
Marc Martel bringt Queen-Magie in die SAP Arena Mannheim
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Ein paar Takte genügen. Dann ist diese Stimme da.
Am 5. Oktober 2024 machte „One Vision of Queen feat. Marc Martel“ Halt in der SAP Arena Mannheim und verwandelte die Halle für einen Abend in eine große Hommage an Queen. Der kanadische Sänger gilt seit Jahren als einer der stärksten Freddie-Mercury-Interpreten weltweit, will den Queen-Frontmann auf der Bühne aber bewusst nicht imitieren. Genau das macht den Reiz dieser Show aus.
Martel braucht weder Schnurrbart noch gelbe Lederjacke. Seine Stimme reicht.
„Tie Your Mother Down“ setzt sofort den Ton
Der Abend begann ohne langes Vorspiel. Mit „Tie Your Mother Down“ ging es direkt hinein in den großen Queen-Katalog.
Gitarren nach vorne, Schlagzeug dahinter, Marc Martel mittendrin.
Schon hier fiel auf, wie nah seine Stimme in bestimmten Passagen an Freddie Mercury herankommt. Nicht als billige Kopie. Eher wie eine verblüffende Erinnerung. Gleichzeitig behält Martel seine eigene Art, seine eigene Körpersprache und seinen eigenen Bühnencharakter. Genau das betont er auch selbst: Die Stimme dürfe an Mercury erinnern, auf der Bühne wolle er trotzdem Marc Martel bleiben.
Das funktioniert.
Queen-Klassiker tragen den ganzen Abend
Natürlich lebt diese Produktion von Songs, die längst Rockgeschichte geschrieben haben.
„Somebody to Love“, „Radio Ga Ga“, „I Want to Break Free“, „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“und „We Are the Champions“ gehören zum festen Kern der Show und sorgen regelmäßig für die größten Reaktionen. Auch die SAP Arena hatte genau diese Klassiker im Vorfeld angekündigt.
Bei „Somebody to Love“ zeigte Martel besonders deutlich, was seine Stimme kann. Die hohen Passagen saßen, der Ausdruck blieb glaubwürdig und das Publikum ging sofort mit.
Spätestens da war klar: Das hier ist keine gewöhnliche Tribute-Show.
„Love of My Life“ wird zum stillen Moment
Dann wurde es ruhiger.
„Love of My Life“ gehört zu diesen Queen-Songs, bei denen kein großes Spektakel nötig ist. Martel nahm den Druck aus der Show, ließ der Melodie Raum und machte daraus einen der emotionalsten Momente des Abends.
In einer großen Arena kann so ein Lied schnell verloren wirken.
Hier nicht.
Die Stimmung kippte für ein paar Minuten von laut zu konzentriert. Viele sangen leise mit, andere hörten einfach zu.
Genau solche Wechsel tun der Show gut.
Licht und Bühne greifen die Queen-Ästhetik auf
Auch optisch setzte „One Vision of Queen“ auf große Bilder.
Lichtwechsel, Videoflächen und eine klar auf die Songs abgestimmte Inszenierung griffen die visuelle Welt von Queen auf, ohne in eine reine Retro-Kopie abzurutschen. Die SAP Arena wurde damit nicht zu einer künstlichen 1986er-Wembley-Nachbildung.
Das wäre auch falsch gewesen.
Die Show lebt davon, bekannte Queen-Momente zu zitieren und gleichzeitig als eigene Produktion zu funktionieren.
„Bohemian Rhapsody“ bleibt der große Prüfstein
Dann kam „Bohemian Rhapsody“.
Bei einem Queen-Tribute ist dieser Song der Prüfstein. Zu bekannt. Zu groß. Zu viele Erwartungen.
Martel und seine Band gingen das Stück entsprechend konzentriert an. Die bekannten Wechsel zwischen Ballade, Opernpassage und Rockteil funktionierten, das Licht zog mit und das Publikum hing spätestens im finalen Abschnitt komplett drin.
Die Reaktion war entsprechend laut.
Kein Wunder.
„We Will Rock You“ und „We Are the Champions“ bringen das Finale
Zum Ende gab es dann die Songs, die praktisch jeder kennt.
Bei „We Will Rock You“ übernahm die Halle den Rhythmus. Stampfen, Klatschen, Mitsingen.
Danach „We Are the Champions“.
Mehr Finale braucht es kaum.
Die Show endete genau dort, wo sie enden musste: bei zwei Songs, die seit Jahrzehnten Stadien, Arenen und Generationen verbinden.
Marc Martel bewies in Mannheim, warum seine Queen-Shows international so gefragt sind. Er versucht nicht, Freddie Mercury zu spielen. Er singt Queen mit einer Stimme, die erstaunlich nah am Original liegt, und lässt gleichzeitig genug von sich selbst stehen. Genau diese Balance macht „One Vision of Queen“ stark.
Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures













