Ed Sheeran steht ganz allein mit seiner Akustikgitarre auf der riesigen Bühne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen vor ausverkauftem Publikum.

Ed Sheeran live in Gelsenkirchen: Eine Ein-Mann-Show der absoluten Superlative

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Schon im Vorfeld sorgte dieses Konzert für reichlich Gesprächsstoff, denn das Location-Chaos mit gleich zwei Standortwechseln trieb den Veranstaltern im Vorfeld einige Sorgenfalten auf die Stirn. Doch als die finalen Formalitäten geklärt waren und feststand, dass die Veltins-Arena in Gelsenkirchen die Massen auffangen würde, gab es kein Halten mehr. Die enorme Nachfrage sprengte alle Dimensionen: Ursprünglich war die Sause für einen einzigen Termin mit gigantischen 85.000 Fans geplant. Letztlich wurde das Event auf zwei Tage aufgeteilt, um der Ticketflut Herr zu werden.

Jamie Lawson und Anne-Marie bereiten den Boden

Bevor der Hauptdarsteller die Bretter betrat, schickten die Veranstalter zwei hochkarätige Support-Kacts ins Rennen. Erst brachte Singer-Songwriter Jamie Lawson mit seinen feinsinnigen, ruhigen Melodien die ersten anwesenden Fans zum Träumen, ehe Pop-Sängerin Anne-Marie das Tempo anzog und mit ihrer powervollen Stimme ordentlich Schwung in die bereits gut gefüllte Arena brachte. Die richtige Betriebstemperatur war damit absolut erreicht.

Loopstation, Gitarre und purer Minimalismus

Als Ed Sheeran schließlich – bewaffnet mit seiner Akustikgitarre und einem schelmischen Grinsen im Gesicht – die Bühne betrat, kannte der tosendende Applaus auf den Rängen und im Innenraum kein Ende. Ohne große Umschweife eröffnete er das Set mit dem treibenden „Castle on the Hill“. Schlimmer hätte man die Stimmung nicht anheizen können; ab Sekunde eins stand die Arena Kopf.

Das Faszinierende an einer Ed-Sheeran-Show ist und bleibt das Konzept. Da gibt es keine pompöse Live-Band, keine aufwendige Tänzer-Crew und keinen versteckten Backgroundchor. Der Brite stand komplett allein auf der riesigen Bühne. Mit geübten Handgriffen schlug er einen Beat auf den Korpus seiner Gitarre, jagte ihn durch seine Loopstation und stapelte so drei bis vier Tonspuren übereinander, bis ein volles, druckvolles Fundament stand. „Alles live“, betonte er sichtlich stolz – und genau das spürte man in jeder Note. Er war schlichtweg sein eigenes Orchester.

Humor und ganz große Emotionen in Gelsenkirchen

Zwischen den Songs bewies der Rotschopf einmal mehr britischen Humor. Mit einem Augenzwinkern merkte er an, dass wohl etwa 98 Prozent der Anwesenden seinetwegen hier seien, während die restlichen zwei Prozent lediglich als treue Begleitung ihrer Partnerinnen fungierten. Das Publikum nahm es mit humorvollem Gelächter und feierte ihn umso mehr.

Die Setlist ließ mit 17 gespielten Tracks keine Wünsche offen und pflügte einmal quer durch seine gefeierte Diskografie. Von emotionalen Gänsehaut-Momenten bei „The A Team“ und „Thinking Out Loud“ über das hymnische „I See Fire“ bis hin zum irisch angehauchten „Galway Girl“ saß jeder Ton. Selbst bei der absoluten Schmachtballade „Perfect“ kochte die Stimmung in der Arena über, zehntausende Handydiplays verwandelten das Rund in ein echtes Lichtermeer.

Nach rund zwei Stunden schweißtreibender, absolut bodenständiger Handwerkskunst entließ der Brite mit den Zugaben „Shape of You“ und „You Need Me, I Don’t Need You“ eine restlos glückliche Menschenmenge in die Nacht. Ein unvergesslicher Abend, der bewies, dass man für eine Mega-Show keine Armee von Musikern braucht – sondern nur Talent, eine Gitarre und eine Loopstation.

Setlist
1. Castle on the Hill
2. Eraser
3. The A Team
4. Don’t / New Man
5. Dive
6. Bloodstream
7. Happier
8. Hearts Don’t Break Around Here (“Ed’s Choice” song)
9. Galway Girl
10.Feeling Good / I See Fire
11.Thinking Out Loud
12.One / Photograph
13.Perfect
14.Nancy Mulligan
15.Sing
16.Encore: Shape of You
17.You Need Me, I Don’t Need You

Text & Foto © by Jan Heesch

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