Barbara Colceriu erhält 2021 bei den Nibelungen-Festspielen Worms den Mario-Adorf-Preis

Mario-Adorf-Preis für Barbara Colceriu in Worms

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Großer Moment kurz vor dem Ende der Nibelungen-Festspiele 2021: Barbara Colceriu ist am 1. August 2021 mit dem Mario-Adorf-Preis ausgezeichnet worden. Die Schauspielerin überzeugte in der Uraufführung „LUTHER“ von Lukas Bärfuss als Friedrich, Kurfürst von Sachsen. Die Preisverleihung fand vor der Derniere im Heylshofpark statt.

Und der Namensgeber ließ es sich nicht nehmen, selbst nach Worms zu kommen. Mario Adorf gab gemeinsam mit dem Wormser Unternehmer und Preisstifter Harald Christ die Gewinnerin bekannt und überreichte ihr die Auszeichnung.

Barbara Colceriu überzeugt als Friedrich von Sachsen

In „LUTHER“ übernimmt Barbara Colceriu eine Figur, die für die Geschichte der Reformation von erheblicher Bedeutung ist. Als Friedrich von Sachsen bewegt sie sich mitten im politischen Machtgefüge, das Lukas Bärfuss rund um Martin Luther aufgebaut hat.

Luther selbst steht in der Inszenierung nicht auf der Bühne. Seine Gedanken und deren Folgen bestimmen trotzdem fast jede Szene. Gerade Figuren wie Friedrich werden dadurch umso wichtiger. Colceriu zeigt den Kurfürsten nicht als eindimensionalen Beschützer des Reformators, sondern als widersprüchlichen Menschen zwischen Macht, politischem Kalkül und eigener Haltung.

Das Kuratorium würdigte besonders, mit welcher Leichtigkeit und Präzision die Schauspielerin diese Ambivalenz sichtbar machte. Barbara Colceriu gehörte damit zu den auffälligen Ensemblemitgliedern der Inszenierung von Regisseurin Ildikó Gáspár.

Mario Adorf überreicht den Gläsernen Drachen

Der Mario-Adorf-Preis wurde 2021 zum dritten Mal vergeben. Die Auszeichnung existiert seit 2018 und würdigt besondere künstlerische Leistungen bei den Nibelungen-Festspielen. Dabei können Leistungen auf der Bühne ebenso ausgezeichnet werden wie Arbeiten hinter den Kulissen.

Bei der Zeremonie im Heylshofpark begrüßte Oberbürgermeister Adolf Kessel die Gäste. Neben Mario Adorf und Harald Christ waren unter anderem Intendant Nico Hofmann, der damalige Staatssekretär David Profit, Jürgen Breier von SCHOTT und der damalige Kuratoriumsvorsitzende Hans Werner Kilz anwesend. Kilz moderierte die Verleihung.

Im Mittelpunkt stand aber Barbara Colceriu.

Sie erhielt den sogenannten „Gläsernen Drachen“, eine Stele mit einem Drachenmotiv des Illustrators Hendrik Dorgathen. Gefertigt beziehungsweise gestiftet wurde die gläserne Auszeichnung von SCHOTT. Der Mario-Adorf-Preis war 2021 mit 10.000 Euro dotiert.

Harald Christ unterstützt den Theaterpreis

Finanziert wurde das Preisgeld von Harald Christ. Der gebürtige Wormser Unternehmer hatte den Mario-Adorf-Preis gestiftet und kündigte 2021 an, sein Engagement für weitere zwei Jahre fortzusetzen.

Damit blieb die Auszeichnung eng mit Worms und den Festspielen verbunden.

Der Preis trägt den Namen eines Mannes, der für die Geschichte der Nibelungen-Festspiele eine besondere Bedeutung besitzt. Mario Adorf gehörte zu den Initiatoren der Wiederbegründung des Theaterfestivals und stand 2002 selbst als Hagen vor dem Wormser Dom auf der Bühne. Seit 2018 erinnert der nach ihm benannte Preis an diese Verbindung.

Nach Ursula Strauss und Lisa Hrdina folgt Barbara Colceriu

Barbara Colceriu ist die dritte Preisträgerin des Mario-Adorf-Preises.

Bei der ersten Verleihung 2018 wurde Ursula Strauss ausgezeichnet. Ein Jahr später ging der Gläserne Drache an Lisa Hrdina. Da die Nibelungen-Festspiele 2020 pandemiebedingt nicht regulär stattfinden konnten, folgte die dritte Vergabe erst 2021 an Barbara Colceriu.

Damit endete die Festspielsaison für die Schauspielerin mit einer besonderen persönlichen Auszeichnung.

Wenige Stunden nach der Preisverleihung stand sie noch einmal als Friedrich von Sachsen auf der großen Freilichtbühne vor dem Wormser Kaiserdom. Die Derniere von „LUTHER“ bildete am 1. August den Schlusspunkt der Festspiele 2021. Die Produktion war seit dem 16. Juli vor dem Dom zu sehen.

Erst der Gläserne Drache. Dann noch einmal Bühne.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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