Marius Müller-Westernhagen steht live mit seiner Band auf der Open-Air-Bühne der Loreley vor begeistertem Publikum und malerischer Rhein-Kulisse.

Marius Müller-Westernhagen auf der Loreley: Magisches Unplugged-Konzert am Rhein

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Es gibt Orte, deren landschaftliche und historische Aura Künstler unmittelbar in ihren Bann zieht. Als Marius Müller-Westernhagen an einem lauen Sommerabend im August die Freilichtbühne auf der sagenumwobenen Loreley betrat, zeigte er sich hoch über dem Rhein sofort tief beeindruckt. Man spürte dem Musiker in jeder Minute an, dass er sich unweigerlich fragte, warum er diesem magischen Veranstaltungsort in seiner langen Karriere nicht schon viel früher mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Doch was folgte, war ein nachgeholtes Gipfeltreffen der Extraklasse, das in dieser Intimität in keiner geschlossenen Halle der Welt zu wiederholen gewesen wäre.

Zweieinhalb Stunden Unplugged-Magie über dem Rhein

Gut gelaunt, nahbar und in absoluter Spiellaune bescherte Westernhagen seinen Fans einen unvergesslichen Abend. Gemeinsam mit seinen exzellenten Bandkollegen präsentierte er ein zweieinhalbstündiges Unplugged-Programm, das den perfekten Rahmen bot, um den Alltag komplett vor den Toren der Freilichtbühne zu lassen. Ohne wuchtigen Stadion-Overkill, dafür mit akustischer Tiefe und feinem Gespür für die Dynamik des Raumes, gelang es der Band von der ersten Sekunde an, eine fantastische, handgemachte Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen.

Die Songauswahl zog einen breiten Bogen quer durch seine jahrzehntelange Karriere. Zwar hatten Klassiker wie „Alkohol“ oder „Dicke“ längst ihren Platz räumen müssen, doch die verbleibende Setlist war ein echtes Hit-Feuerwerk. Nummern wie „Lass uns leben“ oder das nostalgische „Mit 18“ rissen die Zuschauer im Handumdrehen von den Sitzen; kaum jemand hielt es in den Reihen noch auf den Plätzen.

Bewegende Momente und musikalische Hommagen

Neben purer Feierlaune gab es an diesem Abend auch tief berührende, emotionale Augenblicke. So widmete Westernhagen den Jahrhundert-Song „Ich bin wieder hier“ der am Vortag verstorbenen Soul-Legende Aretha Franklin – ein Moment voll stiller, gemeinsamer Andacht. Zu Beginn der Zugabe zollte er einem weiteren im selben Jahr gegangenen Musik-Giant Tribut, indem er David Bowies Hymne „Heroes“ in einer eindrucksvollen deutschen Variante interpretierte.

Als sich der magische Abend schließlich seinem Ende zuneigte, durfte natürlich der Song nicht fehlen, der bei keinem Westernhagen-Konzert fehlen darf: Mit „Freiheit“ sang sich der Chor aus Tausenden Kehlen in den lauen Sommerabend, während die Lichter am Rhein langsam verblassten. Die Loreley hatte einmal mehr bewiesen, dass sie Künstler und Publikum gleichermaßen verzaubern und unvergessliche Erinnerungen schaffen kann.

Text & Foto © by Jan Heesch

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