Am 27. Februar 2025 bebte der Schlachthof Wiesbaden unter den wuchtigen Klängen von Urne, Mantar und Kvelertak. Drei Bands, drei unterschiedliche Soundgewalten und ein Publikum, das sich von der ersten bis zur letzten Sekunde in Ekstase schrie. Die Mischung aus Doom, Sludge, Black ’n‘ Roll und einer unbändigen Live-Energie machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Urne: Der perfekte Opener
Die Londoner Band Urne hatte die schwierige Aufgabe, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Doch von der ersten Note an war klar: Diese Band ist mehr als nur ein Opener. Mit „The Flood Comes Rushing In“ starteten sie in ein Set, das eine dichte Atmosphäre aus Post-Metal und wuchtigen Riffs aufbaute. Besonders „Serpent & Spirit“ und „The Burden“ zeigten die Stärke der Band: massive Soundwände, emotionale Tiefe und ein souveränes Zusammenspiel. Das Publikum nahm die Band begeistert auf, auch wenn sich noch nicht jeder vollständig aus der Reserve locken ließ.
Mantar: Brachial, roh und unerbittlich
Danach betraten Mantar die Bühne und von der ersten Sekunde an war klar, dass hier kein Stein auf dem anderen bleiben würde. Das Duo aus Bremen machte seinem Ruf als eine der intensivsten Live-Bands Deutschlands alle Ehre. „Age of the Absurd“ setzte direkt ein Zeichen: laut, dreckig und ohne Kompromisse. Es folgten Kracher wie „Spit“, „Astral Kannibal“ und „Egoisto“, die das Publikum vollends in ihren Bann zogen. Besonders „Halsgericht“ und „Hang ‚Em Low (So the Rats Can Get ‚Em)“ zeigten, warum Mantar mit nur zwei Mitgliedern so brachial klingen können. Hanno Klänhardt und Erinc Sakarya verstanden es meisterhaft, eine beklemmende, aber mitreißende Atmosphäre zu erschaffen. Die Fans honorierten es mit Circle Pits und euphorischem Jubel.
Kvelertak: Ein energiegeladener Abriss
Dann war es Zeit für den Headliner des Abends: Kvelertak. Die Norweger legten mit „Krøterveg Te Helvete“ los und rissen das Publikum sofort mit. Ihr einzigartiger Mix aus Black Metal, Punk und Classic Rock erzeugte eine unbändige Energie, die sich vom ersten Moment an übertrug. „Blodtørst“ und „Crack of Doom“ folgten und brachten die Menge zum Toben. Die Band zeigte sich in bestechender Spiellaune, angeführt von Ivar Nikolaisen, der mit unbändiger Energie und charismatischer Bühnenpräsenz zu überzeugen wusste.
Die Setlist war ein gelungenes Potpourri aus neuen Songs wie „Endling“ und Klassikern wie „Mjød“ oder „Bruane Brenn“. „Heksebrann“ verwandelte den Schlachthof in eine einzige brodelnde Masse aus Fans, die jede Zeile mitbrüllten. Der finale Song „Bråtebrann“ brachte den Abend zu einem würdigen Abschluss und ließ keinen Zweifel daran, dass Kvelertak eine der besten Live-Bands der aktuellen Metal-Szene sind.
Fazit
Was für ein Abend! Urne beeindruckten mit atmosphärischer Tiefe, Mantar entfesselten einen infernalischen Soundsturm, und Kvelertak setzten mit ihrer explosiven Show dem Ganzen die Krone auf. Die Mischung aus Heaviness, Melodie und ungefilterter Energie machte das Konzert zu einem Highlight des jungen Jahres 2025. Der Schlachthof Wiesbaden erlebte einen Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Text und Bilder by Jan Heesch
Urne
Mantar
Kvelertak