Gregor Meyle beim Neuleininger Burgsommer: Ein emotionaler Tourauftakt an der Unterhaardt

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Gregor Meyle beim Neuleininger Burgsommer: Ein emotionaler Tourauftakt an der Unterhaardt

Wenn die historische Kulisse einer alten Festung den Rahmen für ein Konzert bietet, entsteht ganz automatisch eine besondere Magie. Genau diese Atmosphäre empfing die Besucher am Freitag, den 22. Juni 2018, beim Start des Neuleininger Burgsommers. Vor einem ausverkauften historischen Gemäuer gaben sich Gregor Meyle und seine Band die Ehre – und läuteten in der Pfalz gleichzeitig ihre offizielle „Sommerreise 2018“ ein. Der schwäbische Singer-Songwriter bewies dabei einmal mehr, warum er zu den nahbarsten und geschätztesten Live-Künstlern des Landes gehört.

Hut, Brille, Akustikgitarre und eine Top-Band

Wer auf die Bühne blickt, sieht das typische Markenzeichen: Hut, Brille, Gitarre und einen Musiker, der sich hinter keiner bombastischen Show versteckt, weil er das gar nicht nötig hat. Im Rücken trug Meyle eine exzellent eingespielte Band, die über den gesamten Abend hinweg bewies, dass sie von feinem Akustik-Pop bis hin zu handgemachtem Rock ’n’ Roll jede Facette beherrscht. Schon nach den ersten Takten war spürbar, dass der Künstler das Publikum nicht nur bespaßen, sondern echten Kontakt herstellen wollte. Zwischen den Songs gab es launige Anekdoten, kleine Geschichten und persönliche Einblicke in den kreativen Prozess des Songwriters, der mit offenen Augen durch die Welt geht und Beobachtungen mühelos in berührende Texte gießt.

Zwischen großen Gefühlen und rockigen Momenten

Die Setlist war ein gelungener Querschnitt, der von altbekannten und schmerzlich vermissten Klassikern wie „Keine ist wie du“ oder „Niemand“ bis hin zu frischen Stücken reichte. Mal schwebte eine fast andächtige Stille über dem Burgareal, wenn die melancholischen Töne die Oberhand gewannen, mal zog die Band das Tempo an und brachte den historischen Innenhof mit satten, rockigen Rhythmen zum Beben. Die Zuschauer ließen sich von dieser emotionalen Achterbahnfahrt bereitwillig mitreißen, sangen textsicher mit und genossen das Zusammenspiel aus Musik und dem lauen Sommerabend.

Ganz nah dran: Akustisches Finale mitten im Publikum

Nach fast zweieinhalb Stunden schien das reguläre Programm eigentlich auserzählt, doch für die Zugabe hatte sich der Backnanger etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Anstatt einfach nur von der Bühne abzutreten, schnappten sich Meyle und seine Musiker die Instrumente und verließen den geschützten Bühnenbereich komplett. Mitten im Publikum, umringt von den staunenden und begeisterten Fans, spielten sie einen Song akustisch und unverstärkt. Es war mucksmäuschenstill auf dem Platz – ein intimer, fast magischer Gänsehautmoment, der die besondere Verbundenheit zwischen Künstler und Anhängerschaft unterstrich. Mit herzlichen Worten und den besten Wünschen für einen schönen Sommer verabschiedete er sich schließlich wie ein alter Bekannter von der Burg.

Fokus-Keyphrase:

Foto & Text: Helmut Dell

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