Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu – politisch, gesellschaftlich und medial war 2025 wieder ein Feuerwerk aus Kuriositäten, Skandalen, Schlagzeilen und Skurrilitäten. Zum Glück gibt es jemanden, der uns hilft, all das mit einem Augenzwinkern zu verarbeiten: ONKeL fISCH!
Seit nunmehr zehn Jahren touren Adrian Engels und Markus Riedinger mit ihrem legendären Programm „ONKeL fISCH blickt zurück – Der satirische Jahresrückblick“ quer durch die Republik. Mit messerscharfer Beobachtungsgabe, rasantem Tempo und gnadenlos komischem Timing verwandeln die beiden Kabarettisten 365 Tage Weltgeschehen in 120 Minuten höchst unterhaltsames Action-Kabarett.
Ob Bundestagswahl, internationale Politik, künstliche Intelligenz oder ganz banale Alltagsabsurditäten – kein Thema ist vor ihnen sicher. Ihr Erfolgsrezept: eine perfekte Mischung aus Wortwitz, Tiefgang und Spielfreude, die nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Wir haben mit den beiden energiegeladenen Satirikern über Humor in Krisenzeiten, politische Korrektheit und das Jubiläum ihres Jahresrückblicks gesprochen.
ONKeL fISCH (Adrian Engels & Markus Riedinger)
Adrian, Markus – herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum eures satirischen Jahresrückblicks! Wenn ihr auf die letzten zehn Jahre zurückschaut: Wie hat sich euer Blick auf das Weltgeschehen – und auf den Humor dazu – verändert?
Vielen Dank für die Glückwünsche – wenn wir eine Katze wären, würden wir uns jetzt spontan auf den Rücken drehen und anfangen wohlig zu schnurren.
Seit zehn Jahren blicken wir jetzt zurück und wir können sagen: JEDES Jahr fragen wir uns: Es kann doch nicht schon wieder so ein Wahnsinns-Jahr sein? So ein Jahr, wo eine verrückte Nachricht auf das nächste irre Zitat auf die nächste völlig aufgeblasene Übertreibung folgt. Und doch, das ist so, das hat sich nicht verändert und insofern haben wir auch immer noch das dringende Bedürfnis mit Humor dagegen zu halten. Das Lustige im alltäglichen Nachrichtenwust zu entdecken und gemeinsam mit unserem Publikum uns den Irrsinn von der Seele zu lachen. Damit man sich irgendwann auch wieder auf den Rücken drehen kann um wohlig zu schnurren.
2025 war politisch wie gesellschaftlich wieder ein ereignisreiches Jahr. Welche Schlagzeilen oder Themen haben euch diesmal besonders gereizt oder vielleicht sogar sprachlos gemacht?
Huh, wir versuchen mal drei Highlights aus dem bunten Feuerwerk 2025 raus zu picken.
Der Verwandlungskünstler des Jahres war für uns dieses Jahr eindeutig Friedrich Merz: Denn einen kompletten Wahlkampf lang in jedes Mikrofon, was ihm hingehalten wurde oder nicht, reinzurufen: Schuldenbremse! Schuldenbremse! Schuldenvollbremse! Aber kaum hat er die Wahl gewonnen, was ist das erste was er macht: Vollgas beim Sondervermögen, Schuldenbremse adé.
Sehr schön war auch die Meldung: Milliardär mietet Venedig. Jeff Bezos lässt mal eben für seine Hochzeit 200 Gäste in Privatjets einfliegen. Und das ist Realsatire: Eine Stadt, die wie kaum eine zweite vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist, vermietet sich an einen Typen, der wie kaum ein zweiter dafür sorget, dass der Markusplatz bald ein Freibad ist.
Und vielleicht noch eine von diesen skurrilen Meldungen, wo wir immer das Gefühl haben, die srogen für ein wohliges Schnurren ohne, das man groß was dazu sonst sagen muss: In Könitz bei Bern wurde eine lebende Ente in einer 30-iger Zone geblitzt mit 52 km/h. Sieben Jahren davor, wurde schon mal an der selben Stelle eine lebende Ente geblitzt, ebenfalls mit 52 km/h. Da weiß man gar nicht, was man sagen soll, außer: Der Ausdruck „Lahme Ente“ ist hier Quark.
Euer Jahresrückblick lebt vom schnellen Tempo und von präzisem Timing. Wie läuft der kreative Prozess bei euch ab – wer bringt welche Ideen ein, und wie entsteht daraus schließlich die Bühnenshow?
Entgegen dem allgemeinen Trend zur Diktatur sind wir hier bei ONKeL fISCH weiter große Fans der Demokratie. Das heißt jeder kann alles, muss alles und weiß alles besser. Einziger Nachteil: Wenn eine Demokratie aus 2 Personen besteht, ist die Entscheidungsfindung manchmal etwas schwer. Also ohne absolute Mehrheit.
Euer Programm balanciert stets zwischen Satire und Komik, zwischen Kritik und Spaß. Wo zieht ihr persönlich die Grenze zwischen scharfem Witz und möglicher Provokation?
Hier sind wir ja große Anhänger des alten Swinger-Mottos: Alles kann, nichts muss. Natürlich darf Satire Witze über alles machen, aber wir fragen schon immer: Haben wir einen Grund? Treten wir nach Unten? Was ist die Stoßrichtung? Und natürlich ist die Demokratie „ONKeL fISCH“ da auch nicht immer einer Meinung, aber das schöne ist, weil wir uns als Demokratie sehen, dürfen wir darüber diskutieren.
In Zeiten von Fake News, politischer Polarisierung und Social-Media-Überflutung: Welche Rolle kann Satire heute noch spielen – und warum braucht man sie vielleicht dringender denn je?
Die riesige Nachrichtenflut, Provokationen, Fakten, Falschmeldungen, Meinungen und Schlagzeilen mit dem Zusatz „Diese Meldungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen“ angefeuert von Social Media und einem Erregungsunternehmertum – auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Wir wollen mit Humor dagegen halten. Das Lustige im alltäglichen Nachrichtenwust entdecken, den Irrsinn von der Seele lachen. Damit man sich irgendwann auch wieder auf den Rücken drehen kann um wohlig zu schnurren.
Ihr werdet oft als „Meister des politischen Kabaretts“ bezeichnet. Was bedeutet euch dieser Titel – und wie bleibt man bei so viel politischem Wahnsinn trotzdem kreativ und neugierig?
Danke für die Blumen, aber: Nach der Show ist vor der Show.
Der satirische Jahresrückblick ist für viele Fans ein fester Bestandteil des Dezembers bzw. Januars geworden. Spürt ihr beim Publikum eine Art „Traditionsgefühl“ – nach dem Motto: Erst Weihnachten, dann ONKeL fISCH?
Darauf antworten wir mit dem alten Weihnachtsgedicht: Advent, Advent ein Lichtlein brennt: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier und dann spielt der ONKeL fISCH im Theater vor deiner Tür.
Eure Show vereint Kabarett, Musik, Parodie und Theater – fast wie ein satirischer Marathon. Wie schafft ihr es, nach so vielen Jahren immer noch diese unglaubliche Energie auf der Bühne zu halten?
Das ist was genetisches. Wir sind jetzt über 31 Jahre auf der Bühne unterwegs und wir können einfach nicht anders. Wir haben mal eine Show vor Jahren gespielt, die hieß „ONKeL fISCH auffem Sofa“ – und als Bühnenbild gab’s natürlich ein Sofa. Wir dachten, dann sind wir mal was ruhiger und springen nicht den ganzen Abend, tanzen, fechten und feuerwerken im Theater. Nun, das einzige, was an dem Abend nicht passiert ist: Dass wir mal ruhig auf dem Sofa gesessen haben. Und ganz ehrlich: Witze über Spitzenpolitiker sind lustig – aber Donald Trump im Spitzen-Tütü ist lustiger.
In eurer Show heißt es: „Aufregen?! Auf Regen folgt Sonnenschein.“ Ist das auch euer persönliches Lebensmotto – oder eher ein liebevoller Seitenhieb auf unsere gesellschaftliche Dauererregung?
Definitiv unser Lebensmotto und definitiv genauso sehr ein eine Beschreibung der Dauererregung. Denn auch hier gilt: Nach der Show ist vor der Show.
Zum Abschluss: Nach dieser Tour ist vor der nächsten. Gibt es schon Pläne, wohin es für ONKeL fISCH nach dem Jahresrückblick 2025 gehen wird – thematisch oder künstlerisch?
Der Jahresrückblick wird natürlich weiter gehen, aber für das kommende Jahr planen wir auch schon wieder ein neues Bühnenprogramm. Der Titel steht noch nicht fest, aber nach unseren letzten Programmen „Wahrheit – die nackte und die ungeschminkte“ und „Hoffnung – ein Serviervorschlag“ vielleicht sowas in der Richtung von „Auf den Rücken legen und wohlig schnurren“? Nach der Show…..
Ein herzliches Dankeschön an Adrian Engels und Markus Riedinger alias ONKeL fISCH für dieses humorvolle und tiefsinnige Gespräch!
Euer satirischer Jahresrückblick ist längst mehr als nur Kabarett – er ist eine pointierte Zeitreise durch unser kollektives Kopfschütteln, die uns Lachen, Staunen und Nachdenken zugleich schenkt.
Wir wünschen euch eine grandiose Tournee, begeisterte Zuschauer, unzählige Lachtränen – und weiterhin so viel kreative Energie, Spielfreude und Scharfsinn für alle kommenden Projekte! Interview by CK
Die Mannheim-Premiere von „ONKeL fISCH blickt zurück – Der satirische Jahresrückblick“ spielt das preisgekrönte Satire-Duo ONKeL fISCH am 13. Dezember in der Klapsmühl‘ am Rathaus. Der satirische Jahresrückblick mit dem Wichtigsten Witzigsten aus 2025.
Karten können telefonisch unter 0621 22488 reserviert werden oder direkt unter www.eventim.de/artist/onkel-fisch gebucht werden.
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Bild: ONKeL fISCH – Fotograf © Rainer Holz



