Sänger Brent Smith performt energiegeladen und schweißgebadet mit Mikrofon auf der Bühne der Batschkapp Frankfurt vor einem feiernden Publikum.

Shinedown in der Batschkapp Frankfurt: Wenn Grunge auf knallharten Hardrock trifft

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Es gibt diese Konzertabende, bei denen schon vor dem ersten Akkord klar ist, dass die Wände schwitzen werden. Als Shinedown im Rahmen ihrer Europatournee in der Frankfurter Batschkapp aufschlugen, lag genau diese knisternde Spannung in der Luft. Die Jungs aus Jacksonville, Florida, hatten nicht nur ihr gefeiertes sechstes Studioalbum „Attention Attention“ im Gepäck, sondern auch eine Wagenladung geballter Live-Energie, die den legendären Club in der Mainmetropole binnen Minuten in einen wahren Hexenkessel verwandelte.

Dystopische Vorboten: Starset heizen der Batschkapp ein

Bevor der Headliner die Bühne enterte, durften die Special Guests von Starset ran – und bewiesen eindrucksvoll, dass sie weit mehr sind als nur ein klassischer Einheizer. Die US-Formation bewegt sich musikalisch souverän in der Schnittmenge aus treibendem Rock und satten elektronischen Elementen. Wer die Band kennt, weiß: Hier wird kein simples Set runtergespielt. Starset haben sich über die letzten Jahre ein komplexes, visuell fesselndes Konzept einer dystopischen Sci-Fi-Welt erschaffen. Mit ihren futuristischen Outfits und einem cineastischen Sound zogen sie das Frankfurter Publikum sofort in ihren Bann und rollten den musikalischen Teppich für den Hauptact formvollendet aus.

„Attention Attention“: Ein musikalischer Befreiungsschlag live auf der Bühne

Als nach einer kurzen Umbaupause schließlich Shinedown das Zepter übernahmen, gab es kein Halten mehr. Frontmann Brent Smith, der stimmlich an diesem Abend in absoluter Höchstform agierte, hatte die Menge vom ersten Moment an fest im Griff. Im Zentrum der Setlist standen natürlich die Tracks des im Mai erschienenen Hitalbums „Attention Attention“, das der Band völlig zurecht Spitzenplatzierungen weltweit – darunter Platz 5 in den USA und Top-25-Notierungen im deutschsprachigen Raum – bescherte.

Live drückten die neuen Songs mächtig aufs Gaspedal, offenbarten aber gleichzeitig jene emotionalen und stilistischen Nuancen, für die der heutige Bassist Eric Bass maßgeblich mitverantwortlich zeichnet. Wahnsinnige 22 Songs hatte dieser während der letzten Mammut-Welttournee aus dem Ärmel geschüttelt, die schließlich das Fundament für das aktuelle Album bildeten.

Keine unnötigen Beschränkungen: Die Evolution von Shinedown

Dass die Batschkapp an diesem Abend so gnadenlos mitging, liegt nicht zuletzt an der überragenden Historie der Band. Bereits Anfang des Jahrtausends bekam Sänger Brent Smith seinen Majordeal, musste sich aber erst seine perfekte musikalische Familie zusammenbauen. Mit Gitarrist Jasin Todd, Bassist Brad Stewart und dem heutigen Drummer Barry Kerch fand er diese damals. Seine Devise lautete von Tag eins an: „Unsere musikalische Basis ist Grunge. Aber erlaubt ist, was gefällt. Bloß keine unnötigen Beschränkungen.“

Genau diese Offenheit zahlte sich aus und ließ Shinedown mit Meilensteinen wie „The Sound Of Madness“ oder „Amaryllis“ zu internationalen Superstars mit über zehn Millionen verkauften Tonträgern reifen. In Frankfurt servierte das Quartett einen wuchtigen Querschnitt dieser Erfolgsgeschichte. Die satten Gitarrenriffs und die treibende Rhythmusfraktion ließen den Schweiß von der Decke tropfen, während Smiths charismatischer Gesang für absolute Gänsehaut-Momente sorgte.

Schweiß, Mitsing-Hymnen und ein restlos glückliches Publikum

Der Sound in der Batschkapp war drückend, laut, aber erfreulich transparent abgemischt, sodass selbst die feineren Melodiebögen nicht im Gitarrengewitter untergingen. Wenn eine Band elf Nummer-eins-Singles in den US-Mainstream Rock Charts auf dem Kerbholz hat, bleibt es nicht aus, dass sich ein Konzertabend wie ein einziges Hit-Feuerwerk anfühlt. Die Fans gröhlten jede Zeile mit, tanzten sich die Seele aus dem Leib und feierten ihre Helden auf der Bühne bedingungslos ab.

Nach einem intensiven, energiegeladenen Set entließen Shinedown ein restlos erschöpftes, aber glückliches Publikum in die kühle Frankfurter Nacht. Ein Abend, der eindrucksvoll untermauerte: Der Geist des 90er-Grunge lebt weiter – moderner, wuchtiger und mitreißender denn je.

Text & Foto © by Jan Heesch

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