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Dirndl, Lederhosen und rot-weiß karierte Hemden bestimmten am 27. Oktober 2023 das Bild rund um die SAP Arena Mannheim. Der Grund stand wenig später selbst auf der Bühne: Andreas Gabalier machte mit seiner „Dirndl-Wahnsinn-Hulapalu!“-Tour Station in Mannheim und spielte vor ausverkauftem Haus. Die SAP Arena hatte das Konzert für 20 Uhr angesetzt, bereits ab 18.30 Uhr begann der reguläre Einlass.
Was danach folgte, war zweieinhalb Stunden lang ziemlich genau das, was seine Fans erwartet hatten. Volksmusik traf auf Rock, große Refrains auf ruhigere Momente. Und vor allem wurde getanzt.
Schon vor Konzertbeginn unterschied sich dieser Abend sichtbar von vielen anderen Arena-Shows. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren im Dirndl oder in Lederhosen gekommen. Auch zeitgenössische Berichte vom Mannheimer Konzert beschreiben die ausverkaufte Arena und ein Publikum, das sich passend zur „Dirndl-Wahnsinn-Hulapalu!“-Tour herausgeputzt hatte.
Gabalier brauchte entsprechend wenig Zeit, um diese Stimmung aufzugreifen. Sobald die ersten Takte erklangen, standen in vielen Bereichen der Halle die Menschen auf. Es wurde geklatscht, getanzt und mitgesungen.
Der Österreicher war dabei ständig in Bewegung. Mal mit Gitarre, dann wieder frei über die Bühne laufend, suchte er den Kontakt zu den ersten Reihen und spielte sichtbar mit den Reaktionen aus dem Publikum.
Andreas Gabalier hat seinen eigenen Stil längst fest etabliert. Akkordeon und volkstümliche Melodien treffen auf elektrische Gitarren, kräftige Drums und eine Bühnenshow, die eher an ein Rockkonzert erinnert als an einen traditionellen Volksmusikabend.
Genau diese Mischung funktionierte auch in Mannheim.
Mit seiner Band und den Backgroundsängerinnen Berenice Zsifkovits und Stella Jones setzte Gabalier auf einen druckvollen Live-Sound, ohne die Melodien und Dialekttexte in den Hintergrund zu drängen.
Dabei blieb der Sänger nicht permanent auf Vollgas. Zwischen den Songs nahm er sich Zeit für sein Publikum, erzählte, scherzte und bedankte sich für die langjährige Unterstützung.
Dann wieder: Gitarren nach vorne und weiter.
Bei einem Gabalier-Konzert gibt es einige Songs, auf die ein großer Teil des Publikums wartet. „I sing a Liad für di“gehört dazu.
Der Refrain funktionierte in der SAP Arena praktisch ohne Unterstützung. Die Halle sang mit, Gabalier ließ das Publikum übernehmen und genoss den Moment.
Auch „Zuckerpuppen“ durfte an diesem Abend nicht fehlen. Der Titel gehörte zur Tour-Setlist und lieferte einen jener ausgelassenen Momente, für die diese Produktion gebaut wurde.
Ein musikalischer Ausreißer war dagegen „Proud Mary“. Die Rocknummer brachte noch einmal eine andere Farbe in den Abend und gehörte nach einem Bericht vom Mannheimer Konzert tatsächlich zur dortigen Setlist.
Passte erstaunlich gut.
Eine große Arena kann plötzlich sehr ruhig werden.
Bei „Amoi seg’ ma uns wieder“ veränderte sich die Stimmung spürbar. Statt Party und Mitspringen stand für einige Minuten die emotionale Seite Gabaliers im Mittelpunkt. Der Song gehört seit Jahren zu seinen bekanntesten Balladen und wurde in Mannheim als Zugabe gespielt.
Gerade dieser Wechsel funktioniert bei seinen Konzerten. Ein paar Minuten zuvor wird noch ausgelassen getanzt, wenig später leuchten Handylichter durch die Arena und die Aufmerksamkeit liegt fast vollständig auf Stimme und Text.
Danach durfte es wieder lauter werden.
Und natürlich führte an „Hulapalu“ kein Weg vorbei.
Der 2015 veröffentlichte Song ist Gabaliers kommerziell erfolgreichste Single und wurde in Deutschland mit mehrfach Platin ausgezeichnet. Auf der „Dirndl-Wahnsinn-Hulapalu!“-Tour war der Titel entsprechend einer der festen Höhepunkte und wurde regelmäßig als Abschluss des Hauptsets eingesetzt.
In Mannheim brauchten die Fans dafür keine weitere Aufforderung.
Die SAP Arena tanzte. In den Rängen wurde geklatscht, vor der Bühne gingen die Arme nach oben und der Refrain kam von Tausenden zurück.
Das ist vielleicht der Kern eines Gabalier-Konzerts: Hier wird nicht still beobachtet. Man macht mit.
Nach rund zweieinhalb Stunden hatte Andreas Gabalier gezeigt, warum seine Mischung aus Volksmusik, Schlager und Rock große Hallen füllt. Der Abend lebte weniger von aufwendigen Überraschungen als von der direkten Verbindung zwischen Bühne und Publikum.
Gabalier spielte damit, provozierte Reaktionen, tanzte selbst über die Bühne und ließ seine Band ordentlich Druck machen. Und die ausverkaufte SAP Arena nahm jede Einladung zum Feiern dankbar an.
Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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