
ZUSTRA neues Studioalbum – I Am Water
Beitrag teilen
Wasser ist der älteste Geschichtenerzähler der Welt. Es trägt Erinnerungen, schenkt Leben, nimmt Leben, es überdauert Generationen, verbindet und trennt Kontinente und Menschen. Die Songwriterin ZUSTRA widmet ihr zweites Album „I Am Water“ jenem Element, aus dem alles entstanden ist und von dem alles abhängt. Wasser wird zum Leitmotiv für Fragen nach Vergänglichkeit und Entfremdung. Wie können wir in einer aus den Fugen geratenen Welt miteinander leben?
Bereits ihr Debütalbum „The Dream Of Reason“ wurde von Medien aus den USA über Schweden bis hin nach Japan für seinen cineastischen Sound und die lyrische Tiefe gelobt. Deutschlandfunk Kultur wählte es zum Album der Woche, der SPIEGEL zog Vergleiche zu Florence+the Machine und PJ Harvey, BBC Radio 6 spielte bereits ihre frühen Singles und das Berliner Stadtmagazin tip kürte ZUSTRA zu den spannendsten Newcomerinnen des Landes.
YouTube: ZUSTRA – I Am Water (Official Video)
Auf ihren Reisen durch Träume und Abgründe öffnet sich „I Am Water“ für neue Richtungen ein: Die zehn Tracks vereinen Dream Pop, Indie-Rock, klassische und elektronische Elemente, dazwischen eine Balkan-Blaskapelle und Trip-Hop-Vibes – experimentell, aber ebenso verspielt und lässig. Jeder Song erschafft eine eigene Klangwelt und erzählt eine eigene Geschichte – in Zeiten der Stromlinienförmigkeit von Streaming fast schon ein Aufbegehren. Ihre existentialistischen Lyrics sind sowohl intimer als auch politischer geworden.
Das Titellied „I Am Water“ etwa beginnt als Kammerspiel zu dunklem Klavier und Streichern und gipfelt in einer Eruption aus treibenden Drums und Synths. „Drink from me – there’s enough for everyone. Is there enough for everyone?“, singt die Künstlerin aus der Perspektive des Wassers selbst. Der Song ist ein Epos über Einsamkeit in der Welt und die Sehnsucht nach Verbindung.
Mit dem radiotauglichen „Down with the World“ wiederum liefert ZUSTRA ihre bisher tanzbarste Single. Energetische Beats, sonnige Synthesizer und ein Refrain, bei dem man sofort mitsingen will: „I want no seat at the table, I want all of us to sit on the ground!“ Selten klang eine Hymne über Ungleichheit und Machtverhältnisse so leichtfüßig. In „It’s All Been Done Before“ überrascht sie mit schmutzigen Gitarren, trockenem Humor und ihrer Jugendliebe zum Post-Punk der Nullerjahre. Die zärtliche Ballade „Lullaby for Laing“, für die sie ANIQO und Joanna Gemma Auguri als Gast-Sängerinnen eingeladen hat, ist ein Schlaflied für Erwachsene, die nachts von Sorgen wachgehalten werden.
Die Vielschichtigkeit von ZUSTRA kommt nicht von ungefähr. Als Musikjournalistin schrieb sie unter anderem für den Rolling Stone, mit ihrem Roman „Tot oder lebendig“ wurde sie für den Deutschen Popliteraturpreis nominiert, an den Universitäten Tübingen und Konstanz lehrt sie in den Medienwissenschaften. Die unterschiedlichen Perspektiven prägen auch ihr Songwriting. Verschiedene Einflüsse übersetzt sie in ihre eigene Sprache, diesmal übrigens auch buchstäblich: Auf dieser Platte singt sie erstmals ein paar Tracks ganz oder teilweise in ihrer Muttersprache Kroatisch. ZUSTRA wurde in Dubrovnik am Meer geboren und floh als Kind mit ihrer Familie vor dem Jugoslawienkrieg nach Deutschland.
„Banja Luka“ etwa komponierte sie ursprünglich für ihr Musiktheaterprojekt „Bosnia, My Love“, das im Juni seine Uraufführung feierte. Der britische Produzent Simon Ralph Goff (Tara Nome Doyle, EERA) hebt mit elektronischen Texturen die Gravitas dieser Drei-Minuten-Oper in futuristische Sphären. Goff, der für seine Arbeit an der Filmmusik von „Joker“ mit zwei Grammys ausgezeichnet wurde, produzierte neben ZUSTRAs langjährigem Weggefährten Danny Weber drei weitere Stücke des Albums, darunter „River“, das im Amazon-Prime-Thriller UN/DRESSED lief.
„Neulich habe ich ein Meme gesehen, wonach man mit nur einem Schluck Wasser potenziell in Kontakt mit Dino-DNA kommt. Da dachte ich, das ist doch genau meine Tasse Tee!“, sagt Ariana Zustra und lacht. „Wenn ich meinen großen Zeh ins Meer halte oder unter der Dusche stehe, bin ich mit mehr oder weniger vier Milliarden Jahren Erdgeschichte verbunden, wie durch eine Zeitmaschine. Das ist angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt, der politischen Lage, und dem eigenen kleinen Alltag doch sehr erdend.“
In „I Am Water“ fließt all das zusammen. Das Album verbindet das Persönliche mit dem Globalen und unterstreicht ZUSTRAs eigenständige Stimme im europäischen Indie-Pop. Es öffnet den Blick dafür, trotz aller Krisen nicht aufzugeben, nach Verbundenheit zu suchen.

ZUSTRA
I Am Water
Label: ℗© Ragusa Records
VÖ: 28.07.2026
Genre: Indie – Pop
Bei Amazon kaufen
Bei iTunes kaufen
Bild: ZUSTRA © Katharina Jung













