
Sting & Shaggy in Fulda: Sommerliche Reggae-Rhythmen vor dem Domplatz
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Es ist wahrlich keine alltägliche Kombination: Ein britischer New-Wave-Adelstitel trifft auf einen jamaikanischen Dancehall-Star. Dass Sting und Shaggy auf die Idee kamen, gemeinsame Sache zu machen und gemeinsam auf Tournee zu gehen, klang auf dem Papier nach einem riskanten Experiment. Doch wer das ungewöhnliche Duo live erlebte, wusste sofort: Dieses Konzept geht voll auf. Die historische Kulisse des Domplatzes in Fulda bot an diesem lauen Sommerabend den perfekten Rahmen für ein Konzert der ganz besonderen Art. Die gespannte Erwartung im Publikum war vom ersten Moment an mit Händen zu greifen.
Wenn Pop-Klassiker auf jamaikanisches Feuer treffen
Sting und Shaggy warfen ihre jeweiligen Solokarrieren in einen großen Topf und strickten daraus eine Setlist, die mit rund 27 Songs absolut keine Wünsche offenließ. Das Spannende an dieser Kollaboration war die Art und Weise, wie die Stücke miteinander verschmolzen. Manche Nummern bekamen einen leichten, neuen Anstrich verpasst, ohne dabei ihren Kern zu verlieren. So wurde der ewige Sting-Klassiker „Englishman in New York“ behutsam mit dezenten, sonnigen Reggae-Elementen angereichert. Andere Monumente wie das sphärische „Desert Rose“ oder das unsterbliche „Fields Of Gold“ blieben hingegen unangetastet und entfalteten ihre emotionale Wucht in gewohnter Manier.
Auch umgekehrt funktionierte das Crossover tadellos: Shaggys Party-Kracher wie „Angel“ oder das wuchtige „Oh Carolina“ gewannen durch Stings markante, helle Backing-Vocals und die eingespielte Live-Band spürbar an Tiefe und kraftvoller Dynamik.
Fokus auf die Musik: Keine langen Reden, purer Vibe
Auf ausufernde Ansagen oder seitenlange Monologe verzichteten die beiden Protagonisten an diesem Abend fast gänzlich. Die Performance war straff, konzentriert und voll auf die Musik fokussiert. Es wurde nicht lange erklärt, sondern geliefert. Einzig Shaggy sorgte mit gezielten, energischen Aufforderungen immer wieder dafür, dass das Publikum in Fulda mitklatschte, sang und den Rhythmus aufnahm. Die Stimmung auf dem prall gefüllten Platz pendelte sich dadurch sofort auf ein Höchstniveau ein und blieb dort auch bis zur letzten Minute.
Nach einem rasanten musikalischen Schlagabtausch und der offiziellen Bandvorstellung durch Sting neigte sich der Abend seinem emotionalen Ende entgegen. Mit dem intimen, zerbrechlichen „Fragile“ setzten die beiden Ausnahmekünstler den Schlusspunkt unter einen Sommerabend, der in der Barockstadt noch lange nachhallen dürfte.
Foto & Text © by Jan Heesch














