
Das City Riot Festival in Wiesbaden: Ein epischer Abschied der Broilers vor der Kreativpause
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Wenn eine Band wie die Broilers zum großen Finale ruft, pilgern Tausende von Fans herbei, um einen unvergesslichen Meilenstein zu zelebrieren. Am 25. August 2018 verwandelte sich der Kulturpark direkt am Schlachthof Wiesbaden in das Epizentrum der deutschsprachigen Punkrock-Szene. Das „City Riot Festival“ markierte den allerletzten Live-Auftritt der Düsseldorfer vor ihrer wohlverdienten, kreativen Bandpause. Ein solcher Anlass verlangt nach einem Rahmen der Extraklasse – und so trommelte die Band Wegbegleiter und enge Freunde zusammen, um ein eintägiges Indoor- und Open-Air-Spektakel der Superlative auf die Beine zu stellen.
Hochkarätiges Line-up: Von Emscherkurve 77 bis Flogging Molly
Das Billing las sich wie das absolute „Who is Who“ des Punk- und Alternative-Adels. Neben Formationen, die die Band bereits während ihrer Tour zum aktuellen Album „SIC“ begleitet hatten, bereicherten weitere Herzensprojekte das Line-up.
- Emscherkurve 77 eröffneten den Tag bei bestem Festivalwetter und holten die ersten Frühankömmlinge sofort vor die Bühne.
- Drangsal übernahmen den Staffelstab, hielten die Energie hoch und verliehen dem Nachmittag eine herrlich düster-melancholische Note.
- Mit Booze & Glory betrat das erste echte Brett die Bretter: Die britischen Streetpunk-Haudegen lieferten kompromisslosen Sound, der die Menge endgültig auf Betriebstemperatur brachte.
- The Selector fielen mit ihrem tanzbaren Ska-Sound zwar angenehm aus dem Rahmen, passten aber perfekt in den musikalischen Kosmos und waren ein persönlicher Wunsch der Broilers gewesen.
- Als vorletzter Act übernahmen schliesslich Flogging Molly das Kommando. Wo die irisch-amerikanischen Folk-Punker auftauchen, brennt ohnehin die Luft – die lokale Security hatte ab diesem Moment keine ruhige Minute mehr, da eine schier unendliche Welle von Crowdsurfern über die feierende Menge rollte.
Das große Finale: Die Broilers brennen ein Live-Feuerwerk ab
Als schliesslich das obligatorische Intro der Broilers erklang, gab es auf dem vollgepackten Gelände am Schlachthof kein Halten mehr. Die Emotionen kochten über, und selbst die letzten Kräfte wurden mobilisiert. Jeder im Publikum wusste: Das ist vorerst die letzte Chance, diese Band live zu erleben. Und die Broilers spürten diesen Hunger ihrer Fans, lieferten vom ersten Akkord an ein absolut denkwürdiges Set ab.
Die Setlist war ein meisterhafter Querschnitt durch die Bandgeschichte. Neben gefeierten Hymnen wie „Wie weit wir gehen“, „Nur nach vorne gehen“, „Ihr da oben“ und „Ist da jemand?“ nutzte Frontmann Sammy die Bühne auch für klare Worte. Mit dem Titel „Keine Hymnen heute“ setzte die Band ein akzentuiertes Zeichen gegen gesellschaftliche Missstände und die aktuelle politische Lage.
Dass im Laufe des Spätsommerabends die Temperaturen empfindlich abkühlten, scherte absolut niemanden. Im dichten, schwitzenden Menschenmeer war von Kälte nichts zu spüren. Als zum finalen Song „Blume“ noch einmal sämtliche Gastmusiker des Tages die Bühne enterten, um gemeinsam mit den Broilers zu feiern, war der Gänsehautmoment perfekt. Ein fulminantes Bühnenfeuerwerk tauchte den Himmel über dem Wiesbadener Kulturpark in ein helles, strahlendes Licht und setzte den goldenen Schlusspunkt unter einen legendären Konzertsommer.
Text & Foto © by Jan Heesch














