Amy Macdonald bei ihrem Konzert am 26. August 2026 beim Gießener Kultursommer auf dem Kloster Schiffenberg

Amy Macdonald begeistert beim Gießener Kultursommer auf dem Schiffenberg

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Ein warmer Sommerabend, die Mauern des Klosters Schiffenberg im Rücken und davor eine Stimme, die man nach wenigen Sekunden erkennt. Am 26. August 2026 machte Amy Macdonald mit ihrer Summer-2026-Tour Halt beim Gießener Kultursommer. Das Konzert war ausverkauft, der Einlass begann um 18:30 Uhr, der offizielle Veranstaltungsbeginn lag bei 20 Uhr.

Mit Blair Davie als Support bekam der Abend einen passenden schottischen Auftakt. Danach übernahm Amy Macdonald die Bühne und zeigte, warum ihre Mischung aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Handwerk auch fast zwei Jahrzehnte nach „This Is the Life“ noch funktioniert.

Blair Davie eröffnet den Abend mit viel Nähe

Den Anfang machte Blair Davie. Kein überladenes Bühnenbild, keine großen Effekte. Stattdessen Stimme, Songs und diese unmittelbare Singer-Songwriter-Nähe, die auf einer Open-Air-Bühne schnell verloren gehen kann.

In Gießen tat sie das nicht.

Mit „Coming Back Babe“, „Wouldn’t Be Right“, „It’s Good to See You Laughing“, „You Must Be A Miracle“, „So What?“, „Prague“ und „First & Last“ führte Davie kompakt durch sein Set. Mal ruhig, mal etwas beschwingter. Der Applaus zeigte deutlich, dass der Support nicht nur als Zeitfüller wahrgenommen wurde.

Das Publikum war bereit.

Amy Macdonald startet mit neuem Material

Gegen 21 Uhr begann der Auftritt von Amy Macdonald. Die dokumentierte Setzeit lag bei 21 bis 22:30 Uhr.

Eröffnet wurde mit „Is This What You’ve Been Waiting For?“, gefolgt von „Dream On“, „The Hudson“ und „Spark“. Damit machte Macdonald früh klar, dass sie nicht einfach nur ihre größten Hits abarbeiten wollte.

Das passte zum Tourkonzept. Der Gießener Kultursommer hatte ihren Auftritt ausdrücklich als Teil der Summer-26-Tour angekündigt.

Die neuen und jüngeren Songs standen also bewusst neben den Klassikern.

„Mr. Rock & Roll“ holt die ersten großen Chöre

Spätestens bei „Mr. Rock & Roll“ war das Gelände geschlossen dabei.

Der Song gehört seit 2007 fest zu Amy Macdonalds Karriere und funktioniert live noch immer deshalb so gut, weil er sofort auf Mitsingen ausgelegt ist. Die ersten Takte reichten, dann übernahm das Publikum große Teile des Refrains.

Die historische Kulisse tat ihr Übriges.

Zwischen Klostermauern, warmem Abendlicht und einer dicht gefüllten Open-Air-Fläche entstand genau diese Mischung, die den Schiffenberg als Konzertort so besonders macht.

Schottland rückt plötzlich ganz nah

Mit „Woman of the World“ ging es weiter, bevor Amy Macdonald einen besonders persönlichen Akzent setzte.

„Flower of Scotland“.

Nur mit ihrer Stimme brachte sie das traditionelle schottische Lied in den Abend. Kein großes Arrangement. Kein Druck. Einfach dieser eine Moment.

Und er funktionierte.

Für ein paar Minuten lag eine ganz andere Stimmung über dem Platz. Man hörte zu. Still.

Danach nahm das Konzert mit „Pride“ und „Don’t Tell Me That It’s Over“ wieder Fahrt auf.

Zwischen Folk-Pop und kräftigeren Rockmomenten

Amy Macdonalds Stärke liegt darin, dass ihre Songs nicht alle gleich gebaut sind.

„I’m Done (Games That You Play)“, „Run“ und „Slow It Down“ bewegten sich zwischen treibenderen Pop-Rock-Momenten und ruhigeren Passagen. Ihre Band spielte dabei präzise, aber nie glatt.

Das war wichtig.

Denn gerade bei Macdonald lebt vieles von dieser leicht rauen Kante in der Stimme. Wenn alles zu sauber würde, ginge ein Teil der Wirkung verloren.

So blieb der Abend lebendig.

„Poison Prince“ führt zurück an den Anfang

Mit „Poison Prince“ griff Amy Macdonald tief in ihre frühe Karriere.

Der Song stammt vom Debütalbum „This Is the Life“ und gehört zu jenen Titeln, die ihren Sound damals praktisch definierten. Akustische Gitarren, klare Melodie, markanter Rhythmus.

Live wirkte der Song 2026 immer noch frisch.

Auch deshalb, weil er nicht als nostalgischer Pflichtpunkt daherkam, sondern sauber in die Dramaturgie des Abends eingebaut war.

„Can You Hear Me?“ und die Band im Mittelpunkt

Mit „Can You Hear Me?“ leitete Macdonald die Vorstellung ihrer Band ein.

Das passte zu ihrer Art. Die Show wirkte nie so, als wäre hier nur eine Solokünstlerin mit austauschbarer Begleitung unterwegs. Die Musiker bekamen ihren Raum und trugen entscheidend dazu bei, dass die Songs live deutlich größer wirkten als auf Platte.

„Statues“ und „Barrowland Ballroom“ führten anschließend weiter Richtung Finale.

Gerade „Barrowland Ballroom“ hatte dabei noch einmal deutlich schottischen Einschlag. Der legendäre Veranstaltungsort in Glasgow ist eng mit der Musikgeschichte des Landes verbunden, und der Song transportierte genau dieses Gefühl von Heimat und Konzertkultur.

„This Is the Life“ gehört allen

Dann kamen diese Takte.

„This Is the Life“.

Mehr brauchte es nicht.

Das Publikum erkannte den Song sofort, und innerhalb weniger Sekunden wurde aus einer Solonummer ein gemeinsamer Chor. Der Hit ist der Song, mit dem Amy Macdonald weltweit bekannt wurde, und in Gießen zeigte sich noch einmal, warum er bis heute funktioniert.

Kein großer Effekt.

Nur Melodie, Rhythmus und tausende Stimmen.

Akustische Zugabe mit schottischer Note

Für die Zugabe ging Amy Macdonald zunächst einen Schritt zurück.

„We Survive“ präsentierte sie akustisch und schuf damit einen bewussten Kontrast zum druckvolleren Hauptset. Danach folgte „The Glen“, ein Cover von Beluga Lagoon, das den schottischen Charakter des Abends noch einmal aufgriff.

Den endgültigen Schlusspunkt setzte „Let’s Start a Band“.

Noch einmal volle Band. Noch einmal Bewegung. Noch einmal Applaus.

Dann war Schluss.

Ein starker Open-Air-Abend auf dem Schiffenberg

Das ausverkaufte Konzert zeigte, warum Amy Macdonald auch 2026 ein großes Publikum erreicht. Nicht mit überladener Inszenierung. Sondern mit Songs, einer unverwechselbaren Stimme und genügend Haltung, um bekannte Hits genauso selbstverständlich neben neues Material zu stellen.

Blair Davie eröffnete den Abend ruhig und direkt. Amy Macdonald übernahm anschließend mit 20 Songs und rund 90 Minuten Spielzeit. Die dokumentierte Setlist vom Schiffenberg bestätigt den Ablauf vom Opener „Is This What You’ve Been Waiting For?“ bis zum Abschluss „Let’s Start a Band“.

Der Schiffenberg passte dazu perfekt.

Historische Mauern, Sommerabend, schottischer Folk-Pop.

Mehr brauchte es nicht.

Text & Foto © Boris Korpak | <a href=“https://www.instagram.com/bokopictures“ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“>bokopictures</a>

Setlist Amy Macdonald

  1. Is This What You’ve Been Waiting For?
  2. Dream On
  3. The Hudson
  4. Spark
  5. Mr. Rock & Roll
  6. Woman of the World
  7. Flower of Scotland
  8. Pride
  9. Don’t Tell Me That It’s Over
  10. I’m Done (Games That You Play)
  11. Run
  12. Slow It Down
  13. Poison Prince
  14. Can You Hear Me?
  15. Statues
  16. Barrowland Ballroom
  17. This Is the Life

Zugabe:

  1. We Survive (Acoustic)
  2. The Glen
  3. Let’s Start a Band

Text & Foto © Jan Heesch

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