Zebrahead bei ihrem Konzert mit dem Album „Brain Invaders“ im Schlachthof Wiesbaden

Zebrahead bringen mit „Brain Invaders“ Punkrock in den Schlachthof Wiesbaden

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Stillstand gehört bei Zebrahead offenbar nicht zum Bandkonzept. Seit Mitte der 90er sind die Kalifornier unterwegs, veröffentlichen Platten und spielen sich mit ihrer Mischung aus Punkrock, Rap und Alternative durch Clubs und Festivals rund um den Globus. Im Schlachthof Wiesbaden stellten sie ihr Album „Brain Invaders“ vor und machten dabei ziemlich schnell klar, dass ein Zebrahead-Konzert weiterhin vor allem eines sein soll: eine Party.

Leise geht anders.

Zurück im Schlachthof Wiesbaden

Wiesbaden war für Zebrahead kein unbekanntes Terrain. Bereits einige Jahre zuvor hatte die Band im Rahmen ihres Albums „Walk the Plank“ im Schlachthof Station gemacht.

Nun waren sie zurück.

Im Gepäck steckte mit „Brain Invaders“ neues Material. Das Album war gemeinsam mit Produzent Paul Minerentstanden, der unter anderem bereits mit New Found Glory, Atreyu, Thrice und Death by Stereo gearbeitet hatte.

Eine Kombination, die passte.

Denn Zebrahead haben ihren Sound über die Jahre zwar immer wieder verändert und erweitert, das Grundrezept blieb jedoch erhalten: schnelle Gitarren, eingängige Refrains und der Wechsel zwischen melodischem Gesang und Rap.

Punkrock trifft Rap und Alternative

Zebrahead einfach als Punkband zu bezeichnen, greift deshalb ein bisschen kurz.

Die Kalifornier verbinden seit ihren Anfangstagen Punkrock mit Rap, Alternative Rock und Pop-Punk. Gerade der Wechsel der Stimmen gibt vielen Songs diesen sofort erkennbaren Zebrahead-Sound.

Live funktioniert das noch direkter.

Hier muss nichts lange aufgebaut werden. Ein Riff, ein schneller Beat, ein Refrain zum Mitgrölen und schon bewegt sich der Raum. Im Schlachthof dauerte es entsprechend nicht lange, bis die ersten Reihen ordentlich mitgingen.

Das Publikum wusste schließlich, weshalb es gekommen war.

„Brain Invaders“ funktioniert auch live

Mit „Brain Invaders“ hatten Zebrahead ein Album dabei, das hervorragend in diese Art von Konzert passt. Die neuen Songs sind kompakt, schnell und besitzen genügend melodische Hooks, damit sie auch beim ersten Hören hängen bleiben.

Trotzdem wurde der Abend natürlich keine reine Präsentation des aktuellen Albums.

Nach fast einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte hatte sich schließlich genügend Material angesammelt, um neue Songs mit älteren Publikumslieblingen zu mischen. Genau dieser Wechsel hielt das Tempo hoch.

Ein paar Sekunden durchschnaufen.

Dann ging es wieder los.

Zebrahead brauchen keine große Inszenierung

Die Stärke der Band liegt ohnehin weniger in aufwendigen Bühneneffekten. Zebrahead funktionieren über Bewegung, Interaktion und den permanenten Austausch mit dem Publikum.

Die Musiker stehen nicht einfach da und spielen ihre Setlist herunter.

Sie treiben die Leute vor der Bühne an, albern herum und behandeln die Grenze zwischen Band und Publikum eher als unverbindliche Empfehlung. Das passt zu einer Formation, die über Jahre vor allem durch ihre Live-Präsenz eine treue Fangemeinde aufgebaut hat.

Im Schlachthof Wiesbaden war genau diese Nähe ein Vorteil.

Wo eine große Arena Distanz schaffen würde, kommt der Punkrock im Club ohne Umwege an. Laut, verschwitzter und gelegentlich etwas chaotisch. So soll es sein.

Fast 25 Jahre und noch immer keine Lust auf Ruhe

Dass Zebrahead zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast 25 Jahren existierten, war dem Auftritt kaum anzumerken.

Routine? Sicher.

Aber keine gelangweilte.

Die Band weiß inzwischen ziemlich genau, welche Knöpfe sie drücken muss, damit aus einem Konzert eine Party wird. Das kann schnell kalkuliert wirken. Bei Zebrahead tut es das selten, weil die Musiker selbst noch genügend Spaß an diesem kontrollierten Chaos haben.

Und genau deshalb passen Songs aus unterschiedlichen Phasen der Bandgeschichte problemlos zusammen.

Orange County mitten in Wiesbaden

Kalifornischer Sonnenschein war im Schlachthof zwar nicht im Angebot, musikalisch gab es dafür eine ziemlich ordentliche Portion Orange-County-Punkrock.

Zebrahead kombinierten die neuen Stücke von „Brain Invaders“ mit dem Sound, der sie über Jahrzehnte begleitet hat. Rap trifft Punk, Melodie trifft Krach und irgendwann grölt sowieso der halbe Raum mit.

Komplizierter muss ein Zebrahead-Abend nicht sein.

Text & Foto © by Jan Heesch

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