
Jason Derulo in Frankfurt: Festhalle wird zum Dancefloor
Beitrag teilen
Am 19. März 2024 machte Jason Derulo mit seiner „Nu King World Tour“ Station in der Frankfurter Festhalle. Der Abend setzte von Beginn an weniger auf klassische Konzertdramaturgie als auf Tempo: Tänzer, große Videoflächen, Feuer, Licht und schnelle Übergänge bildeten den Rahmen für eine Show, die sich quer durch mehr als ein Jahrzehnt seiner Karriere bewegte. Frankfurt lag dabei mitten in Derulos Deutschland-Block zwischen den Konzerten in Hamburg und Stuttgart.
Das Publikum musste nicht lange auf bekannte Songs warten. Nach dem „Nu King“-Intro startete Derulo mit „Whatcha Say“, danach folgten „Tip Toe“, „Wiggle“ und „Take You Dancing“. Vier Songs, bei denen sich schnell zeigte, in welche Richtung dieser Abend gehen sollte. Sitzenbleiben war zumindest im Innenraum keine ernsthafte Option.
Feuer, Tanz und ständig Bewegung auf der Bühne
Jason Derulo ist Sänger und Tänzer zugleich, entsprechend körperlich fiel die Produktion aus. Er verschwand nicht nach jedem Song hinter einer großen Inszenierung, sondern war selbst permanent Teil davon. Choreografien wechselten mit Gesangspassagen, daneben arbeitete die Show mit Flammen, Funken und kräftigen Lichtwechseln.
Gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern nutzte Derulo die komplette Bühne. Auch Les Twins, Laurent und Larry Nicolas Bourgeois, gehörten zu den Tänzern, die während dieser Produktion in Frankfurt zu sehen waren.
Bei einer solchen Menge an Bewegung bestand durchaus die Gefahr, dass die Songs irgendwann nur noch Begleitmusik zur Show werden. Das passierte erstaunlich selten. Spätestens wenn die ersten Takte von „In My Head“, „Ridin’ Solo“ oder „Savage Love“ liefen, war ohnehin sofort wieder die Musik vorne.
„Nu King“ trifft auf die großen Hits
Der Tourtitel kam nicht zufällig. „Nu King“ war erst am 16. Februar 2024 über Atlantic Records erschienen und ist Jason Derulos fünftes Studioalbum. In Frankfurt bekam die Platte entsprechend viel Raum. Zehn Songs des Albums tauchten in der Setlist auf, darunter „Acapulco“, „Mad Love“, „Hands On Me“, „U + I“ und „Spicy Margarita“.
Derulo machte daraus trotzdem keine reine Albumtour.
Mit „Whatcha Say“ ging es zurück zum Beginn seiner Solokarriere, „In My Head“ und „Ridin’ Solo“ folgten aus derselben frühen Phase. Später kamen „Trumpets“, „Swalla“, „Talk Dirty“ und „Want to Want Me“ hinzu.
Genau diese Mischung funktionierte in der Festhalle. Neue Songs konnten sich behaupten, aber sobald einer der älteren Hits einsetzte, wurde es noch einmal deutlich lauter.
DJ Sincere und Afro B bringen Frankfurt früh in Bewegung
Bevor Jason Derulo die Hauptshow übernahm, gehörte die Bühne DJ Sincere und Afro B. Beide begleiteten ihn als Support auf der Tour und sorgten dafür, dass der Abend nicht erst beim Hauptact Fahrt aufnahm.
Gerade Afro B passte mit seinem Afrobeats- und Afroswing-Sound gut in das musikalisch breit aufgestellte Programm. Danach konnte Derulo problemlos zwischen Pop, R&B, Dance und stärker rhythmisch geprägten Nummern wechseln, ohne dass daraus harte Brüche entstanden.
Eine lange Umbaupause hätte hier ohnehin nicht zum Abend gepasst. Alles war auf Bewegung ausgelegt.
Bei „Marry Me“ wird es für einen Moment ruhiger
Zwischen den großen Dance-Nummern ließ Derulo der Show aber auch Luft.
„It Girl“, „U + I“ und vor allem „Marry Me“ nahmen Tempo heraus. Die Bühne musste in diesen Minuten nicht permanent brennen. Stimmen und Melodien rückten stärker nach vorne, bevor „Spicy Margarita“ und „Trumpets“ die Festhalle wieder in die andere Richtung schoben.
Dieser Wechsel tat dem Konzert gut. Eine komplette Show nur aus Feuer, Bass und Choreografie hätte sich irgendwann selbst überholt.
Stattdessen wurden die ruhigeren Abschnitte zum kurzen Gegenpol, bevor wieder die nächste große Nummer wartete.
„Swalla“ und „Talk Dirty“ funktionieren sofort
Im letzten Drittel lagen die Publikumsfavoriten dicht beieinander.
Auf „Swalla“ folgten unter anderem „Don’t Wanna Go Home“, „Ayo Girl“ und „The Other Side“. Danach kam „Talk Dirty“, einer dieser Songs, bei denen kaum noch eine Aufforderung zum Mitsingen nötig war. Mit „Want to Want Me“ und „Down“ ging die Frankfurter Setlist schließlich ihrem Ende entgegen. Insgesamt sind für den Abend 28 gespielte Titel beziehungsweise Programmpunkte einschließlich Intro verzeichnet.
Da war längst klar, dass die „Nu King World Tour“ nicht auf ein bestimmtes Album reduziert werden konnte. Dafür war Derulos Hitkatalog inzwischen zu groß.
Die Festhalle bekam stattdessen eine kompakte Reise durch verschiedene Phasen seiner Karriere. Mal mit Pyrotechnik, mal mit großen Tanzbildern, zwischendurch deutlich reduzierter. Vor allem aber mit einer Schlagzahl, die kaum Zeit ließ, über den nächsten Song nachzudenken.
Frankfurt tanzte einfach weiter.
Setlist Jason Derulo Frankfurt 2024
- Nu King – Intro
- Whatcha Say
- Tip Toe
- Wiggle
- Take You Dancing
- Acapulco
- Breathing
- Cheyenne
- In My Head
- Ridin’ Solo
- Mad Love
- Savage Love (Laxed – Siren Beat)
- Hands On Me
- Love Tonight
- Jalebi Baby
- Coño
- It Girl
- U + I
- Marry Me
- Spicy Margarita
- Trumpets
- Swalla
- Don’t Wanna Go Home
- Ayo Girl
- The Other Side
- Talk Dirty
- Want to Want Me
- Down














