Hozier bei seiner ausverkauften „Wasteland, Baby!“-Tour in der Batschkapp Frankfurt

Hozier begeistert auf „Wasteland, Baby!“-Tour in der ausverkauften Batschkapp Frankfurt

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Von der ersten Band mit 15 bis zum weltweiten Erfolg von „Take Me to Church“ war es für Andrew Hozier-Byrne ein erstaunlicher Weg. In der ausverkauften Batschkapp Frankfurt zeigte der irische Singer-Songwriter auf seiner „Wasteland, Baby!“-Tour, dass hinter diesem einen riesigen Hit längst ein Künstler mit deutlich größerem musikalischen Spektrum steckt. Blues, Soul, Folk, Gospel und Rock trafen an diesem Abend auf eine Stimme, die live noch einmal eine andere Wucht entwickelt.

Als Support war der ebenfalls aus Irland stammende David Keenan dabei.

David Keenan eröffnet den Abend in Frankfurt

Ein Singer-Songwriter als Support für Hozier klingt zunächst nach einer ziemlich naheliegenden Wahl. Bei David Keenan passte sie aber auch musikalisch.

Der junge Ire setzte auf Songs, Stimme und direkte Wirkung statt auf große Showelemente. Damit traf er in der bereits gut gefüllten Batschkapp auf ein Publikum, das tatsächlich zuhörte und nicht einfach nur auf den Headliner wartete.

Ein guter Anfang.

Danach wurde es eng vor der Bühne. Die Show war ausverkauft, und entsprechend gespannt wartete Frankfurt auf Hozier.

Hozier ist weit mehr als „Take Me to Church“

Natürlich führt bei Hozier kein Weg an „Take Me to Church“ vorbei. Der Song machte ihn 2013 praktisch über Nacht international bekannt und entwickelte sich zu einem der größten Alternative-Hits seiner Zeit.

Doch wer Hozier auf diesen einen Titel reduziert, verpasst einen erheblichen Teil seiner Musik.

Seine Wurzeln liegen tief im Blues, Folk, Soul und Gospel. Gleichzeitig finden sich in seinen Songs Elemente aus Rock und klassischem Singer-Songwriter-Handwerk. Gerade live greifen diese Einflüsse besonders gut ineinander.

Hozier braucht dabei keine wilden Bewegungen über die Bühne. Seine Stimme übernimmt den Job.

Mal warm und zurückgenommen, dann rau, dunkel und mit erstaunlichem Druck. In der vergleichsweise intimen Atmosphäre der Batschkapp kamen diese Wechsel besonders gut zur Geltung.

„Wasteland, Baby!“ zeigt einen gereiften Musiker

Im Mittelpunkt des Abends stand das zweite Studioalbum „Wasteland, Baby!“, das im März 2019 erschienen war.

Nach dem enormen Erfolg seines Debüts hätte Hozier problemlos versuchen können, die Formel von „Take Me to Church“ zu wiederholen. Genau das tat er nicht.

Die neuen Songs wirkten vielschichtiger und zeigten einen Musiker, der seine musikalischen Wurzeln weiter auslotete. Gospelchöre treffen auf Bluesgitarren, ruhige Passagen kippen in kräftige Rockmomente und über allem liegt diese unverwechselbare Stimme.

Live bekam das Material noch mehr Raum.

Von Trinity College auf die großen Bühnen

Dass Musik für Andrew Hozier-Byrne schon früh mehr als ein Hobby war, zeigt seine Biografie. Bereits mit 15 spielte er in seiner ersten Band. Später studierte er am Trinity College Dublin und gehörte dem dortigen Orchester an, bevor er das Studium abbrach, um sich vollständig seiner eigenen Musik zu widmen.

Danach sang er unter anderem mit dem irischen Chor Anúna.

Diese Erfahrungen hört man seiner Musik bis heute an. Hozier denkt seine Songs nicht ausschließlich in klassischen Popstrukturen. Stimmen werden geschichtet, Dynamiken langsam aufgebaut und Gospel-Einflüsse ganz selbstverständlich mit Blues und Rock verbunden.

2012 begann schließlich seine Solokarriere.

Ein Welthit verändert alles

Mit seiner Debüt-EP und „Take Me to Church“ änderte sich Hoziers Karriere grundlegend. Der Song wurde weltweit zum Erfolg und erhielt zahlreiche Platin-Auszeichnungen. Bei den Grammy Awards 2015 war er als „Song of the Year“ nominiert.

Das 2014 veröffentlichte Debütalbum „Hozier“ festigte diesen Erfolg.

Nach intensiven Tourjahren zog sich der Musiker zeitweise etwas zurück und arbeitete an neuem Material. 2018 meldete er sich mit der EP „Nina Cried Power“ zurück. Beim gleichnamigen Song arbeitete er mit der Soul- und Gospel-Ikone Mavis Staples zusammen.

Diese Verbindung passte perfekt zu ihm.

Große Stimme, kleinerer Club

Gerade die Batschkapp erwies sich für Hozier als passende Location. Seine Musik braucht keine riesige Arena, um groß zu wirken.

Vielleicht sogar im Gegenteil.

In einem Club liegen die ruhigen Momente näher am Publikum. Man hört die Stimme unmittelbarer, spürt den Wechsel zwischen zurückgenommenen Passagen und den großen Refrains. Wenn die Band dann aufdreht, kommt der Druck ohne Umwege an.

Hozier zeigte in Frankfurt, dass „Wasteland, Baby!“ live hervorragend funktioniert. Die neuen Stücke standen selbstbewusst neben dem Material seines Debüts, während die musikalische Bandbreite weit über klassischen Singer-Songwriter-Pop hinausging.

Und irgendwann kam natürlich dieser eine Song, auf den alle gewartet hatten.

„Take Me to Church“.

Die Batschkapp konnte den Text längst selbst.

Text & Foto © by Jan Heesch

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