Heaven Shall Burn live bei der Heimat Over Europe Tour 2026 in der Batschkapp Frankfurt

Heaven Shall Burn zerlegen die Batschkapp Frankfurt bei ihrer „Heimat Over Europe“-Tour

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Es war heiß. Sehr heiß sogar. Und als Heaven Shall Burn am 2. August 2026 die Bühne der Batschkapp Frankfurtbetraten, wurde es vor der Bühne noch einmal ein paar Grad unangenehmer. Im Rahmen ihrer exklusiven „Heimat Over Europe“-Club-Tour machten die Thüringer Station in Frankfurt und lieferten genau den Abriss, den sich ihre Fans von diesem Abend versprochen hatten.

Mit Sanguisugabogg und 200 Stab Wounds standen zuvor zwei Bands auf der Bühne, die nicht gerade dafür bekannt sind, ihr Publikum vorsichtig auf den Headliner vorzubereiten. Death Metal, brutale Riffs, Bewegung vor der Bühne. Ein ziemlich passendes Paket.

Sanguisugabogg und 200 Stab Wounds machen keine Gefangenen

Schon das Vorprogramm zeigte, in welche Richtung dieser Sonntagabend gehen sollte. 200 Stab Wounds und Sanguisugabogg brachten eine ordentliche Portion US-Death-Metal nach Frankfurt und machten aus der Batschkapp früh einen schwitzenden Hexenkessel.

Besonders vor der Bühne wurde es schnell eng. Die ersten Moshpits öffneten sich, Haare flogen und wer an diesem Abend mit einem frisch gebügelten Shirt gekommen war, konnte diesen Zustand ziemlich schnell vergessen.

Beide Bands verzichteten auf unnötiges Drumherum. Riffs raus, Köpfe runter, Vollgas.

Damit war der Boden bereitet.

Heaven Shall Burn starten mit „Counterweight“

Als Heaven Shall Burn schließlich übernahmen, gab es kein langsames Herantasten. Mit „Counterweight“ eröffnete die Band ihr Set und schickte die ersten Reihen direkt in Bewegung.

Es folgten „My Revocation of Compliance“ und „Voice of the Voiceless“. Spätestens jetzt war die Batschkapp komplett da. Sänger Marcus Bischoff stand wie gewohnt im Zentrum des Geschehens, während die Gitarren mit enormem Druck durch den Club gingen.

Crowdsurfer tauchten über den Köpfen auf, im Pit wurde geschoben und gerannt, an den Rändern wurde gebangt. Heaven Shall Burn mussten ihre Fans nicht lange bitten.

Die wussten selbst, was zu tun war.

„Heimat“ trifft auf mehr als zwei Jahrzehnte Bandgeschichte

Mit ihrem aktuellen Album „Heimat“ haben Heaven Shall Burn 2025 das nächste Kapitel ihrer langen Karriere aufgeschlagen. Bei der Club-Tour ging es trotzdem nicht darum, einfach nur das neue Material herunterzuspielen. Die Setlist griff tief in die Bandgeschichte.

„Godiva“„Confounder“ und „Numbing the Pain“ zeigten dabei unterschiedliche Seiten der Thüringer. Mal melodischer, dann wieder kompromisslos nach vorne. Gerade in einer vergleichsweise kompakten Halle wie der Batschkapp funktioniert dieser Sound besonders gut. Keine riesige Distanz zwischen Band und Fans, kein Stadiongraben. Alles passiert direkt vor einem.

Und laut.

Bei „Endzeit“ gibt es kein Halten mehr

Dann erklang das Intro „Awoken“.

Viele wussten sofort, was jetzt kam.

Mit „Endzeit“ brach einer jener Momente los, für die Heaven Shall Burn seit Jahren live gefeiert werden. Der Song braucht nur wenige Sekunden, um einen Pit in Bewegung zu setzen, und Frankfurt machte bereitwillig mit. Der Refrain wurde aus hunderten Kehlen zurück auf die Bühne gebrüllt.

Kurz darauf folgte mit „Black Tears“ das bekannte Edge-of-Sanity-Cover. Danach gab es kaum Gelegenheit, den Puls wieder herunterzubringen. „Übermacht“„A Whisper From Above“„March of Retribution“ und „Thoughts and Prayers“ hielten den Druck hoch.

Große Ansagen waren dabei Nebensache. Heaven Shall Burn ließen lieber ihre Songs arbeiten.

„War Is the Father of All“ bringt neues Material in die Zugabe

Nach dem regulären Set war natürlich noch nicht Schluss.

Für die Zugabe kehrten Heaven Shall Burn mit „War Is the Father of All“ zurück. Einer der Songs vom aktuellen Album „Heimat“, der live hervorragend in das ältere Material passt und zeigt, dass die Band nach all den Jahren keinen Grund sieht, musikalisch einen Gang zurückzuschalten.

Danach folgte „Tirpitz“.

Noch einmal gingen die Fäuste hoch. Noch einmal wurde vorne alles mobilisiert, was nach dem bisherigen Set überhaupt noch Energie übrig hatte.

„Valhalla“ wird zum großen Finale in Frankfurt

Für den letzten Song hatten sich Heaven Shall Burn einen Klassiker aufgehoben, der eigentlich aus einer anderen Ecke des Metal stammt: „Valhalla“ von Blind Guardian.

Und plötzlich sang die ganze Batschkapp.

Aus dem brachialen Metal-Abend wurde für ein paar Minuten ein riesiger Chor. Ein ziemlich kurioses, aber verdammt gut funktionierendes Finale. Marcus Bischoff musste Teile des Refrains kaum noch selbst übernehmen, so laut kam „Valhalla“ aus dem Publikum zurück.

Dann war Schluss.

Verschwitzte Shirts, heisere Stimmen, zufriedene Gesichter. Viel mehr musste man über diesen Abend eigentlich nicht sagen.

Heaven Shall Burn zeigen ihre Stärke im Club

Die großen Festivalbühnen sind für Heaven Shall Burn längst Alltag. Gerade deshalb hatte dieser Auftritt seinen Reiz. In einer Halle wie der Batschkapp Frankfurt sitzt man nicht irgendwo weit hinten und schaut auf Videowände. Man steht mittendrin.

Das passte zu einer Band, deren Musik von Bewegung, Druck und direkter Reaktion lebt.

Sanguisugabogg und 200 Stab Wounds hatten vorher schon ordentlich aufgeräumt. Heaven Shall Burn machten anschließend den Deckel drauf und zeigten, warum ihre „Heimat Over Europe“-Shows so gefragt sind.

Frankfurt bekam keinen gemütlichen Sonntagabend.

Frankfurt bekam Heaven Shall Burn.

Setlist Heaven Shall Burn – Batschkapp Frankfurt 2026

  1. Counterweight
  2. My Revocation of Compliance
  3. Voice of the Voiceless
  4. Godiva
  5. Confounder
  6. Numbing the Pain
  7. Awoken (Intro)
  8. Endzeit
  9. Black Tears (Edge of Sanity Cover)
  10. Übermacht
  11. A Whisper From Above
  12. March of Retribution
  13. Thoughts and Prayers

Zugabe:
14. War Is the Father of All
15. Tirpitz
16. Valhalla (Blind Guardian Cover)

Text & Fotos © by Jan Heesch

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