
Hordes of Frankfurt – The Return of Kreator
Beitrag teilen
Die Thrash Metal Konzert Jahrhunderthalle Frankfurt 2026 am 5. April 2026 in der Jahrhunderthalle Frankfurt war ein kompromissloses Statement für die extreme Seite des Metal – roh, laut und ohne Zugeständnisse. Mit Nails, Exodus, Carcass und Headliner Kreator stand ein Line-up auf der Bühne, das in Sachen Intensität kaum zu überbieten ist.
Nails – Brutaler Auftakt ohne Vorwarnung
Den Abend eröffneten Nails und machten von der ersten Sekunde an klar, dass hier keine Zeit verschwendet wird. Mit „Suffering Soul“ und „Violence Is Forever“ setzte die Band sofort auf maximale Aggression. Die ultrakurzen, aber extrem dichten Songs wie „You Will Never Be One of Us“ und „Unsilent Death“ trafen das Publikum wie ein Vorschlaghammer. Ein Set, das eher einem kontrollierten Ausbruch glich als einem klassischen Konzertbeginn.
Exodus – Thrash-Legenden in Bestform
Exodus übernahmen die Bühne mit der Routine und Wucht von Genre-Veteranen. Bereits bei „Bonded by Blood“ war die Halle in Bewegung. Klassiker wie „A Lesson in Violence“ und „Strike of the Beast“ sorgten für flächendeckende Circle Pits, während „The Toxic Waltz“ – eingeleitet vom „Raining Blood“-Intro – als einer der Höhepunkte des Abends durchging. Die Mischung aus Nostalgie und ungebrochener Energie zeigte, warum Exodus bis heute zur Thrash-Elite gehören.
Carcass – Präzision und Groteske
Carcass lieferten anschließend ein Set, das zwischen chirurgischer Präzision und morbider Ästhetik pendelte. Mit „Buried Dreams“, „Incarnated Solvent Abuse“ und „Heartwork“ spannte die Band einen Bogen über ihre Karriere. Besonders eindrucksvoll: „Corporal Jigsore Quandary“ und „Genital Grinder“, die live nichts von ihrer verstörenden Intensität verloren haben. Technisch brillant und gleichzeitig gnadenlos – Carcass bewiesen einmal mehr ihre Sonderstellung im Extreme Metal.
Kreator – Triumphaler Höhepunkt
Als schließlich Kreator die Bühne betraten, war die Stimmung bereits am Siedepunkt. Doch die Essener legten noch einmal nach. Mit „Hail to the Hordes“ und „Enemy of God“ verwandelte sich die Jahrhunderthalle endgültig in ein brodelndes Inferno. Frontmann Mille Petrozza dirigierte die Menge souverän durch ein Set, das keine Wünsche offenließ.
Songs wie „Betrayer“, „Hordes of Chaos“ und „Satan Is Real“ wurden frenetisch gefeiert. Ein besonderer Moment war „Tränenpalast“ mit Gastauftritt von Britta Görtz, der für eine düstere, fast epische Atmosphäre sorgte. Spätestens bei „Violent Revolution“ und dem finalen „Pleasure to Kill“ erreichte der Abend seinen Höhepunkt – ein kollektiver Ausnahmezustand aus Lärm, Energie und purer Hingabe.
Dieses Konzert war kein gewöhnlicher Tourstopp, sondern ein Manifest der Härte. Vier Bands, jede für sich eine Institution, lieferten Sets ab, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch perfekt zusammenpassten. Von der kompromisslosen Gewalt von Nails über die Thrash-Wucht von Exodus bis zur technischen Finesse von Carcass und der dominanten Bühnenpräsenz von Kreator – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, warum Extreme Metal auch 2026 nichts von seiner Faszination verloren hat.
Bilder und Text by Jan Heesch














