
Erkenbert-Museum Frankenthal: Objekt des Monats August 2026
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Eine Geschosskugel aus Frankenthals Festungszeit
Das Erkenbert-Museum Frankenthal zeigt im August als Objekt des Monats in der Stadtbücherei eine gusseiserne Kanonenkugel, die auf die Zeit der Festung Frankenthal im 17. Jahrhundert zurückgeht, ganz nach dem Motto „Ein schweres Stück Geschichte“.
Am Mittwoch, 05. August um 16 Uhr stellt das Museumsteam das neue Objekt des Monats in der Stadtbücherei vor. Besucherinnen und Besucher haben dabei die Möglichkeit, Näheres zum Objekt zu erfahren und sich mit dem Museumsteam auszutauschen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Mehr zum Objekt
Zwischen 1600 und 1608 wurde Frankenthal nach den damals neuesten Grundsätzen des Festungsbaus mit Bastionen, Wällen und Wassergräben ausgebaut. Die Stadt galt bald als die stärkste linksrheinische Wehranlage der Kurpfalz. Ihr modernes Sternfestungs-System war darauf ausgelegt, Angriffen mit Kanonen wirksam standzuhalten. Dank der strategisch günstigen Lage am Rhein spielte Frankenthal im Dreißigjährigen Krieg eine regionale Schlüsselrolle und wurde mehrfach belagert. Besonders bekannt ist die spanische Belagerung von 1621 bis 1623. Nach fast zweijähriger Verteidigung musste die Stadt schließlich kapitulieren und blieb anschließend jahrzehntelang unter spanischer Besatzung. Ihr Ende fand die Festung im Pfälzischen Erbfolgekrieg: Im Jahr 1689 ließ der französische König Ludwig XIV. Frankenthal niederbrennen und die Festungswerke systematisch schleifen. Zwar wurde die Stadt später wieder aufgebaut, ihre militärische Bedeutung erlangte sie jedoch nie zurück.
Die heutige Frankenthaler Innenstadt wird von den Ringstraßen umschlossen, die den Verlauf der ehemaligen Wehranlage weitgehend nachzeichnen. Bei Bauarbeiten wurden hier immer wieder Zeugnisse der einstigen Festung entdeckt. Hierzu gehört auch die gusseiserne Geschützkugel, die im Bereich des ehemaligen Wallgeländes aufgefunden wurde.
Neben Vernarbungungen und Abplatzungen auf der Oberfläche ist insbesondere die mittig umlaufende Gussnaht gut erkennbar. Mit einem Durchmesser von rund 14 cm weist die Eisenkugel ein beachtliches Gewicht von etwa 10,4 Kilogramm auf. Sie entsprach damit einer Größenordnung, die bei schweren Belagerungskanonen, wie 24-Pfündern vorkam – also genau den Waffen, die gegen Bastionsfestungen wie Frankenthal eingesetzt wurden. Ein einzelner Treffer richtete oft wenig Schaden an – mehrere Schüsse auf dieselbe Stelle konnten hingegen Breschen in befestigte Wälle schlagen und selbst meterdicke Mauern zum Einsturz bringen.
Mehr zum Projekt
Das „Objekt des Monats“ ist ein gemeinsames Projekt des Erkenbert-Museums Frankenthal (Pfalz) und der Stadtbücherei, bei dem im Wechsel besondere Objekte des Museums in einer Vitrine im Eingangsbereich der Stadtbücherei ausgestellt werden. Hintergrund ist die derzeitige Schließung des Museums aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten. Das Museum bleibt in dieser Zeit mit einer Reihe von Aktionen und Ausstellungen unter dem Motto „Das Museum in der Stadt“ für die Öffentlichkeit sichtbar.
Weitere Informationen zum Objekt des Monats unter www.frankenthal.de/erkenbertmuseum














