
Johannes Oerding beim Zeltfestival Rhein-Neckar: Ein emotionales Finale in Mannheim
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Am 21. Juni 2018 fiel der letzte Vorhang für die dritte Ausgabe des Zeltfestivals Rhein-Neckar. Für den krönenden Abschluss hatte man sich mit Johannes Oerding einen der derzeit erfolgreichsten deutschsprachigen Pop-Songwriter ins große Palastzelt auf das Maimarktgelände geholt. Der Wahl-Hamburger mit dem markanten Hut bewies an diesem Abend eindrucksvoll, dass es keine überladene Lasershow braucht, um tausende Menschen zweieinhalb Stunden lang mühelos in seinen Bann zu ziehen.
Zwischen Melancholie und treibendem Pop
Vom ersten Takt an hatte Oerding das Mannheimer Publikum fest im Griff. Seine Musik bewegt sich geschickt an der Schnittstelle zwischen eingängigem Radio-Pop und ehrlichem Singer-Songwriter-Handwerk. Wenn er mit seiner rauen, charismatischen Stimme zwischen sanften Tönen und zielsicherem Falsett wechselt, nimmt man ihm jedes Wort ab. Die Setlist ließ dabei keine Wünsche offen: Neben den großen, lauten Radio-Dauerbrennern wie „Kreise“ oder „Hundert Leben“ fanden auch die ruhigen, nachdenklichen Nummern ihren wohlverdienten Platz unter der Zeltkuppel. Der Sound war dabei angenehm differenziert abgemischt, sodass auch die leisen Nuancen nicht im großen Hallenzelt untergingen.
Mitten im Publikum: Ein Star zum Anfassen
Was Oerding live so stark macht, ist seine unkomplizierte, fast schon kumpelhafte Art. Anstatt stur eine einstudierte Choreografie abzuspulen, suchte er unentwegt den direkten Kontakt zu den Fans. Zwischen den Stücken streute er augenzwinkernde Anekdoten ein, nahm sich selbst nicht zu ernst und sorgte für herzhafte Lacher im weiten Rund.
Dass seine Fannähe keine hohle Phrase ist, zeigte sich spätestens, als er die sichere Distanz der großen Bühne kurzerhand aufgab. Lediglich mit einer Akustikgitarre bewaffnet, bahnte er sich seinen Weg mitten hinein ins Publikum. Umringt von unzähligen leuchtenden Smartphones und singenden Menschen kreierte er dort unten, auf Augenhöhe mit den Zuschauern, einen echten Gänsehautmoment, der die ohnehin schon dichte Atmosphäre im Zelt auf die Spitze trieb.
Ein lautes, brennendes Finale für das Festival
Gegen Ende des Sets zog die Band das Tempo dann noch einmal spürbar an. Spätestens bei der treibenden Hymne „Alles brennt“ war der sprichwörtliche Funke restlos übergesprungen. Es wurde aus voller Kehle mitgesungen, geklatscht und getanzt – von den vordersten Reihen bis ganz nach hinten zu den Getränkeständen. Als die letzten Töne der ausgiebigen Zugaben schließlich im ohrenbetäubenden Applaus untergingen und die Besucher in die laue Sommernacht strömten, stand fest: Ein passenderes, ehrlicheres und emotionaleres Finale hätte sich dieses Festival kaum wünschen können.
Foto & Text © by Boris Korpak














