
Arch Enemy im Kölner E-Werk: Schwedischer Death Metal brennt sich durch die Halle
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Arch Enemy im Kölner E-Werk: Schwedischer Death Metal brennt sich durch die Halle
Zwischen den anstrengenden Festival-Wochenenden im Sommer noch schnell einen Club-Abend einschieben? Für eine Band vom Schlage Arch Enemy schien kein Weg zu weit zu sein. Nachdem die Schweden bereits im Frühjahr die europäischen Hallen in Grund und Boden gespielt hatten, legten sie auf dem Weg zu den nächsten Open-Air-Bühnen einen Zwischenstopp im Kölner E-Werk ein. Für die Fans, die ihre Idole gerne abseits der großen Festivalbühnen in schwitziger Club-Atmosphäre erleben wollten, gab es an diesem Abend ohnehin kein Halten mehr. Im Gepäck hatten sie ein mächtiges Metal-Paket mit Dawn Of Disease und The Charm The Fury.
Stau-Drama und groovender Death Metal von Dawn Of Disease
Dass eine Liveshow nicht immer nach Plan beginnt, bekamen die Fans direkt zum Auftakt zu spüren. Die Death-Metal-Truppe Dawn Of Disease steckte kurz vor der Show in einer Vollsperrung fest. Bis wenige Minuten vor dem Einlass stand in den Sternen, ob die Band überhaupt rechtzeitig die Kurve kratzt. Doch das Timing hielt: Zwar denkbar knapp, aber pünktlich standen die Musiker auf der Bühne. Große Ansagen sparte sich der Opener ohnehin – hier sprach der Sound. Mit ihrem kompromisslosen, stark groovenden Death Metal nahmen sie das Kölner Publikum direkt in die Mache und sorgten trotz der kurzen Vorwarnzeit für einen sauberen Start.
The Charm The Fury heizen dem E-Werk ein
Als zweite Vorband übernahmen The Charm The Fury aus Belgien das Zepter. Als erste von zwei „Female Fronted“-Formationen des Abends bauten sie nahtlos auf der Energie auf, die Dawn Of Disease vorgelegt hatten. Vor allem Frontfrau Caroline Westendorp fegte mit einer unbändigen Live-Präsenz über die Bretter. Ihre Vocals und die treibenden Riffs der Band griffen wie Zahnräder ineinander, sodass die Menge im Saal jeden einzelnen Song lautstark abfeierte. Wie so oft bei Support-Acts verging die Zeit viel zu schnell, doch der Schmerz währte nur kurz – der Hauptact stand bereits in den Startlöchern.
Arch Enemy als unaufhaltsame Death-Metal-Dampfwalze
Über den Headliner muss man im Grunde nur wenige Worte verlieren: Arch Enemy haben sich über die Jahre zu einer unerschütterlichen Institution des melodischen Death Metal aufgeschwungen. Sobald nach dem Intro die ersten Töne durch die Boxen drückten und Frontfrau Alissa White-Gluz mit blauem Haar und gewaltiger Stimmgewalt die Bühne stürmte, gab es im E-Werk keine Halben Sachen mehr.
Die Setlist war ein perfekt ausbalancierter Mix aus zeitlosen Klassikern und frischen Brechern vom damals aktuellen Album „Will To Power“. Arch Enemy zogen ihr kompromissloses 90-Minuten-Programm ohne nennenswerte Verschnaufpausen durch. Die Kombination aus den präzisen, messerscharfen Twin-Gitarrenläufen von Michael Amott und Jeff Loomis und Alissas brutaler Bühnenpräsenz trieb die Temperaturen im Saal schnell in den subtropischen Bereich. Es wurde gedrängt, gemosht und gefeiert – ganz egal, ob langjähriger Anhänger oder neuer Fan.
Mit dem letzten Akkord der Zugabe und dem obligatorischen Erinnerungsfoto von der Bühne in die jubelnde Menge fand ein intensiver Konzertabend sein Ende. Die Kölner Fans verließen das E-Werk klitschnass, erschöpft, aber mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht – bereit für den Heimweg nach einem echten schwedischen Metal-Brett.
Foto © by Jan Heesch














