Spielszene zwischen den Eulen Ludwigshafen und der HSG Nordhorn-Lingen am 30. September 2026 in der Friedrich-Ebert-Halle

Eulen verspielen Sechs-Tore-Führung gegen Nordhorn

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Eine starke erste Halbzeit, sechs Tore Vorsprung und trotzdem keine Punkte: Die Eulen Ludwigshafen haben am Mittwochabend, 30. September 2026, gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 29:33 verloren. Zur Pause führte die Mannschaft von Michael Haaß noch mit 18:14, nach dem Seitenwechsel kippte die Partie jedoch komplett. Vor 1.365 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle erzielten die Eulen in der zweiten Hälfte nur noch elf Treffer. Nordhorn nutzte diese Schwächephase konsequent und drehte das Spiel mit einem starken 8:1-Lauf.

Dabei sah es lange nach einem gelungenen Heimabend aus.

Eulen erwischen einen starken Start

Ludwigshafen fand schnell ins Spiel. Jannek Kleinsteuber, Nico Büdel? Nein, an diesem Abend waren vor allem Leun, Eisel und Schmitt im Rückraum immer wieder erfolgreich. Die Eulen nutzten ihre Räume konsequent und setzten sich früh ab.

Nach sieben Minuten stand es 5:2, wenig später erhöhte Leun auf 8:4. Eisel und Schmitt legten nach, während Nordhorn im Angriff mehrfach an Eulen-Keeper Zacharias Boieck scheiterte oder einfache Ballverluste produzierte.

In der 17. Minute führte Ludwigshafen bereits mit 11:6.

Die Halle war da, die Eulen hatten Tempo im Angriff und zwangen Nordhorn immer wieder zu schwierigen Abschlüssen.

Ludwigshafen zieht auf sechs Tore davon

Auch eine Auszeit von HSG-Trainer Mark Bult änderte zunächst wenig.

Eisel traf zum 14:9, später brachte der zurückgekehrte Vincent Bülow die Gastgeber auf 16:11. Kurz vor der Pause wuchs der Vorsprung sogar auf 18:12 an.

Nordhorn konnte in den letzten beiden Minuten vor der Halbzeit noch zweimal verkürzen. Tarek Marschall traf zunächst aus dem Feld und anschließend ins leere Ludwigshafener Tor.

So ging es mit 18:14 für die Eulen in die Kabinen.

Vier Tore Vorsprung.

Und vor allem: eine erste Hälfte, in der Ludwigshafen offensiv klarer, zielstrebiger und insgesamt griffiger gewirkt hatte.

Nordhorn verändert nach der Pause das Spiel

Nach Wiederbeginn zeigte sich jedoch schnell, dass die Partie noch lange nicht entschieden war.

Nordhorn stellte im Angriff verstärkt auf Sieben gegen Sechs um und bekam dadurch deutlich mehr Struktur. Gleichzeitig arbeitete die Abwehr aggressiver gegen den Ludwigshafener Rückraum.

Die Eulen hielten zunächst dagegen. Schmitt und Leun sorgten dafür, dass der Vorsprung bei 20:17 beziehungsweise 21:19 noch Bestand hatte.

Dann begann die Partie zu kippen.

Nordhorn bekam mehr Zugriff, Ludwigshafen verlor an Sicherheit und fand gegen die veränderte HSG-Abwehr immer seltener klare Lösungen.

Lux gleicht aus, Ruddat dreht die Partie

In der 42. Minute lagen die Eulen noch mit 23:21 vorne.

Danach folgte die entscheidende Phase.

Björn Wilhelm traf zweimal ins leere Ludwigshafener Tor, wenig später verwandelte Maximilian Lux einen Siebenmeter zum 23:23.

Nordhorn war jetzt vollständig im Spiel.

Nach einer weiteren Parade von Kacper Ligarzewski schaltete die HSG schnell um. Dominik Ruddat vollendete zwei Tempogegenstöße in Folge zum 25:23 für Nordhorn.

Aus einer Ludwigshafener Führung war innerhalb weniger Minuten ein Rückstand geworden.

8:1-Lauf entscheidet das Spiel

Jetzt lief beinahe alles gegen die Eulen.

Nordhorn verteidigte kompakter, zwang Ludwigshafen zu schwierigen Abschlüssen und nutzte auf der anderen Seite die entstehenden Räume. Wilhelm und Lux erhöhten auf 27:23, später stellte Ruddat auf 29:24.

Vom 22:19 aus gesehen hatte Nordhorn einen 8:1-Lauf hingelegt.

Genau diese Phase entschied das Spiel.

Die Eulen hatten offensiv kaum noch Antworten. Was in der ersten Hälfte noch mit Tempo und klaren Rückraumaktionen funktioniert hatte, wirkte jetzt zunehmend statisch.

Ludwigshafen kommt nicht mehr entscheidend heran

Ganz aufgegeben hatten sich die Gastgeber trotzdem nicht.

Schmitt, Zobel und Bülow verkürzten noch einmal. Gut zwei Minuten vor Schluss traf Bülow sogar ins leere Tor zum 29:31.

Mehr war nicht mehr drin.

Valentino Duvančić antwortete sofort zum 32:29, ehe Ian Hüter den letzten Treffer zum 33:29-Endstand erzielte.

Nordhorn hatte die Partie komplett gedreht.

Eisel und Schmitt beste Eulen-Werfer

Bester Werfer der Eulen war Yannik Eisel mit sechs Treffern. Ebenfalls sechsmal traf Jannek Schmitt. Leun kam auf fünf Tore, René Zobel auf vier.

Auf Nordhorner Seite war Maximilian Lux mit neun Treffern, davon fünf per Siebenmeter, der erfolgreichste Schütze. Tarek Marschall erzielte sechs Tore, Björn Wilhelm fünf.

Ein wichtiger Faktor war außerdem HSG-Keeper Kacper Ligarzewski. Er kam auf zwölf Paraden und eine Fangquote von rund 31 Prozent.

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten

Für die Eulen war es eine besonders bittere Niederlage, weil die Mannschaft in der ersten Hälfte vieles richtig gemacht hatte.

18 Tore bis zur Pause. Sechs Treffer Vorsprung kurz vor dem Seitenwechsel. Kontrolle über weite Strecken.

Danach änderte sich fast alles.

Nordhorn verteidigte aktiver, Ligarzewski bekam mehr Bälle zu fassen und das Sieben-gegen-Sechs funktionierte deutlich besser. Ludwigshafen dagegen verlor offensiv seine Klarheit und kam in der zweiten Hälfte nur noch auf elf Treffer.

Nach fünf Spieltagen standen die Eulen damit bei 2:8 Punkten und auf Tabellenplatz 15.

Spieldaten

Die Eulen Ludwigshafen – HSG Nordhorn-Lingen 29:33 (18:14)

Beste Torschützen Eulen Ludwigshafen:
Yannik Eisel 6
Jannek Schmitt 6
Leun 5
René Zobel 4
Vincent Bülow 2
Jannek Kleinsteuber 2
Bösing 2
Alexander Falk 1
Kian Schwarzer 1/1

Beste Torschützen HSG Nordhorn-Lingen:
Maximilian Lux 9/5
Tarek Marschall 6
Björn Wilhelm 5
Dominik Ruddat 4
Ian Hüter 3
Ásgeir Erlingsson 3
Valentino Duvančić 3

Schiedsrichter:
Förster / Mayer

Zuschauer:
1.365

Spielort:
Friedrich-Ebert-Halle, Ludwigshafen

Foto © by Kösegi/PIX-Sportfotos

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