Abbruch nötig war: Hits, Spielfreude und eine ordentliche Portion Energie. Die Stimmung drehte wieder. Schnell.
Natürlich durfte „Relax“ nicht fehlen. Und mit „The Power of Love“ bekam der Abend schließlich doch noch das große Finale, das diese fast sechsstündige Reise durch die 80er verdient hatte. Johnson zeigte dabei, dass die musikalischen Helden dieses Jahrzehnts keineswegs nur von Erinnerungen leben müssen.
„Die 80er Live“ in Frankfurt funktionierte gerade deshalb so gut, weil die Songs längst Teil der Biografien vieler Besucher geworden sind. Man kann „Forever Young“, „Gold“, „Words“ oder „The Great Commandment“ nach Jahrzehnten hören und braucht trotzdem nur wenige Takte, bis der Text wieder da ist.
28.000 Menschen haben das am Samstagabend ziemlich laut bewiesen.
ext & Fotos © by Boris Korpak | bokopictures













