
Cro live in der Festhalle: 100 Prozent Rhythmus, Maske und Emotionen in Frankfurt
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Wenn ein Künstler, der ohnehin schon unzählige Rekorde gebrochen hat, nach einer Phase des musikalischen Innehaltens auf die ganz große Bühne zurückkehrt, knistert die Luft im Saal schon vor dem allerersten Beat. Genau diese elektrisierende Stimmung war am 11. November 2018 in der Festhalle Frankfurt deutlich zu spüren. Cro, der Rapper mit der legendären Panda-Maske, hatte im Rahmen seiner großen „stay tru. tour“ zum Tanz in die Mainmetropole geladen. Und die zehntausend Menschen in der Halle bekamen an diesem Abend exakt das auf die Ohren, worauf sie monatelang hingefiebert hatten: 100 Prozent Cro, ungeschminkt ehrlich und ohne künstliche Zusätze.
Vom Pausenknopf zurück in die ausverkaufte Arena
Die Geschichte bis zu diesem Abend liest sich wie ein rasantes modernes Musikmärchen. Mit seinen ersten beiden Alben „Raop“ und „Melodie“ räumte der Stuttgarter alles ab, was die deutsche Musiklandschaft herzugeben hat. Er spielte als bis dato jüngster Künstler überhaupt ein viel beachtetes MTV Unplugged-Set ein, füllte immer größere Hallen und bespielte am Ende mühelos ganze Stadien. Das Motto schien zu lauten: Schneller, weiter, glänzender, lauter.
Doch irgendwann kommt bei jedem Ausnahmekünstler der Punkt, an dem man die Außenwelt bewusst auf stumm schalten und den Pausenknopf drücken muss, um sich selbst im gewaltigen Trubel nicht zu verlieren. Genau diese intensive Reflexion der vergangenen fünf Jahre floss in sein Album „tru.“ ein, das im September 2017 erschien. Es war ein bis dahin ungewohnt tiefer, persönlicher Blick in das Innere eines Musikers, der sonst meist perfekt das Bild des unantastbaren „Superstars Inkognito“ verkörperte. Nach der rasend schnell ausverkauften „tru. club tour“ – quasi der Live-Premiere im engsten Kreis – war es nun Zeit, diese rohe musikalische Ehrlichkeit auf der großen „stay tru. tour“ mit der breiten Masse zu teilen. Genauso echt, aber eben mit voller Wucht für alle.
Ein Künstler, der sich auf der großen Bühne blind zurechtfindet
Als Cro schließlich im satten Bühnenlicht erschien, entlud sich die aufgestaute Vorfreude in der Frankfurter Festhalle in ohrenbetäubendem Jubel. Man merkte dem Rapper von der ersten Sekunde an an, wie sehr er dieses Bad in der Menge liebt. Dass er riesige Flächen und Zehntausende von Menschen problemlos im Griff hat, hatte er im Vorfeld bereits auf der altehrwürdigen Loreley Freilichtbühne und beim Hessentag 2018 in Korbach eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In Frankfurt knüpfte er nahtlos an diese massive Energie an. Er tänzelte über die Bühne, suchte den Kontakt zu den ersten Reihen und hielt das Tempo durchgehend hoch.
Fette Beats, krasse Vibes und eine restlos glückliche Crowd
Was die reine Produktion betrifft, wurde in der Festhalle definitiv nicht gekleckert. Das aufwendige Lichtdesign saß punktgenau zu jedem Drop, während der Sound drückend, aber glasklar durch den Innenraum und die Ränge peitschte. Doch am Ende war es nicht die Technik, die den Abend trug, sondern die spürbare Chemie zwischen dem Künstler und seiner Crowd. Neue, atmosphärische Tracks wurden extrem gefeiert und sorgten für kollektives Kopfnicken, während bei den unbeschwerten Klassikern der Anfangsjahre die gesamte Halle ausrastete und jede Zeile lautstark mitgrölte.
Cro präsentierte sich in Frankfurt in absoluter Bestform – bestens gelaunt, extrem spielfreudig und trotz Maske nahbar wie selten zuvor. Ein Konzertabend, der nicht nur musikalisch ordentlich ablieferte, sondern eindrucksvoll zeigte, dass hinter der Panda-Fassade ein Ausnahmetalent steckt, das noch lange nicht am Ende seiner Reise angekommen ist.
Text & Foto © by Jan Heesch














